Das Amt für Kinder, Senioren, Sport und Kultur blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurück. Mit mehr als 80 Beschäftigten – die meisten davon in den städtischen Betreuungseinrichtungen – ist es das größte Amt der Einhardstadt Seligenstadt. Es trägt Verantwortung für Themen, die das tägliche Leben vieler Menschen unmittelbar berühren: Neben den Bereichen „Seniorenberatung“ sowie „Sport und Kultur“ ist der Bereich „Kinderbetreuung“ die weitere zentrale Aufgabe des Amtes.
Dazu zählt nicht nur der reibungslose Betrieb der städtischen Betreuungseinrichtungen, sondern auch die umfassende Planung, Steuerung und Sicherung des gesamten Betreuungsangebots in Seligenstadt. Ein wesentlicher Teil dieser Aufgabe ist zudem die Finanzierung der nicht-städtischen Einrichtungen. Grundlage dafür sind vertragliche Vereinbarungen, die sicherstellen, dass alle Kinderbetreuungseinrichtungen in Seligenstadt zuverlässig unterstützt und nachhaltig betrieben werden können.
Kinderbetreuung: Angebot ausgebaut, Wartelisten abgebaut
Eine der wichtigsten Botschaften des Jahres: Seit Ende 2025 kann Seligenstadt allen Familien ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot machen. Die Wartelisten sind abgearbeitet, die Stadt ist für die kommenden Jahre gut aufgestellt.
„Das ist ein entscheidendes Qualitätsmerkmal für eine Kommune – und wir sind stolz darauf“, betont Bürgermeister Dr. Bastian.

Einen großen Anteil daran hat die Eröffnung der neuen Kita -Emmy Stein- im Oktober 2025. Nach viereinhalb Jahren Planung und Bauzeit bietet die Einrichtung am Stadion rund 100 Betreuungsplätze für Kinder ab einem Jahr. Trägerin ist die Erasmus Offenbach gGmbH, die mit einem mehrsprachigen Konzept das städtische Angebot bereichert.
Insgesamt gibt es in Seligenstadt nun 16 Betreuungseinrichtungen – zwölf Kitas und vier Grundschulbetreuungen – getragen von kirchlichen, privaten, öffentlichen und städtischen Trägern. Ergänzt wird das Angebot durch rund 60 Plätze in der Kindertagespflege. Die Stadt setzt dabei bewusst auf das Subsidiaritätsprinzip: Private und zivilgesellschaftliche Initiativen sollen gestärkt werden, statt Aufgaben vollständig zu kommunalisieren.
Finanzielle Belastungen und schwierige Entscheidungen
Mehr als 1.500 Betreuungsplätze stehen nunmehr in Seligenstadt zur Verfügung – ein starkes Angebot, das jedoch seinen Preis hat. Im Jahr 2025 lagen die Ausgaben für Kitas und Schulbetreuungen bei knapp acht Millionen Euro, denen lediglich rund drei Millionen Euro an Erträgen gegenüberstanden. Das Defizit von etwa fünf Millionen Euro belastet den städtischen Haushalt erheblich – Investitionen wie der Neubau der Kita Emmy Stein noch nicht eingerechnet.
Weil Bund und Land die Kommunen bei der Kinderbetreuung weiterhin unzureichend unterstützen, sah sich die Stadt gezwungen zu handeln: Die politischen Gremien
beschlossen im Frühjahr 2025 die Wiedereinführung der Gebühren für Kinder von drei bis sechs Jahren sowie eine Erhöhung der Beiträge in Krippe und Grundschulbetreuung. Eine Entscheidung, die für viele Familien sicherlich eine zusätzliche Belastung darstellt.
„Ich möchte mich ausdrücklich bei den Seligenstädter Familien bedanken“, sagt Bürgermeister Dr. Bastian. „Mit den Elternvertretungen der Einrichtungen konnten wir einen konstruktiven Austausch führen und sind auf mehrheitliche Akzeptanz und Verständnis gestoßen - das war nicht selbstverständlich.“
Trägerwechsel der Grundschulbetreuung

Ein weiterer großer Schritt war der Übergang der beiden zuvor städtischen Grundschulbetreuungen an der Konrad-Adenauer-Schule und der Emma-Schule in die Trägerschaft der Ganztagsbetreuung im Pakt (GiP) gGmbH zum 1. August 2025. Hintergrund ist u.a. der bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026/2027.
Mit der GiP gGmbH – einer 100-prozentigen Tochter des Kreises Offenbach und erfahrenen Trägerin von 16 weiteren Grundschulbetreuungen – hat die Stadt einen erfahrenen und kompetenten Träger für die Fortführung dieser Aufgabe gewonnen. Das städtische Personal bleibt weiterhin bei der Stadt angestellt und wird im Rahmen einer Personalgestellung eingesetzt.
Blick nach vorn: Organisationsveränderung, Stadtelternbeirat, Ganztagsanspruch und Online-Anmeldeportal
Seit Januar 2026 ist der Bereich „Senioren“ in das Amt für soziale Infrastruktur über-gegangen. Mit diesem Schritt erhält das bisherige Amt zugleich einen neuen Namen: „Amt für Kinderbetreuung, Sport und Kultur“. So stellt sich das Amt für weitere wichtige Entwicklungen auf, die im Jahr 2026 anstehen.
Eine der Aufgaben ist die geplante Gründung eines Stadtelternbeirats. Dieses Gremium wird den Austausch zwischen Elternvertretungen und der Stadt bündeln und stärken und damit eine verlässliche Plattform für gemeinsame Anliegen schaffen.
Ein zentrales Online-Anmeldeportal soll künftig die Vergabe von Betreuungsplätzen in sämtlichen Kindertagesstätten in Seligenstadt vereinfachen. Eltern können ihre Kinder dann bequem über die städtische Website für die gewünschte Kita vormerken – schnell, transparent und zeitsparend. Um diesen Schritt vorzubereiten, hat das Amt bereits zum Jahresende 2025 einen wichtigen Zwischenschritt umgesetzt: Für die städtischen Betreuungseinrichtungen wurde eine moderne Software für Verwaltung und Abrechnung eingeführt. Darauf aufbauend kann nun die Einführung des Online-Anmeldeportals erfolgen, die in enger Zusammenarbeit mit den Trägern der Kindertagesstätten für dieses Jahr vorgesehen ist.
Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit mit den Trägern der Kinderbetreuungseinrichtungen weiter vertieft, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden und ein verlässliches sowie qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot sicherzustellen.

