Corona Pandemie/ Mammutaufgabe für alle, auch für die Stadtverwaltung Seligenstadt


Das Virus COVID-19 bestimmt weltweit das Leben und hat auch Seligenstadt fest im Griff. Es gilt die Gesundheit der hier lebenden Menschen schützen und die wirtschaftliche Existenz der hier ansässigen Unternehmen, Einzelhändler, Gastronomie- und Hotelleriebetriebe sowie den Wohlfühlfaktor Seligenstadts zu erhalten. 

„Eine Mammutaufgabe für alle Beteiligten. Die Stadt Seligenstadt hat sich einiges einfallen lassen, um hilfreich zur Seite zu stehen“, so Bürgermeister Dr. Daniell Bastian.

Gleich zu Beginn der Pandemie hat die Stadt für Unternehmer, Selbstständige und Freiberufler den Krisenstab „Wirtschaft-Corona“ gebildet, der bis heute aktiv ist. Dieser unterstützten Unternehmen bei der Suche nach Hilfsangeboten auf unterschiedlichen Ebenen. Wo die Stadt selber helfen konnte, wurde direkt reagiert. Anträge auf Absenkung der Gewerbesteuervorauszahlungen hatten oberste Priorität und sorgten für eine gewisse unmittelbare finanzielle Entlastung. Darüber hinaus wurde bei Steuerschuld, nachweislich aufgrund der Corona Krise, eine Ratenzahlungsvereinbarungen getroffen, beziehungsweise ein Zahlungsaufschub gewährt – ohne Zinsen. Miet- und Pachtzahlungen bei städtischen Liegenschaften wurden zeitweise ausgesetzt.

Als im ersten Lockdown sowohl Einzelhandel als auch Gastronomie schließen mussten, haben Stadt und Stadtmarketing das Gutscheinportal „Seligenstadt-Liebe.de“ für das lokale Gewerbe ins Leben gerufen. Hier tragen sich Gewerbetreibende kostenfrei ein und können Gutscheine anbieten. Somit kommt es auch bei Zwangsschließung zu Einnahmen.

Mehrfach waren der Bürgermeister, die Wirtschaftsförderung und das Stadtmarketing auf Motivationstour mit Ballons und Stickern. Zum einen, um den Einzelhändlern, Dienstleistern und den Gastronomen Mut zuzusprechen, aber auch, um die Menschen zu animieren und zu sensibilisieren, lokal zu kaufen. 

Auf der städtischen Homepage sowie auf dem Stadtportal gab es eine Auflistung von Hilfsangeboten, tagesaktuelle Infos über Situation, Vorschriften und wichtige Kontaktdaten. Der Bürgermeister hat sich zweimal mit einem Appell direkt an die Bürgerschaft gerichtet. Stadt und Stadtmarketing informieren topaktuell mittels neuer Medien über Angebote der hiesigen Geschäftswelt und haben somit dem Einzelhandel ein digitales Schaufenster und der Gastroszene eine weitere Plattform für ihren Lieferservice gestellt.

Trotz klar vorhersehbarer noch größerer Unwirtschaftlichkeit hat die Stadt Seligenstadt das Freischwimmbad in Coronazeiten geöffnet. Es wurde mit Hochdruck ein Konzept entwickelt und umgesetzt, damit trotz sehr strenger Auflagen ein Öffnen in den Sommermonaten möglich wurde.

„Gerade vor dem Hintergrund, dass Urlaubsreisen oder Ferienlager kaum stattfanden, war es mir ein großes Anliegen, unsere beliebte Freizeitanlage zugänglich zu machen“, betont Bürgermeister Dr. Daniell Bastian.

Die Stadt Seligenstadt hat auch im Bereich der Kinderbetreuung viele Maßnahmen umgesetzt. Angefangen bei der Einrichtung von Notbetreuungen, einhergehend mit zeitweiser Aussetzung der Gebühren. Der Betrag, den die Stadt für diesen Einnahmenausfall in den städtischen und den anderen Einrichtungen voraussichtlich zusätzlich aufbringen muss, liegt bei ca. 140.000,00 €. Des Weiteren beschloss die Stadt Seligenstadt im November, dass Eltern in den städtischen Einrichtungen die Möglichkeit haben, in Zeiten der Pandemie die Aussetzung der Betreuung ihrer Kinder monatsweise zu beantragen. Für den Zeitraum der Aussetzung entfällt die Zahlungspflicht, ohne dass die Kinder den Betreuungsplatz verlieren.

