Das Amt für Soziale Infrastruktur ist für die Aufgabenbereiche Nachbarschaftshaus und Stadtteilarbeit, Wohnraumhilfe (Vermittlungsstelle für Sozialwohnungen, Antragsannahme für Wohngeld, Unterbringung von geflüchteten und obdachlos gewordenen Menschen), Integrationsbüro, Kinder- und Jugendbüro, das Frauenbüro sowie der Bereich Seniorenarbeit zuständig. Die Büros der insgesamt zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befinden sich im Nachbarschaftshaus im Niederfeld, Am Hasenpfad 31. Die Seniorenberatung hat ihren Sitz im Rathaus am Marktplatz.
Nachbarschaftshaus Seligenstadt
Das Nachbarschaftshaus Seligenstadt stand im Jahr 2025 unter dem Zeichen der Neustrukturierung. Es begann im Frühjahr 2025 mit verschiedenen Personalwechsel. Die langjährige Leitung des Jugendzentrums und die Verwaltungskraft für das Sachgebiet Obdachlosen- und Asylunterbringung haben neue Betätigungsfelder. Gleichzeitig konnten wir wieder neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen. So gab es für den Bereich Abrechnung Asyl, Buchhaltung und Organisation eine junge Nachwuchskraft im Haus. Sie ist im Niederfeld aufgewachsen und frisch ausgelernte Auszubildende. Sie unterstützt bei diversen Themen und übernimmt eigene Sachgebiete und Aufgaben. Seit Herbst unterstützt ein FSJ-ler die verschiedenen Projekte im Haus, vom Bürgerfrühstück bis JUZ.
Unverändert blieb die Tatsache, dass das Nachbarschaftshaus eine wichtige Anlaufstelle für den Stadtteil ist, besonders im Hinblick auf die sozialen Angelegenheiten für die gesamte Stadt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben stets ein offenes Ohr für die Fragen der Menschen und helfen weiter, wo es geht. Auch die regelmäßigen Beratungsangebote (z.B. Rentenberatung oder Sprechzeiten der Suchtberatung des Kreises Offenbach) wurden im Jahr 2025 ausgebaut. Insbesondere das Beratungsangebot für behinderte Menschen der EUTB ist besonders zu erwähnen. Jeden letzten Mittwoch im Monat hilft professionelles Personal Menschen mit Behinderungen bei allen Fragestellungen weiter. Ebenfalls neu im Nachbarschaftshaus sind die Selbsthilfegruppen aus dem Bereich der Depressionshilfe vom Verein „Seligenstädter Bündnis gegen Depression e.V.“ Dazu gekommen sind Spielangebote am Wochenende unter der Schirmherrschaft der Burg-Wirbelwind.
Integrationsbüro
Die persönliche Ansprache und die Beziehungsarbeit sind für das Gelingen der Integration und das „Wohlfühlen“ in der neuen Heimat eine entscheidende Grundlage.
Folglich ist der Hauptschwerpunkt der beiden Mitarbeiterinnen des Integrationsbüros die Beziehungsarbeit, die sozialpädagogische Unterstützung und die Beratung der Menschen, die neu nach Seligenstadt gekommen sind bzw. schon eine längere Zeit bei uns leben. Ansprechperson in allen Belangen zu sein, Hilfestellungen bei Fragen, der Wohnungssuche, beim Kontakt zu Behörden oder auch bei Streitigkeiten zu geben – das sind nur wenige Beispiele für die Vielfalt der Herausforderungen. Dabei ist es sehr wichtig, nicht nur zu Terminen in das Nachbarschaftshaus einzuladen, sondern wenn möglich vor allem die Menschen direkt vor Ort in den Gemeinschaftsunterkünften zu besuchen.

