Ein besonderer Abend im Zeichen der Seligenstädter Kultur: Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Rathaus hat die Einhardstadt Seligenstadt am Freitag, 30. Oktober 2026, zwei Persönlichkeiten ausgezeichnet, die das kulturelle Leben der Einhardstadt über Jahrzehnte hinweg auf ganz unterschiedliche, aber gleichermaßen beeindruckende Weise geprägt haben. Der Kulturpreis 2026 ging an Dr. Manfred Schopp und Joachim Rühl. Beide Preisträger erhielten jeweils eine Urkunde sowie ein Preisgeld in Höhe von 750 Euro.
Mit mehr als 80 Gästen war der Große Rathaussaal bis auf den letzten Platz gefüllt. Familie, Freunde, Wegbegleiter und Vertreter des öffentlichen Lebens waren gekommen, um die beiden Geehrten zu feiern und ihre Verdienste zu würdigen.
Zwei Persönlichkeiten, zwei besondere Beiträge zur Stadtgeschichte

Dr. Manfred Schopp widmet sich seit mehr als fünf Jahrzehnten der Erforschung der Seligenstädter Stadt- und Klostergeschichte. Mit umfangreichen Archivrecherchen, zahlreichen Veröffentlichungen, Büchern und Fachaufsätzen hat er wesentlich dazu beigetragen, die Geschichte der Stadt wissenschaftlich aufzuarbeiten und für kommende Generationen zu bewahren. Seine Forschungsarbeit umfasst unter anderem das Geleitswesen, die Geschichte der Abtei, die Religionspolitik, den Dreißigjährigen Krieg und die Entwicklung regionaler Traditionen. Sein Wissen und seine Veröffentlichungen sind ein wichtiger Bestandteil der historischen Erinnerungskultur Seligenstadts.
Die Laudatio auf Dr. Manfred Schopp hielt Thomas Laube, der dessen langjähriges wissenschaftliches Wirken und seine Bedeutung für die historische Aufarbeitung der Stadt würdigte.

Joachim Rühl wurde für sein außergewöhnlich vielseitiges kulturelles und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Seit Jahrzehnten verbindet er handwerkliches Können, künstlerische Kreativität und historisches Wissen mit einer großen Verbundenheit zu seiner Heimatstadt. Als Mitbegründer des historischen Kaufmannszuges hat er eine bis heute lebendige Tradition mit auf den Weg gebracht. Seine Spuren finden sich an vielen Stellen des Stadtbildes: vom Handwerkerbaum auf dem Marktplatz über die historische Rathausuhr bis hin zu zahlreichen Arbeiten zur Vermittlung der Stadtgeschichte. Auch die Seligenstädter Glockenkultur, die Fastnacht, die Gestaltung von Bühnenbildern und die Mitwirkung an großen kulturellen Inszenierungen tragen seine Handschrift.
Die Laudatio auf Joachim Rühl übernahm Birgit Malsy-Grimm, die sein vielseitiges Schaffen und sein jahrzehntelanges Engagement für das kulturelle Leben der Stadt in den Mittelpunkt stellte.
Ein Abend voller persönlicher Momente
Für die passende musikalische Umrahmung sorgte Johannes Wallbaum, der der Veranstaltung mit seiner Interpretation des Seligenstadt-Liedes einen besonders persönlichen und stimmungsvollen Moment verlieh.

Eine ganz besondere Überraschung wartete zum Abschluss auf Joachim Rühl: Als die offizielle Ehrung bereits beendet war, erklangen plötzlich Trommelschläge aus dem Rathausflur. Die Trommler hatten sich dort versammelt, um auf ganz besondere Weise zu gratulieren. Rühl ist selbst Mitglied der Gruppe. Mit diesem musikalischen Überraschungsauftritt erhielt der Abend einen ebenso herzlichen wie passenden Schlusspunkt.
„Es freut mich außerordentlich, mit der Verleihung des Kulturpreises zwei Menschen in den Mittelpunkt gestellt zu haben, deren Engagement auf unterschiedliche Weise zeigt, wie lebendig und vielfältig das kulturelle Erbe einer Stadt sein kann. Ob durch wissenschaftliche Forschung und die Bewahrung historischen Wissens oder durch kreative Gestaltung, gelebtes Brauchtum und ehrenamtlichen Einsatz: Beide Preisträger haben Seligenstadt nachhaltig geprägt,“ so Bürgermeister Dr. Daniell Bastian.

