Die Einhardstadt Seligenstadt setzt ein Zeichen für psychische Gesundheitsförderung: Im Rahmen des Programms „Mental Health First Aid“ (MHFA) wurden erstmals zwei Mitarbeitende der Stadtverwaltung erfolgreich geschult und zertifiziert. Seniorenberater Daniel Kettler und Amtsleiter Soziale Infrastruktur Gerrit Kratz haben die Ausbildung zum Ersthelfer für psychische Gesundheit absolviert und stehen nun sowohl dienstlich als auch über die Verwaltung hinaus als qualifizierte Ansprechpersonen zur Verfügung. Die Stadtverwaltung sieht in den MHFA‑Schulungen einen wichtigen Baustein für die betriebliche Gesundheitsvorsorge.
„Es ist uns wichtig, dass psychische Gesundheit kein Tabuthema bleibt und dass wir in der Verwaltung frühzeitig helfen können“, betont Erster Stadtrat Oliver Steidl. „Die Schulung ist nicht nur ein Imageprojekt: Sie verbessert konkret die Handlungsfähigkeit unserer Mitarbeitenden im Umgang mit Krisensituationen und stärkt gleichzeitig die betriebliche Prävention in unseren Einrichtungen.“
Die MHFA‑Schulung, ursprünglich aus Australien stammend und international verbreitet, vermittelt Laien fundiertes Grundlagenwissen zur Erkennung und Erstbegleitung psychischer Krisen. Themen sind unter anderem Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, Suchterkrankungen und Psychosen. Die Teilnehmenden lernen praxisnah anhand von Fallbeispielen und Rollenspielen, wie sie sensible Gespräche führen, angemessene Unterstützung leisten und Betroffene an professionelle Hilfen vermitteln können.
„Ich möchte die Gesellschaft ermutigen, offener und unbefangener mit psychischen Problemen umzugehen“, sagt Marion Sehr, Diplom‑Psychologin und psychologische Psychotherapeutin aus Seligenstadt, die die MHFA‑Schulungen anbietet. „Die Fortbildung gibt den Teilnehmenden konkrete Leitlinien an die Hand: Es geht nicht darum, Diagnosen zu stellen, sondern darum, frühzeitig zu erkennen, einfühlsam zu unterstützen und notwendige Hilfe zu vermitteln.“
Beide frisch zertifizierten Mitarbeitenden konnten bereits erste positive Erfahrungen sammeln: In kritischen Situationen habe die Schulung konkret geholfen, angemessen zu reagieren, Gespräche zu führen und Unterstützung zu organisieren.
„Die praxisnahen Inhalte und der Gesprächsleitfaden haben mir sehr geholfen, in einer belastenden Lage richtig und sicher zu handeln“, berichtet Seniorenberater Daniel Kettler. Amtsleiter Gerrit Kratz ergänzt: „Dass wir als Verwaltung intern solche Kompetenzen aufbauen, erhöht nicht nur die Qualität unserer Arbeit, sondern schützt auch Beschäftigte und Ratsuchende.“
Weitere Informationen über Termine und Angebote gibt es beim „Seligenstädter Bündnis gegen Depression“ welches unter der Schirmherrschaft von Seligenstadts Bürgermeister Dr. Daniell Bastian und Henni Nachtsheim steht. Die Schulungen werden sowohl in Präsenz als auch online angeboten und sind auch als spezielle Formate für Firmen und Vereine verfügbar.