Eine enge Zusammenarbeit und Vernetzung mit allen relevanten Institutionen, Behörden, Vereinen, Organisationen und Gruppen, wie z.B. dem Kreis Offenbach, dem Caritasverband, dem ehrenamtlichen Helferkreis (AK Willkommen), dem internationalen Nachbarschaftsverein, den Schulen und außerschulischen Bildungsträgern, den Kirchen und Moscheen, den Unternehmern und Vereinen etc. ist dabei ebenfalls unabdingbar. Die Teilnahme an Netzwerken wie z.B. dem Integrationsforum des Kreises oder den Austauschtreffen „Vielfaltsorientierung in hessischen Kommunen“ des hessischen Ministeriums für Soziales und Integration sind Beispiele dafür, aber auch die regelmäßigen Austausch- und Abstimmungstreffen mit der Caritas Flüchtlingsberatung, sowie der Migrationsberatung vor Ort. Hervorzuheben ist auch die Koordination von gemeinsamen Aktionen (städtisches Integrationsbüro, Integrationsbüro des Kreises, Ausländerbeirat).
Außerdem wurde das Projekt der Integrationslotsen im Jahr 2025 gestartet und erfolgreich zum nächsten Meilenstein geführt. Mit einem eigenen Ausbildungskonzept wurde die bunt gemischte Gruppe von Integrationslotsen auf ihren Auftrag vorbereitet. Dabei standen auch rechtliche Frage und Verhaltensregeln im Fokus, die bei Einsätzen vorkommen können. Die Aufgaben können z.B. die Begleitung zum Arzt oder zum Elterngespräch in die Schule sein. Oft geht es dabei um die Funktion als Sprachmittler. Die Aufträge werden vom Integrationsbüro koordiniert und das Land Hessen unterstützt das Projekt durch eine Aufwandsentschädigung für die Lotsen. Die erste Gruppe von Integrationslotsen wurden beim Stadtteilfest offiziell in ihre Aufgabe berufen. Die Übergabe der Urkunde übernahm Erster Stadtrat Oliver Steidl, stellv. für den Magistrat.
Stadtteilfest 2025

Das Orga-Team des Nachbarschaftshauses hat 2025 das Stadtteilfest im Niederfeld wieder verändert. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der EVO-Eventbühne. Für die Kleinsten war dies sicherlich ein Highlight; Bretter, die die Welt bedeuten können, richtige Beschallung und Lichtanlage. Nachmittags und am Abend haben dann noch drei Bands gespielt. Es startete die Gruppe „warm place“, gefolgt von der Niederfeldband und der Schulband der Einhardschule Seligenstadt. Erstmals wurde im Sinne der Nachhaltigkeit ein Flohmarkt im weiteren Verlauf der Ellenseestraße eröffnet. Immer wieder ein Anziehungspunkt für Groß und Klein sind Fahrzeuge der Feuerwehr, DLRG und THW. Das Sport- und Spielangebot der Sportcoaches sowie der ev. Kirche zog zahlreiche Kinder bis spät in den Abend hinein. Das THW sorgen nicht nur für Getränke, sondern auch mit den fleißigen Jugendlichen für den Auf- und Abbau von Tischen und Zelten. Beim Stand des Niederfeldrundblicks konnte man sich wieder an Umfragen rund um das Niederfeld beteiligen oder sich eine Ausgabe des Niederfeldrundblicks mitnehmen. Das Fest wurde durch kulinarische Angebote vom Verein Lichtblick abgerundet. Ein großer Teil der Einnahmen aus dem Kuchenverkauf wurde wieder dem Frauenhaus Rodgau gespendet.
Kinder- und Jugendbüro
Das Kinder- und Jugendbüro hat die Aufgabe sich um die Belange von Kindern und Jugendlichen in unserer Stadt zu kümmern, Angebote für sie anzubieten bzw. zu koordinieren, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sicher zu stellen und vor allem Ansprechpartner sowohl für Jugendliche, als auch für Eltern und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zu sein. Darüber hinaus gehört auch die Netzwerkarbeit mit Schulen, Schulsozialarbeit, anderen Trägern und Kommunen zu den Tätigkeitsfeldern.
Einige Schwerpunkte der Arbeit aus dem vergangenen Jahr:
- Projekt „Chance für einen besseren Schulabschluss“
Das fest etablierte Angebot des Lerntreffs musste leider eine ganze Zeit ausfallen. Grund hierfür waren insbesondere rentenversicherungsrechtliche Fragen.
„Das Projekt ist nun auf dem Weg zum Neustart im Frühjahr 2026, die Bewerbungsgespräche für die neuen Teamer haben bereits stattgefunden“, freut sich Erster Stadtrat Oliver Steidl.
Der Lerntreff soll ab April/Mai 2026 wieder dreimal wöchentlich Jugendlichen ab der 5. Klasse die Möglichkeit bieten, in Kleingruppen ihre Hausaufgaben in einem betreuten Rahmen und mit Unterstützung zu erledigen. Dazu gehört auch, für Klausuren oder Tests zu lernen, Referate und Vorträge auszuarbeiten und diese mit Hilfestellung vorzubereiten. Das Angebot ist kostenlos und erfordert keine Anmeldung. Die Stadt Seligenstadt ist davon überzeugt, dass mit guten Zeugnissen und Spaß am Unterricht der Weg zu einem guten beruflichen Fortkommen besser gelingen kann.

