Das Wochenende 27. und 28. Juni war geprägt von Hitzerekordwerten. Auch im Kreis Offenbach überschritten die Temperaturanzeigen die 40 Grad Marke. Damit gipfelte eine lange trockene Hitzeperiode.
Der regionale Wasserversorge ZWO musste Alarm schlagen und die „Wasserampel“ auf Rot stellen. Damit sollte eindringlich für die kostbare Ressource Wasser sensibilisiert und zur Sparsamkeit im Wasserverbrauch aufgerufen werden. Die Kombination aus geringen Niederschlägen und hitzebedingt steigendem Wasserverbrauch kann zu gefährlichen Verfügbarkeitsengpässen führen.
„Bei uns in Seligenstadt war die Wasserverbrauchsteigerung in der heißen Phase vergleichsweise moderat und nach unserem Aufruf zum Wassersparen noch geringer. Ganz offensichtlich herrscht in der Einhardstadt ein grundsätzlich verantwortungsvoller Umgang mit der Ressource Wasser. Außerdem denke ich, dass viele Hausbesitzende über einen Gartenbrunnen verfügen. Das Wässern von Pflanzen und Rasen mit Brunnenwasser hat die Trinkwasserversorgung noch nicht direkt belastet, weshalb es hier auch noch keine Einschränkungen gegeben hatte. Ich bedanke mich sehr herzlich für die Vernunft und die Unterstützung. Wir in der Verwaltung werden gemeinsam mit den Verantwortlichen aus Politik, den zuständigen Verbänden und Feuerwehren einen Notfallplan erstellen, um zukünftig noch effizienter auf eine solch bedrohliche Lage reagieren zu können“, kündigt Erster Stadtrat Oliver Steidl an.

„Die Feuerwehr war nun gefordert alternative Lösungen zu erarbeiten, um das Wasser-netz im Einsatzfall nicht zu überlasten. Hierzu wurden im bebauten Gebiet netzunabhängige Wasserentnahmestellen eingerichtet. Als Wasserquellen waren hierfür gereinigtes Wasser aus den beiden Kläranlagen sowie Wasser aus dem Main vorgesehen.. Von diesen Entnahmestellen wären im Einsatzfall durch überörtliche Kräfte Wasserförderstrecken an die Einsatzstelle gelegt worden oder man hätte einen Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen eingerichtet“, erläutert Stadtbrandinspektor Alexander Zöller.
Um auch ausreichend Löschwasser in den Außenbereichen von Seligenstadt zur Verfügung zu haben, konnte die Stadtverwaltung und die Freiwillige Feuerwehr auf die ortsansässigen Landwirte bauen. Diese haben nach Anfrage der Feuerwehr Seligenstadt ganz spontan und unkompliziert Traktoren mit Fasswagen bereitgestellt, um bei einem eventuellen Flächenbrand zu unterstützen. Insgesamt wurden so übers Wochen-ende 50.000 Liter Löschwasser bereitgehalten sowie drei Traktoren mit angehängten Grubbern, die im Bedarfsfall eine breite, vegetationsfreie Zone erzeugen, wodurch sich das Bodenfeuer nicht mehr ausbreiten kann. Eine sehr wirksame Lösung, um auch am knappen Löschwasser sparen zu können, was sich bei einem Feldbrand vor circa drei Jahren in Klein-Welzheim bereits bewährt hatte.
„Wir sind unseren Landwirten, besonders unserem Ortslandwirt Norbert Zöller, sowie unseren Einsatzkräften der Seligenstädter Feuerwehren sehr dankbar“, betont Erster Stadtrat Oliver Steidl.

