Jahresrückblick Standesamt/Friedhofsamt 2020


Auch im Jahr einer Pandemie bleiben die Arbeiten im Standes- und Friedhofsamt nahezu unverändert. Einzig die Art des Umgangs mit den Brautpaaren und allgemein mit Publikum hat sich verändert. So wurde ein Fenster des ebenerdig liegenden Standesamtes zu einem Schalter umfunktioniert. Hinter einer neu eingebauten Plexi-Scheibe konnten somit weiter Kunden - wie Bestatter oder Urkundenabholer - bedient werden, ohne dass sie durchs Haus laufen müssen. Kompliziertere Anliegen wurden nach Terminvereinbarung in den Büros hinter Glasscheiben abgewickelt. Auch im Trausaal waren ab einem bestimmten Zeitpunkt Standesbeamte und Brautpaar durch eine Scheibe getrennt. In Zeiten des ersten Lockdowns konnten keinerlei Gäste zur Zeremonie mitgenommen werden und auch danach nur in begrenzter Zahl. Daher hatten auch dreizehn Paare ihre Trauung auf das nächste Jahr verschoben und fünf Heiratswillige ihre Hochzeit auf unbestimmte Zeit abgesagt.

„Nichtsdestotrotz haben sich 173 Paare bei uns trauen lassen. In anderen Jahren waren es zwischen 180 und 190 heiratswillige Paare. Rückblickend können wir von sehr disziplinierten Hochzeitsgesellschaften berichten. Bei uns gab es keine nennenswerten Verstöße gegen Abstands- und Hygieneregeln und auch keinen ausschweifenden Sektempfang im Anschluss“, so Erster Stadtrat Michael Gerheim. 

Zu den Aufgaben im Standesamt und Friedhofsamt gehört das Führen von Ehevorbereitungs- und Traugesprächen (teilweise unter Einbezug von ausländischem Recht mit komplizierten Prüfungsverfahren), Umwandlungen von gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaft in eine Ehe, Ausstellen von Ehefähigkeitszeugnissen für eine Heirat im Ausland, Nachbeurkundungen von Geburten und von im Ausland geschlossenen Ehen, Umsetzung von Vaterschaftsanerkennungen, Verarbeitung von Mitteilungen anderer Standesämter, Beurkundung von Sterbefällen, Organisation von Beisetzungen, Umsetzung von Grababräumung, Vornahme von Einbürgerungen, elektronische Nacherfassung von Alteinträgen (im Jahr 2020 insgesamt 3679) und das Ausstellen von beglaubigten Urkunden, teilweise in internationaler Form. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 3651 Urkunden ausgestellt.

Von den 173 in Seligenstadt getrauten Paaren waren 59 Prozent vorher noch nicht verheiratet. Ihren Wohnsitz außerhalb von Seligenstadt hatten 45 Prozent der Paare und kamen eigens für ihre standesamtliche Trauung in die Einhardstadt. Insgesamt 84 Prozent der Paare entschieden sich für einen gemeinsamen Ehenamen, davon bestimmten 93 Prozent den Namen des Mannes zum Ehenamen.

Das Standesamt hatte insgesamt 405 Sterbefälle (397 im Jahr 2019) zu verzeichnen.

Das Friedhofamt Seligenstadt bearbeitete im Jahr 2020 insgesamt 209 Beisetzungen. In der Kernstadt sind dies 159, davon fanden auf dem alten Friedhof in Seligenstadt 51 und auf dem neuen Friedhof 108 Beerdigungen statt. In Froschhausen wurden 28 und in Klein-Welzheim 22 Personen zu Grabe getragen. 75 Prozent aller Bestattungen sind Urnenbestattungen. Es erfolgten 97 Grababräumungen (davon 77 Flächengräber, 20 für Urnen) auf allen Friedhöfen, dem gegenüber wurden 94 Grabstätten auf allen Friedhöfen neu vergeben (16 Flächengräber, 78 Gräber für Urnen).

Blick zur Basilika


„Im Zug der Pandemie wurde eine telefonische Terminvergabe eingeführt die sich bewährt hat und vorerst beibehalten wird“, informiert Erster Stadtrat Michael Gerheim.