- Neues Gesicht im und für das JUZ

Das Jugendzentrum hat sich 2025 völlig verändert. Mit dem Start der neuen JUZ Leitung begann der Veränderungsprozess. Zunächst wurde eine neue Küche im großen Raum des JUZ installiert. Die Wände wurden gestrichen und die Kids haben kräftig mitgewirkt. Das „kleine JUZ“ strahlt in einem Rot-Schwarz und der Billardtisch sowie die neue Dart-Ecke passen genau zu den Wandfarben. Ein neuer Großbildschirm mit einer aktuellen Spielekonsole bietet Zockern Gelegenheit ihre Augen auf fast zwei Metern Bildschirmdiagonale auszuruhen. Noch spannender ist die Umgestaltung des „Kriseninterventionsraumes“ zu einer „Sport-Bude“. Überschüssige Energien dürfen so z.B. am Boxsack rausgelassen werden. Gleichzeitig bietet der Raum auch noch die Probemöglichkeit für die Niederfeldband. Mit der Einstellung des neuen Hausmeisters, der sich vornehmlich mit dem „Asyl- und Obdachlosenunterkünfte“ kümmert, ist auch Schwung in die alte Werkstatt gekommen. Zunächst wurde entrümpelt und danach folgte eine große Umorganisation. Großgeräte wie z.B. Tore stehen nun im „Hausanschlussraum“. Die „Werkstatt“ ist wieder als solche begehbar und erkennbar. Erwähnenswert ist die rege Beteiligung der Kinder an den Renovierungsarbeiten. Dafür durfte jedes Kind seinen Handabdruck auf die Wand drücken.
„Die „kleine Geschwisterregelung“ ist auch neu. das heißt, die jüngeren Geschwister dürfen nun auch mit ins JUZ“, betont Erster Stadtrat Oliver Steidl.
Aber auch die WC-Anlage hat neue Aufgaben. So findet man neben spannenden Informationen auch Deo oder Damenhygieneartikel in den WC-Räumen.

- Ferienspiele
Die Ferienspiele 2025 fanden traditionell in der 5. und 6. Ferienwoche statt. Unter dem Motto „Magic Moments“ war Zauberei Programm. Beide Ferienspielwochen waren nahezu voll besetzt, wobei die zweite „Campwoche“ stets etwas beliebter ist. Insgesamt konnten so ca. 200 Kinder im Alter von 6-12 Jahren jeweils eine Woche lang betreut werden. Die erste Woche startete mit eher frischen Temperaturen und viel Regen. Danach folgte schönes und heißes Sommerwetter. Zum erlebnispädagogischen Bereich gehören stets Gruppen,- Sing- und Kooperationsspiele, beim Buddeln, Bauen, Flechten, Basteln als auch in vorbereiteten Workshops austoben. Neben Wasserspielen, Ausflügen, Kleidungsgestaltung mit Batikfarben und Schatzsuchen. Zum Abschluss gab es jeweils freitags ein offenes Ende, um z.B. den Eltern oder Großeltern die Aktionen der Woche zu zeigen. Veränderungen werfen ihre Schatten voraus. Erstmals gehen wir im Jahr 2026 in die Ferienwochen 4 und 5, um mit dem Schulstart das JUZ im Nachbarschaftshaus wieder öffnen zu können.
- Spieletage „S(pi)eligenstadt“

