Erinnerung bewahren, Haltung zeigen – Gedenken an die Novemberpogrome in Seligenstadt

Am Montag dem 9. November jährt sich die Pogromnacht von 1938, die den Beginn der systematischen Zerstörung jüdischen Lebens im damaligen Deutschen Reich darstellte. Auch gingen in der Nacht rund 1400 Synagogen in Flammen auf, auch die in Seligenstadt. Damit diese Gewaltaktionen gegen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger nicht in Vergessenheit geraten, lädt die Einhardstadt Seligenstadt zusammen mit der katholischen Kirchengemeinde St. Marien zu einem Gottesdienst mit anschließender Gedenkveranstaltung ein.

Beginn ist um 18:30 Uhr in der Unterkirche St. Marien. Anschließend findet ab circa 19:30 Uhr die Gedenkveranstaltung auf dem Synagogenplatz statt. Gemeinsam soll an die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung erinnert und ein Zeichen gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit gesetzt werden.

Die Novemberpogrome von 1938 markieren einen entscheidenden Einschnitt in der Geschichte der nationalsozialistischen Judenverfolgung. In der Nacht vom 9. auf den 10. November wurden jüdische Menschen im gesamten Deutschen Reich angegriffen, misshandelt und ermordet. Synagogen, Geschäfte und Wohnungen wurden zerstört und geplündert.

Auch Seligenstadt ist Teil dieser Geschichte. Rund 150 jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger waren einst Teil der Stadtgesellschaft. Ihre Verfolgung und Ermordung sind Mahnung und Auftrag zugleich, die Erinnerung an das jüdische Leben in Seligenstadt wachzuhalten.

Bürgermeister Dr. Daniel Bastian betont: „Erinnerung bedeutet mehr, als auf die Vergangenheit zurückzublicken. Sie verpflichtet uns, auch in der Gegenwart hinzusehen, wenn Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Glaubens angefeindet werden. Wir müssen Antisemitismus und jeder Form von Ausgrenzung entschieden entgegentreten und für eine Gesellschaft eintreten, in der Menschenwürde, Respekt und demokratische Werte selbstverständlich sind.“

Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, gemeinsam der Opfer zu gedenken und ein Zeichen für Menschlichkeit, Toleranz und ein respektvolles Miteinander zu setzen.