Stadt verlängert Zulagenzahlung an Erzieherinnen sowie Erzieher und entlastet Familien finanziell


Der Wunsch, jedem Kind in Seligenstadt einen Betreuungsplatz anzubieten ist genauso groß wie die Verpflichtung dazu. Bekanntlich ist der Erziehermarkt sehr angespannt, und das nicht nur im Kreis Offenbach.

„Die Personalgewinnung im Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes gestaltet sich bereits seit mehreren Jahren äußerst schwierig, da die Anzahl der zu betreuenden Kinder ständig steigt, aber gleichzeitig nicht ausreichend neu ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher auf den Arbeitsmarkt kommen“, erläutert Bürgermeister Dr. Daniell Bastian.

Die Stadt Seligenstadt hatte daher beschlossen, ihren Erzieherinnen und Erziehern eine zeitlich befristete Zulage zu gewähren. Zum einen, um das angestammte Fachpersonal weiter zu binden und zum anderen, um bei freien Stellen qualifiziertes Personal besser anzusprechen.

„Die Gewährung der Zulage im vergangenen Jahr und der davon ausgehende finanzielle Anreiz hat sich positiv auf die Bewerbungs- und Einstellungssituation sowie auf die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten ausgewirkt“, resümiert der Rathauschef.

Daher hat die Stadtverordnetenversammlung auf Antrag beschlossen, die Zulage, die zunächst auf den 30. Juni 2021 befristet gewesen ist, bis zum 30. Juni 2023 zu verlängern.

Für die Zulagengewährung in den vier städtischen Einrichtungen mit insgesamt ca. 36 partizipierenden Beschäftigten werden finanzielle Mittel in Höhe von ca. 10.000 Euro pro Monat benötigt. Sollten sich die kirchlichen und freien Träger dem Zulagensystem anschließen, was von Seiten der Stadtverwaltung angestrebt ist, würden sich die Mehrkosten der Stadt gut vervierfachen.

Die Corona Krise hat Familien in besonderer Weise belastet. Sie hatten mit ganz oder teilweise geschlossenen Kita- und Betreuungseinrichtungen, mit Homeschooling und Wechselunterricht gepaart mit Homeoffice und finanziellen Einbußen umzugehen.

Um in dieser angespannten Situation wenigstens für etwas finanzielle Entlastung zu sorgen, hatte die Stadt Seligenstadt bereits im vergangenen Jahr mit einer Satzungsänderung die Möglichkeit geschaffen, die Betreuung monatlich auszusetzten. Sowohl in den Kitas als auch in der Schulbetreuung. Von dem Angebot wurde rege Gebrauch gemacht, besonders in den Schulen.

Nun wurde die Satzung dahingehend geändert, dass in Fällen von Betretungsverboten, Einschränkungen des Betriebes (z.B. durch Wechselunterricht) oder Verfügungen von Behörden (z. B. Quarantäneauflagen) auch tageweise eine Erstattung beantragt werden kann. Im Krippenbereich, wo es nach Maßgabe des Hygienekonzeptes des Landes zu Einschränkungen des Betreuungsangebotes kommt, soll es unter bestimmten Auflagen zu einer Reduzierung der Gebühren kommen können.

Um für alle Eltern die gleichen Rahmenbedingungen zu schaffen, wurde den Trägern der freien und kirchlichen Kitas eine Finanzierungszusage gegeben, wenn sie die gleichen Erstattungsregelungen in ihren Einrichtungen schaffen.