Zum 13. Mal fanden im Januar die Spieletage „S(pi)eligenstadt“ im evangelischen Gemeindezentrum an der Jahnstraße statt. Die ca. 2.500 Besucherinnen und Besucher konnten von Donnerstag bis Sonntag knapp 1.500 Spiele ausprobieren. Die Vormittage (donnerstags und freitags) sind dabei Gruppen wie Klassen, Kindergartengruppen, etc. vorbehalten und nur mit vorheriger Anmeldung „besuchbar“ – am Nachmittag und am Wochenende ist die Veranstaltung für alle geöffnet. Die bewährte Veranstaltung ist eine Kooperationsarbeit der evangelischen Kirchengemeinde Seligenstadt-Mainhausen, der KJB Mainlinie (Katholisches Jugend Büro) sowie des Kinder- & Jugendbüros der Stadt Seligenstadt. Sie ist deutschlandweit bekannt und zieht auch Besucher weit über die Grenzen des Rhein-Main-Gebietes an.
- Zusammen.Spielen.
Nicht nur bei S(pi)eligenstadt haben Spielbegeisterte die Möglichkeit sich zu Treffen. Jeden 3. Mittwoch im Monat ab 18:30 Uhr findet auch im Nachbarschaftshaus ein offener Spieletreff statt. Hier sind alle herzlich willkommen!
- Spiele Treff
Ein neues Angebot ist unter der Schirmherrschaft des Mütterzentrums Seligenstadt entstanden. An bestimmten Wochenenden findet im Nachbarschaftshaus samstags von 17 bis 22 Uhr der Spieletreff statt. (die Termine werden per Flyer veröffentlicht)
- EINHARDROCK

Zum 4.Mal fand 2025 das EINHARDROCK Festival statt. Das Festival von jungen Menschen für junge Menschen bietet Nachwuchsbands jährlich eine Bühne OpenAir auf der Bleiche. Neben dem musikalischen Angebot gibt es auch kulinarische Köstlichkeiten sowie Spiel- und Spaßangebote für Kinder auf dem weitläufigen Gelände neben dem evangelischen Gemeindezentrum in der Jahnstraße. Veranstaltet wird der EINHARDROCK von der bewährten Kombination aus Kinder- und Jugendbüro der Stadt Seligenstadt, ev. Kirchengemeinde Seligenstadt – Mainhausen und St. Marien in Kooperation mit der KJB Mainlinie, dem Jugendbeirat Seligenstadt und Mitgliedern der örtlichen Band Secondary Virtues.
- Jugendbeirat

Der Jugendbeirat hat sich im Jahr 2025 konkrete Projekte vorgenommen. So wurde z.B. das Großschachbrett hinter dem Nachbarschaftshaus reaktiviert. Zuerst mit einem Hochdruckreiniger und dann mit frischer weißer und schwarzer Farbe. Gleichzeitig wurde eine günstige Option gesucht, die Schachfiguren auch außerhalb der Öffnungszeit des Nachbarschaftshauses der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine Kiste mit den Spielfiguren wurde im Boden verankert und mit einem digitalen Schloss versehen.
Der Jugendbeirat ist in seiner Rolle angekommen. So werden Vertreterinnen und Vertreter des Jugendbeirates als kompetente Ratgeber der Politik für Jugendthemen regelmäßig um ihren Rat gefragt.
Im Oktober fand dann die alljährliche Online-Wahl statt. Der neue Jugendbeirat 2025 / 2026 ist deutlich stärker aufgestellt als in den letzten Jahren. Die Amtsperiode dauert bis Oktober 2026.
- Unterstützung Kinderclub
Die Stadt Seligenstadt unterstützt den Kinderclub (offener Kindertreff) im evangelischen Gemeindezentrum sowie die Fördervereine der KAS und Emma-Schule in Bereich der Hausaufgabenhilfe mit Förderschwerpunkt Deutsch.
- Jugendförderungsrichtlinien
Im Rahmen der Jugendförderungsrichtlinien der Stadt Seligenstadt erhalten Vereine und Organisationen für Freizeitmaßnahmen im Rahmen ihrer Jugendarbeit Zuschüsse durch die Stadt. Dieses Angebot wurde im Jahr 2025 verstärkt genutzt. Der letzte Antrag wurde für das Jahr 2025 am 04.11.2025 gestellt.
Frauenbüro
Das Frauenbüro hat sich auch im Jahr 2025 insbesondere um die weitere Etablierung eines Frauennetzwerks mit regelmäßigen monatlichen Treffen gekümmert. Das Frauencafé findet jeden 3. Freitag im Monat, von 15 bis 17 Uhr im Nachbarschaftshaus statt.
Am Weltfrauentag am 08.03.2025 gab es einen theaterpädagogischen Impulsvortrag zum Thema „berühmte Frauen“.