„Dieses Angebot wurde von sehr vielen Eltern in der Grundschulbetreuung gerne angenommen“, weiß Bürgermeister Dr. Daniell Bastian zu berichten.

Das Kinder- und Jugendbüro hat sich ebenfalls einiges einfallen lassen, um auch in Coronazeiten aktiv sein zu können. Die Maßnahmen zur Eindämmung des COVID-19-Virus hatte dazu geführt, dass das städtische Jugendzentrum schließen, das Projekt „Chance für einen besseren Schulabschluss“ aussetzen und die Ferienspiele in den Sommerferien ausfallen mussten. Als Lösung wurde das Jugendzentrum zum digitalen JuZ, auch wenn sich in den warmen Monaten in Kleingruppen unter freiem Himmel persönlich getroffen wurde. Eine durchdachte Neuorganisation machte möglich, dass zu fördernde Schülerinnen und Schüler ihre Lerngruppen wieder aufsuchen konnten. Zusätzlich ging das Kinder- und Jugendbüro auf der Social Media Plattform „Instagram“ online, um den Kontakt zu halten, und der Mädchentreff fand digital über die App Zoom statt. Die Ferienspiele wurden durch eine Sommerferien-Aktion in Kooperation mit Seligenstädter Vereinen und Institutionen ersetzt. 

„Unser Kontakt zu Kindern und zur Jugend darf auch in Zeiten einer Pandemie nicht verloren gehen. Um das zu realisieren, ist unser Jugendbüro kreativ geworden“, würdigt Erster Stadtrat Michael Gerheim.

Mit der zeitweisen Wiedereröffnung der Gastronomie unter erheblichen Einschränkungen (Fünf-Quadratmeter-Pro-Gast-Regel/ Abstandsregel) hat die Stadt Seligenstadt kurzentschlossen und unbürokratisch dort wo es ging weitere Fläche zur Verfügung gestellt. Dort, wo es nicht ging, wird die Pacht für die Außenfläche für das gesamte Jahr reduziert. Zur vorgeschriebenen Registrierung der Gäste hat die Stadt Seligenstadt kostenfreie Registrierblöcke verteilt. Mit Blick auf die kalte Jahreszeit dehnte die Stadt Seligenstadt die Außenkonzession über die komplette Wintersaison aus, kostenfrei. Damit hätte die Außenbewirtung über den 31. Oktober hinaus bis zum Saisonstart im März durchgängig stattfinden können. Der Gewerbeverein wollte seine nicht benötigten Adventsmarkt-Hütten zur Verfügung stellen. Die im November neu formulierten Corona Beschränkungen haben das dann nicht zugelassen. 

Der Einzelhandel konnte zwar zeitweise die Türen unter Auflagen für Kundschaft öffnen, hat aber mit großen Einbrüchen im wichtigen Weihnachtsgeschäft zu kämpfen. Um die ein wenig abzufedern hat die Stadtverwaltung in der Adventszeit die Gutschein-Card des Gewerbevereins im Wert von 50 Euro für 45 Euro verkauft und die Differenz übernommen. Mit der Schließung auch der Läden wurde von der Stadt zusammen mit dem Stadtmarketing und dem Gewerbeverein umgehend ein kostenloser Lieferservice, SeligenStadtKurier, eingeführt und finanziert. Die Benutzung der E-Lastenräder stellte die Maingau Energie GmbH für diesen Zweck kostenfrei zur Verfügung.  

Die Ämter der Stadtverwaltung waren aufgrund von vielen neuen Aufgaben durch die Corona Pandemie einer starken Belastung ausgesetzt. Zusätzlich musste innerhalb der Ämter für eine räumliche Trennung gesorgt werden, um im Fall einer Infektion nicht ein ganzes Amt lahmzulegen. So gab es Umzüge in die Stadtwerke und verschiedene Räume wurden zu Büros umfunktioniert.

„Ich bedanke mich ausdrücklich bei meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihren Einsatz in einer schwierigen Zeit. Mir ist vollkommen klar, dass einige an ihre Belastungsgrenze gekommen sind. Das ist verständlich, gerade auch mit Blick darauf, dass die Corona Pandemie schließlich auch das persönliche Leben eines jeden beeinflusst und gefährdet“, betont Bürgermeister Dr. Daniell Bastian.