

Nach fast vierzig Jahren in der Verwaltung Seligenstadt geht Iris Knies in den Ruhestand. Viel erlebt hat die Diplompädagogin, die im Jahr 1988 unter Bürgermeister Karl Schmitt als Jugendreferentin in der offenen Jugendarbeit bei der Stadt begonnen hatte. Die Rathausspitze wechselte während ihrer Laufbahn dann zu Rolf Wenzel, Dagmar B. Nonn-Adams und final zu Dr Daniell Bastian. Von allen geschätzt blickt sie auf verschiedene Tätigkeitsfelder zurück - Jugendzentrum, Präventionsrat, Ausbildungsforum, Soziale Stadt und schließlich Kinderbetreuung. Sie hat einen Fingerabdruck hinterlassen, der auch mit ihrem Ausscheiden aus dem Berufsleben nicht verschwindet.
Vielen in der Einhardstadt ist die gebürtige Seligenstädterin noch als eine treibende Kraft bei der Umsetzung des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ im Gedächtnis. Im Zuge dessen bekam der Seligenstädter Norden unter anderem den Platz der Freundschaft und das Nachbarschaftshaus mit all seinen Angeboten, die zum Teil bis heute Bestand haben. Ab dem Jahr 2010 verantwortete die diplomierte Pädagogin Knies die Abteilung Kinderbetreuung und zwei Jahre später legte man ihr die Amtsleitung des neu gebildeten „Amt für Kinder, Senioren, Sport und Kultur“, heute „Amt für Kinderbetreuung, Sport und Kultur“, in die Hände. In diesen war das personalintensivste Amt mit 87 Beschäftigten bestens aufgehoben. Sie verstand es abzuholen und zu führen. Auch für die große und ständig wechselnder Elternschaft sowie für andere Träger und Institutionen war sie eine verlässlich kompetente Ansprechpartnerin. Ein besonders bewegender Moment am Ende ihrer Karriere war die Namensgebung der neuen Emmy-Stein Kita am Schwimmbad. Sie hatte sich persönlich sehr dafür eingesetzt, dass dem Wunsch des freien Trägers Erasmus Offenbach gGmbH entsprochen werden konnte und die Kita den Namen des jüngsten jüdischen Seligenstädter Mädchens, das dem Nationalsozialismus zum Opfer gefallen war, erhielt. Iris Knies nahm überdies Kontakt zur US-amerikanischen Künstlerin Lauren Bergman auf, die ein Porträt des namengebenden Mädchens Emmy angefertigt und es bei der Kita-Einweihung persönlich übergeben hat.
Mit ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben übergibt Iris Knies ihre Aufgabe zum 30. Juni an Matthias Mai, der diese Stelle im Sinne eines geordneten Wissenstransfers bereits mit dem 1. Juni angetreten hat.
„Mit der Betreuung unserer Kindereinrichtungen, den städtischen und denen unter kirchlicher oder freier Trägerschaft, hat Iris Knies eine wichtige und schöne, aber auch eine sehr komplexe und herausfordernde Aufgabe übernommen. Diese souverän zu erfüllen erfordert vielerlei Fähigkeiten, darunter auch Herzblut und eine hohe Belastbarkeit. Gesellschaftlicher Wandel geht besonders in der Kinderbetreuung mit stets wechselnden Anforderungen einher. Auch sich ändernde politische Standards gilt es zu berücksichtigen, teilweise mit sehr herausfordernden Fristen. Iris Knies ist es zu verdanken, dass die Einhardstadt Seligenstadt den Regelanspruch seit 2013 auf einen Kitaplatz für Ein– bis Dreijährige vorbildlich früh hat umsetzen können und Vorreiter im Kreis Offenbach gewesen ist. Iris Knies brachte für ihre Aufgabe die notwendige Empathie d mit und verfügt über ein großes Organisationstalent, hohes Pflichtgefühl und über die notwendige Hartnäckigkeit. Diesen gebündelten Eigenschaften haben wir viel zu verdanken“, betont Bürgermeister Dr. Daniell Bastian.