Zum Ende des Jahres folgte bei eher kühlen Temperaturen eine Aktion mit Sprühkreide, um ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Die kleine Wanderung mit regelmäßigen löslichen Kreide-Zeichen auf der Straße führte die Gruppe vom Nachbarschaftshaus bis zum Marktplatz, wo sie am Stand des Vereins „Frauen helfen Frauen“ erwartet wurden. Erster Stadtrat Oliver Steidl nutzte die Gelegenheit, um sich über die aktuelle Lage in den Frauenhäusern aus erster Hand zu informieren.

Das Frauenbüro der Stadt Seligenstadt nimmt regelmäßig an den Netzwerktreffen der Frauen- bzw. Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Offenbach teil und ist im Notfall auch Ansprechstelle für bedrohte Frauen.
Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV), Änderungen zeichnen sich ab
Für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Kreis Offenbach ist in erster Linie die Kreisverkehrsgesellschaft (kvgOF) zuständig. Das Amt für Soziale Infrastruktur hatte bislang die Aufgabe, die Umsetzung des Nahverkehrsplanes (NVP) für unsere Stadt im Blick zu haben. Die Kostenanteile Seligenstadts z.B. des Hoppers werden bereits über die Kreisumlage mit der kvgOF abgerechnet. Ende des Jahres zeichnen sich Änderungen ab. Der ÖPNV wird nun weniger als soziale Aufgabe gesehen, sondern eher als gesamtstädtische Stadtentwicklungsaufgabe. Aus diesem Grund wurde Ende des Jahres 2025 eine Entscheidung über die organisatorische Zugehörigkeit der Aufgabe ÖPNV getroffen. Ab dem 01.01.2026 gehört die Aufgabe zum städtischen Bauamt / Stadtentwicklung. Zuvor gab es im Herbst noch die Fragestellung über die Einführung und Verkaufsstelle für Hopper-Guthabenkarten. Ein Angebot der Tourist-Information wurde von der kvgOF abgelehnt.
Änderungen zeichnen sich auch im Bereich der Seniorenberatung ab

