Fährmann Werner Link geht nach gut vierzig Jahren von Bord

Werner Link am Steuer

Werner Link ist ein waschechter Seligenstädter und somit war es vielleicht sogar Fügung, dass er den Großteil seiner beruflichen Laufbahn auf der Mainfähre „Stadt Seligenstadt“ verbracht hat. Geplant war dieser Werdegang nicht, er ist eher einem Zufall geschuldet. Als jungen Schulabgänger absolvierte er zunächst eine Lehre als KFZ-Mechaniker und wurde dann Geselle. Der Wehrdienst unterbrach die Werkstatttätigkeit und stellte ungeahnt die Weichen neu. Nach abgeleisteten erfuhr er über Freunde von der Stellenausschreibung der Stadt Seligenstadt, die einen Fährmann mit genau seinen Fähigkeiten suchte; kleinere Reparaturen sollten zukünftig vom Fährmann selbst erledigt werden können.

Werner Link an Bord

Beworben und genommen heuerte er am 1. August 1982 an, machte die notwendigen Ausbildungen und behielt für die nächsten gut vierzig Jahre das Steuer in den Händen. „Eine tolle Zeit“, fasst er zusammen und meint damit im Besonderen das Arbeiten in der Natur. Anfangs hatte er noch mit kalten Fingern und Füßen zu kämpfen, ein Gefühl, dass der heute 64-Jährige schon lange nicht mehr kennt. Gerne erinnert er sich an die verschiedenen Werftaufenthalte, notwendig, um eine Verlängerung der Betriebserlaubnis durch die Schiffsuntersuchungskommission zu erhalten sowie um die Betriebssicherheit zu gewährleisten. Dann wurde das angestammte Mainstück zwischen Karlstein und Seligenstadt verlassen und rund elf Stunden in Richtung Erlenbach am Main gesteuert. Während des Aufenthaltes wurden gemeinsam Wartungsarbeiten, Reparaturen und Ausbesserungsarbeiten vorgenommen.

Werner Link erinnert sich an viele schöne Begebenheiten und Begegnungen auf der Fähre. Wie sehr er als Fährmann wahrgenommen wurde, dass konnte er beispielsweise beim Einkaufen in Aschaffenburg erleben: „Ich kenne da niemanden, aber wurde ständig gegrüßt“, erinnert er sich.

Der Arbeitsalltag auf der Fähre ist geprägt von wechselndem Wetter und unterschiedlichen Passagieren. Nie ist er gleich. Ganz außergewöhnlich war er allerdings, als direkt vor seinen Augen auf Höhe des Wasserbaus ein Frachter mit einem Passagierschiff kollidiert ist, weiß Fährmann Link noch wie heute. Auf dem Mainstück zwischen Aschaffenburg und Ostheim herrscht Rechtsverkehr und einer der beiden Kapitäne hatte sich nicht daran gerichtet, so die Erinnerung von Link. Personenschaden hatte es keinen gegeben, genau wie bei den zahlreich von ihm im Wasser entdeckten Autos. Sie waren stets ohne Insassen, teilweise brannte noch das Licht und die Tür stand auf.

Werner Link blickt gerne zurück auf seine Zeit als „Fachvorarbeiter für den Bereich Fähre“, aber auch auf eine To-do-Liste für den Ruhestand. Diese in aller Ruhe „abzuarbeiten“ darauf freut er sich genau wie auf mehr Zeit für seine Ehefrau, die Familie und den Freundeskreis.

Bürgermeister Dr. Daniell Bastian gratulierte in einer Feierstunde in den Stadtwerken und wünschte für die Zukunft alles Gute.