Große Drüsenameise in Seligenstadt: Stadt setzt auf gemeinsames Vorgehen zum Schutz der Infrastruktur

Die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum) breitet sich zunehmend auch in Hessen aus. Nachdem die Art bereits in mehreren Kommunen nachgewiesen wurde, beobachtet auch die Einhardstadt Seligenstadt die Entwicklung aufmerksam. Gemeinsam arbeiten das städtische Bauamt und das Umweltamt daran, mögliche Auswirkungen auf die öffentliche Infrastruktur frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

„Ein koordiniertes Vorgehen von Verwaltung, Fachbetrieben und Bürgerschaft ist der entscheidende Schlüssel, um die Auswirkungen dieser invasiven Ameisenart langfristig zu begrenzen. Die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Ameisenart wird häufig unbeabsichtigt über den Handel mit mediterranen Pflanzen, Pflanzenerde oder Baumaterialien eingeschleppt. Begünstigt durch die steigenden Temperaturen kann sie sich mittlerweile auch in unseren Breiten dauerhaft ansiedeln“, erläutert Erster Stadtrat Oliver Steidl.
Befallsgebiet Froschhausen

Für den Menschen ist die Große Drüsenameise grundsätzlich ungefährlich. Problematisch sind jedoch ihre großen Kolonien, die sich bevorzugt unter Pflasterflächen, Terrassen oder in Mauerritzen ansiedeln. Durch ihre intensive Grabtätigkeit können Hohlräume entstehen, die langfristig Schäden an Gehwegen, Plätzen oder anderen Infrastruktureinrichtungen verursachen.

Um Schäden im öffentlichen Raum vorzubeugen, setzen das Amt für Bau- und Stadtentwicklung und das Umweltamt der Stadtverwaltung auf ein abgestimmtes Bekämpfungskonzept. Werden Kolonien in Bereichen mit potenziellen Infrastrukturschäden festgestellt, erfolgt die Bekämpfung mittels Heißwasserdampfverfahren. Gleichzeitig werden betroffene Gehwegflächen bei Sanierungen oder Instandsetzungen die Pflastersteine möglichst in einem Bettungsmaterial aus Brechsandsplittgemisch verlegt und als Fugenfüllung Edelbrechsand verwendet. Diese Bauweise erschwert den Ameisen die Anlage neuer Nester und trägt dazu bei, eine erneute Besiedlung zu reduzieren.

Auch die Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger ist wichtig. Wer ungewöhnlich große Ameisenstraßen oder auffällige Ansammlungen schwarzer Ameisen auf dem eigenen Grundstück feststellt, sollte zunächst eine fachkundige Bestimmung der Tiere veranlassen. Hierfür stehen sachverständige Stellen sowie das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zur Verfügung. Erst nach einer eindeutigen Bestimmung sollten gegebenenfalls geeignete Bekämpfungsmaßnahmen durch Fachbetriebe eingeleitet werden.

Die Große Drüsenameise gilt derzeit als potenziell invasive Art. Nach aktuellem Kenntnisstand wird sie sich langfristig in Teilen Deutschlands etablieren. Ziel der Maßnahmen ist daher nicht die vollständige Ausrottung, sondern die Eindämmung ihrer Population und insbesondere der Schutz von Gebäuden und öffentlicher Infrastruktur.

„Die Große Drüsenameise stellt uns als Kommune vor neue Herausforderungen. Um Schäden an unserer öffentlichen Infrastruktur möglichst zu vermeiden, arbeiten das Amt für Bau- und Stadtentwicklung und das Umweltamt eng zusammen und reagieren dort, wo Handlungsbedarf besteht. Ebenso wichtig ist jedoch die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger. Nur wenn betroffene Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümer mögliche Vorkommen frühzeitig fachlich überprüfen lassen und erforderliche Maßnahmen ergreifen, können wir die Ausbreitung der Art gemeinsam eindämmen“, so Erster Stadtrat Steidl.

Weitere Informationen und Fotos gibt es auf der Seite des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie: www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/grosse-druesenameise.