Erste Legorampe in Seligenstadt übergeben


Im Rahmen der Integrations- und Vielfaltsstrategien, die Handlungsempfehlung für die Integrationsarbeit in Seligenstadt geben, hat der Arbeitskreis “Zusammen.Leben.Seligenstadt“ im Sommer konkrete Maßnahmen beschlossen. Unter anderem hat sich zum Schwerpunkt “Barrierefreiheit im öffentlichen Raum“ die Arbeitsgruppe “Rampenbau in Seligenstadt“ gebildet. Nach dem Vorbild Rita Ebels, einer inzwischen international bekannten Rollstuhlfahrerin aus Hanau, werden aus Legosteinen Rampen gebaut. Diese ermöglichen es Menschen mit Gehbehinderung, einem Buggy oder Kinderwagen, kleine Stufen oder Absätze vor Ladenlokalen zu überwinden. Auch Menschen mit Sehbehinderung können durch die bunten Steine Stufen leichter erkennen. Die erste Legorampe in Seligenstadt wurde jetzt an das Bekleidungsgeschäft Ernsting´s family übergeben.

Erste Seligenstädter Legorampe


Rund 1.500 Steine verbaut

Geplant war, den Bau komplett in die Hände von ehrenamtlichen Helfer*innen, Jugendlichen und Senior*innen zu geben. Leider machten die Einschränkungen der Corona-Pandemie diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Um die Aktion dennoch mit einem Erstlingswerk anzustoßen, kam Hilfe aus dem Rathaus und Elke Schmitt (Amt für Stadtentwicklung), Tanja Frisch (Wirtschaftsförderung) und Anke van den Bergh (Seniorenberaterin) zeigten sich kreativ. Nach der detaillierten Bauanleitung von Rita Ebel verbauten sie geschätzt rund 1.500 Lego- und Duplosteine zur Legorampe in der Bahnhofstraße. Gebietsleiterin von Ernsting´s family, Christine Hähnel, nahm die Rampe gerne entgegen und bedankte sich im Namen der Geschäftsleitung mit einer Spende für weiteres Baumaterial. „Wir freuen uns sehr, dazu beitragen zu können, die Situation von Menschen mit rollenden Hilfsmitteln zu verbessern“, so Bürgermeister Dr. Daniell Bastian. Erster Stadtrat Michael Gerheim ergänzt: „Und das mit einem bunten Blickfang, der alle einlädt, hereinzukommen.“

Warum sind die Rampen aus Lego?

Legorampen verrutschen nicht so leicht wie Holzrampen, das Material ist wetterfest und überdauert Jahre. Die Rampen sind bunt und fröhlich und schaffen dadurch Aufmerksamkeit auf ein Problem, das vielen nicht präsent ist, nämlich was für ein großes Hindernis eine kleine Stufe darstellen kann. Die Rampen sind einfach und schnell nachzubauen und stabil genug, um einen Rollstuhl samt Fahrer zu tragen. Allerdings handelt es sich um nicht-zertifizierte Hilfsmittel. Die Benutzung erfolgt also auf eigenes Risiko und es sollte aus Sicherheitsgründen immer eine zweite Person dabei sein.

Viele Spenden aus der Bevölkerung

Zunächst ging es darum, geeignete Standorte zu finden, die Genehmigung von Ladenbesitzern einzuholen und, wie es in einer Fachwerkstadt wie Seligenstadt unumgänglich ist, die Denkmalschutzbehörde einzubinden. Nachdem die Weichen gestellt waren, wurden die Bürger*innen in einen Presseaufruf gebeten, alte Lego- und Duplosteine zu spenden. Viele Privatpersonen aus Seligenstadt und Hainburg wühlten auf Dachböden und in Kellern, um der Arbeitsgruppe Steine zu überlassen. Selbst 1.000 nagelneue rote und weiße Legosteine wurden von GEFI-BAU, überreicht von Martin Wurzel, für den guten Zweck gespendet.

Weitere Spenden und Standorte gesucht

Da es nicht bei einer Rampe bleiben soll, freut sich die Arbeitsgruppe über weitere Spenden. Besonders Duplosteine werden benötigt, um höhere Rampen realisieren zu können. „Eine zweite Rampe ist bereits in Arbeit“, verrät Seniorenberaterin Anke van den Bergh. „Wer sich vom Rampenfieber hat anstecken lassen, darf sich gerne bei uns melden. Wir möchten weitere Ladenlokale und auch die Gastronomie mit diesen praktischen Hinguckern versorgen“, ergänzt Wirtschaftsförderin Tanja Frisch. „Bei der Gestaltung orientieren wir uns natürlich gerne an den Namen und Logos des jeweiligen Gewerbes“, so Elke Schmitt, Amtsleiterin des Amts für Stadtentwicklung.

Bekleidungsgeschäft Ernsting´s family mit Legorampe