Erschließungsarbeiten im Neubaugebiet „Südwestlich des Westrings“ Ausbau Westring Gehweg

Im Dezember 2025 wurde der letzte ausgebaute Abschnitt des Westringes für den Verkehr freigegeben. Hier wurde direkt bei der Abnahme festgestellt, dass im Bereich der Querungsstellen zu den neuen Straßen des Neubaugebietes, An der Zierlache und Azaleenweg, eine falsche Entwässerungsrinne eingebaut wurde.

„Unser Bauamt hat sofort reagiert und bereits im Dezember 2025 Verbesserungsmaßnahmen geplant. Die bauliche Umsetzung haben unsere Fachleute aus gutem Grund wegen des starken Schülerverkehrs in die Sommerferien 2026 gelegt“, erläutert Bürgermeister Dr. Daniell Bastian.

Die Situation des Gehweges im Westring wird aus Sicht der Straßenverkehrsordnung wie folgt beschrieben:

Gehweg mit Zusatzzeichen Radfahrer frei

Bei dem Weg parallel zum Westring handelt es sich um einen Gehweg mit dem Zusatzzeichen „Radfahrer frei“.

Dies bedeutet rechtlich unter anderem:

  • Fußgänger haben Vorrang. Der Weg bleibt rechtlich ein Gehweg. Radfahrer dürfen diesen zwar nutzen, müssen jedoch besondere Rücksicht auf Fußgänger nehmen. Dies gilt insbesondere auch gegenüber mobilitätseingeschränkten Menschen, beispielsweise Personen mit Sehbeeinträchtigungen, Rollstuhlfahrern oder Nutzern von Rollatoren. Aus diesem Grund wurden beziehungsweise werden dort auch entsprechende barrierefreie Elemente wie Tast- und Rollborde vorgesehen.
  • Radfahrer müssen ihre Geschwindigkeit anpassen. Sie dürfen Fußgänger weder gefährden noch behindern und müssen jederzeit bremsbereit sein. Auch ohne konkrete Geschwindigkeitsvorgabe darf nur so schnell gefahren werden, dass keine Gefahr für Fußgänger entsteht. In der Praxis entspricht dies häufig einer Geschwindigkeit in Schrittgeschwindigkeit.
  • Die Benutzung ist freiwillig. Anders als bei benutzungspflichtigen Radwegen besteht keine Verpflichtung zur Nutzung dieses Weges.
  • An Querungsstellen bestehen keine besonderen Vorrechte für Radfahrer. Da es sich nicht um einen Radweg handelt, müssen Radfahrer bei Querungen die geltenden Vorfahrtsregelungen beachten und gegebenenfalls warten. Falls erforderlich, ist das Absteigen sinnvoll.

 

Die gewählte Ausgestaltung wurde insbesondere vor dem Hintergrund entwickelt, dass auch Schulkinder den Weg sicher nutzen können, die nach den Regelungen der Straßenverkehrsordnung für die ausschließliche Nutzung eines Gehwegs bereits zu alt sind.

Die Querungsstellen wurden daher so gestaltet, dass sie für alle Verkehrsteilnehmenden, die sich entsprechend der vorgesehenen Nutzung des Gehwegs verhalten, sicher nutzbar sind und den geltenden Anforderungen entsprechen.

Für Radfahrer, die zügiger unterwegs sein möchten oder die Nutzung eines Gehwegs mit den entsprechenden Regelungen als Einschränkung empfinden, steht zudem die neue Fahrbahn nach dem Ausbau zur Verfügung.

Uns ist bewusst, dass die besonderen Regelungen eines Gehwegs mit dem Zusatzzeichen „Radfahrer frei“ nicht allen Nutzern gleichermaßen bekannt sind. Dies kann dazu beitragen, dass die Gestaltung der Querungsstellen aus unterschiedlichen Blickwinkeln unterschiedlich bewertet wird.

Gleichzeitig haben wir die Rückmeldungen zum Fahrkomfort der Querungsstellen aufgenommen und geprüft. Unabhängig von der verkehrsrechtlichen Bewertung wurde die Situation daher verbessert.

Aus diesem Grund wurden die Querungsbereiche im Bereich der vorhandenen Absenkungen für Rollstuhlfahrer angepasst, um den Fahrkomfort für Radfahrer sowie zugleich die Nutzbarkeit für Rollstuhlfahrer, Rollatornutzer und Personen mit Kinderwagen zu verbessern. In diesem Zusammenhang wurde auch die geringfügig größere Tiefe der eingebauten Muldenrinne korrigiert.

Eine Verbreiterung der abgesenkten Bereiche ist dabei bewusst nicht vorgesehen, um keine zusätzlichen Anreize für höhere Fahr- und Querungsgeschwindigkeiten zu schaffen.

Ergänzend werden Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit umgesetzt. Dazu zählen zusätzliche Beschilderungen und Markierungen, die sowohl den Kraftfahrzeugverkehr als auch den Radverkehr auf die jeweilige Verkehrssituation aufmerksam machen.

Mit diesen Anpassungen möchten wir eine möglichst sichere und komfortable Nutzung für alle Verkehrsteilnehmer erreichen. Gleichzeitig bleibt es wichtig, dass alle Nutzergruppen weiterhin gegenseitige Rücksicht nehmen und die jeweiligen Verkehrsregeln beachten.