Im Gegenzug wurden durch eine Verwaltungsverfügung am Ende des Jahres 2025 die sozialen Aufgabenbereiche enger gebündet. So gehört ab dem 01.01.2026 die städtische Seniorenberatung zum Amt 51 - soziale Infrastruktur. Durch die Eingliederung der Seniorenberatung und die zahlreichen Anknüpfungspunkte erwartet die Verwaltung Synergieeffekte und den Abbau von Doppelstrukturen.
Reaktivierung der BerufsWegeBegleitung: mit neuem Konzept
Im Herbst 2025 konnte die Stelle der BerufsWegeBegleitung Seligenstadt wieder reaktiviert werden. Es handelt sich dabei um eine Einzelfallhilfe der Jugendhilfe. Jugendliche können sich dort beraten lassen und bekommen individuelle Unterstützung. Die Maßnahme wird vom Kreis Offenbach finanziert und stützt sich auf das SGB VIII, § 13 Jugendsozialarbeit. Die Ansprechpartnerin ist im Nachbarschaftshaus am Hasenpfad 31 zu erreichen.
Wohnraumhilfe
- Vermittlungsstelle für Sozialwohnungen
Sozialwohnungen sind öffentlich geförderte Wohnungen, die im Gegensatz zu frei finanzierten Wohnungen nur an einen bestimmten Personenkreis, deren Einkommen eine gesetzlich festgelegte Grenze nicht überschreitet, vermietet werden dürfen. Außerdem kann es auch noch Auflagen für die Belegung von Wohnungen für bestimmte Personenkreise geben. Dies könnten z.B. Bindungen hinsichtlich Alter oder Behinderung sein. Dem Vermieter werden zum Bau von Sozialwohnungen öffentliche Mittel des Bundes, der Länder oder der Gemeinden zur Verfügung gestellt. Meistens handelt es sich dabei um zinsgünstige Darlehen. Im Gegenzug ist der Vermieter einigen Beschränkungen unterworfen. So darf eine öffentlich geförderte Wohnung nur an den Kreis der Anspruchsberechtigten und zu einer geringeren Miete (Kostenmiete) als die ortsüblichen Vergleichsmieten vermietet werden.
Bei der Wohnungsvermittlungsstelle im Nachbarschaftshaus können verschiedene Anträge gestellt werden. Am häufigsten wird der „Antrag auf Vermittlung einer Sozialwohnung“ gestellt. Damit können sich Bürgerinnen und Bürger aus Seligenstadt, aufgrund ihrer persönlichen oder wirtschaftlichen Verhältnisse für eine solche Wohnung vormerken lassen. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 22 Sozialwohnungen als frei gemeldet und konnten u.a. an Wohnungsnotfälle und absehbare Wohnungsnotfälle mit Berechtigung vermittelt werden. Demgegenüber stand die Zahl von bereinigten 260 Wohnungsanträgen auf der Warteliste, für die leider noch kein Wohnungsangebot gemacht werden konnte. Die Nachfrage ist im Jahr 2025 weiterhin so stark geblieben, wie im Vorjahr
Außerdem gibt es die Möglichkeit einen „Antrag auf Erteilung einer Wohnungsbindungsbescheinigung (Wohnberechtigungsscheins)“ zu stellen. Sie ist für Seligenstädter Bürgerinnen und Bürger nur interessant, wenn eine öffentlich geförderte Wohnung außerhalb von Seligenstadt angemietet werden kann.
Zum Service der Vermittlungsstelle gehört auch die Entgegennahme und Weiterleitung von Anträgen auf Wohngeld bzw. auf Lastenzuschuss (Wohngeld für Hauseigentümer) an die Kreisverwaltung in Dietzenbach. Die Bearbeitung dieser Anträge, die Wohngeldberechnung sowie die Bescheiderteilung erfolgt dann zuständigkeitshalber bei der Wohngeldstelle des Kreises in Dietzenbach.
- Unterbringung von geflüchteten Menschen
In 2025 wurden der Stadt Seligenstadt etwas weniger Zuweisungen zugeteilt, als anfangs angekündigt. Die weltpolitische Lage ist mit vielen Unsicherheiten gespickt und neue Konflikte scheinen stets in greifbarer Nähe zu sein. Aktuell sind 163 Menschen mit Fluchthintergrund von der Stadt Seligenstadt untergebracht. Die Zahl der Geflüchteten in Seligenstadt ist somit wieder leicht gesunken. Eine Unterkunft für geflüchtete Menschen wurde die Anmietung zum Anfang des Jahres 2026 nicht mehr verlängert.
- Unterbringung von wohnungslos gewordenen Menschen
Wenn Menschen unfreiwillig wohnungslos geworden sind und keine Möglichkeiten haben z.B. bei Freunden oder Verwandten unterzukommen oder sich aufgrund von zu geringem Einkommen zur Überbrückung kein Zimmer anmieten können, ist die Kommune verpflichtet zu helfen. Diesen Menschen wird zur Vermeidung der Obdachlosigkeit vorübergehend eine Notunterkunft angeboten. Weiterhin werden die Bemühungen um eine neue eigene Wohnung unterstützt. Die im Haus angesiedelte Sozialberatung kümmert sich dabei um Einzelfälle und versucht Stück für Stück Hindernisse aus dem Weg zu räumen, um schlussendlich wieder auf dem ersten Wohnungsmarkt eine Wohnung zu finden.
„Bei der anhaltend sehr angespannten Lage auf dem „bezahlbaren“ Wohnungsmarkt in unserer Region, ist dies keine leichte Aufgabe“, hebt Erster Stadtrat Oliver Steidl hervor.
Die Unterbringungen erfolgen in der Regel in Notwohnungen der Stadt oder in einer der städtischen Gemeinschaftsunterkünfte. Im Verlauf des Jahres waren so 13 Menschen (Einzelpersonen, Alleinerziehende mit Kindern oder Familien) vorübergehend untergebracht. Aufgrund der individuellen sozialpädagogischen Unterstützung durch eine Mitarbeiterin des Amtes konnten vier Personen die Unterkunft wieder verlassen. Zum Ende des Jahres sind noch neun Personen aufgrund von Wohnungslosigkeit untergebracht. Zur direkten Abklärung der Notlage kommen stets Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter zu den Wohnungsräumungen, die von Gerichtsvollziehern vorgenommen werden. Im Spätsommer konnte die Stelle für Obdachlosen und Asylunterbringung neu besetzt werden. Eine Immobilienkauffrau hat die Stelle übernommen. Seit dieser Zeit arbeiten wir strategisch an der Prüfung der geschlossenen Verträge, Einweisungen und Zuweisungen in diesem Bereich. Außerdem wurde auch für diesen Bereich ein Hausmeister ins Sachgebiet geholt, der u.a. auch nach den Unterkünften für Obdachlose und Asylbewerber schaut.

