Aufforstung im Seligenstädter Stadtwald durch „Geburtsbäume“ und weitere Spenden

Klimabedingten Waldverlust auszugleichen ist für jeden Revierförster ein großes und verpflichtendes Anliegen. Im Seligenstädter Stadtwald konnte jetzt eine durch Schäden entstandene rund 0,5 Hektar große Freifläche mit insgesamt 3200 Setzlingen aufgeforstet werden.

„Revierförster Johannes Herrmann konnte finanziert über das Baumspendenkonto der Stadtverwaltung 400 Traubeneichen, 600 Hainbuchen und 200 Esskastanien im Gesamtwert von 7500 Euro setzten. Die Kastanien sind sogenannte Geburtsbäume. Die Einhardstadt spendet für jeden neugeborenen Erdenbürger mit Erst-Adresse Seligenstadt einen Setzling für den Stadtwald. Die anderen Gelder stammen von Spenden aus dem privaten Bereich, genau wie von Unternehmen und Institutionen“, so Bürgermeister Dr. Daniell Bastian
Revierförster Herrmann zeigt Bürgermeister und Stadtrat die frischen Setzlinge

Revierförster Herrmann hat sich ganz bewusst für die drei Baumsorten entschieden. Zum einen aus klimatechnischen Gesichtspunkten, aber bei der Kastanie auch wegen des schnellen Wachstums, damit die Kinder „ihre“ Setzlinge recht schnell als großen, Früchte tragenden Baum erleben können.



„Die Geburtsbäume für 2025 werden im Laufe des Jahres 2026 gepflanzt. Entweder noch im Frühjahr oder im Herbst – das hängt von der Arbeitskapazität des Forstunternehmens ab“, kündigt Erster Stadtrat Oliver Steidl an.

Zur Baumartwahl:

Die Eiche bildet eine starke Pfahlwurzel und erreicht damit auch tiefere Bodenschichten, was wichtig ist, um im Klimawandel und immer trockeneren Phasen an Wasser zu kommen. Sie ist eine sehr robuste Baumart und kann beispielsweise nach einem Laubverlust durch Insektenfraß einen zweiten Laubaustrieb im selben Jahr vollziehen.

„Anstelle von Stieleiche wurde Traubeneiche gepflanzt, da diese mit noch mehr Wärme und weniger Wasser zurechtkommt“, erläutert Herrmann.

Der Esskastanie (=Edelkastanie) wird bezüglich des Klimawandels ebenfalls ein hohes Potenzial zugesprochen. Sie ist wärme- und lichtliebend und kommt heute vor allem in warmen Weinbauregionen vor, zum Beispiel in der Ortenau. Dort wurde sie von den Römern als Nahrungsquelle eingebracht und verbreitet. Natürliche Vorkommen finden sich im Mittelmeerraum. Sie trägt erste Früchte bereits nach zehn bis fünfzehn Jahren und ihre weißen Blüten sehen nicht nur schön aus, sondern locken auch Bienen an. Auch die Edelkastanie bildet eine Pfahlwurzel, die sich vor allem in jungen Jahren entwickelt. Im Alter von zehn Jahren kann die Kastanie bereits eine Höhe von zwölf Metern erreichen.