Polizeiliche Kriminalstatistik 2018 des Polizeipräsidiums Südosthessen liegt vor/ Niedrigste Kriminalitätsbelastungen seit 2001


Mit großem Interesse verfolgten Bürgermeister Dr. Daniell Bastian und Erster Stadtrat Michael Gerheim die Ausführungen von Seligenstadts Polizeichef Josef Rösch zu den statistischen Erhebungen bezüglich der Kriminalität vor Ort aus dem Jahr 2018.
„Wir haben die niedrigste Kriminalitätsbelastungen seit Bestehen des Polizeipräsidiums Südosthessen im Jahr 2001“ lautete die zusammengefasste Bilanz. Erster Polizeihauptkommissar Rösch betonte, dass speziell Seligenstadt eine „sehr, sehr sichere Stadt“ sei.

Rösch konkretisierte diese Behauptung für Seligenstadt und sprach von niedriger Kriminalitätsbelastung und hoher Aufklärungsquote. In der Einhardstadt konnte bei den Wohnungseinbrüchen ein Rückgang von 56 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017 verzeichnet werden. Besonders darüber zeigten sich Bürgermeister Dr. Daniell Bastian und Hauptkommissar Rösch froh, da dieser Wert direkt das Sicherheitsgefühl der in Seligenstadt lebenden Menschen beeinflusse. Rösch machte in dem Zusammenhang auf die von der Polizei angebotenen, kostenfreien Beratungsangebote zur Einbruchsprävention aufmerksam. Auch bei den PKW-Aufbrüchen konnte Rösch für Seligenstadt von einem Minus von 84 Prozent im Vergleich zum Vorjahr berichten. Die Fahrraddiebstähle allerdings hätten zugenommen. Besondere Diebstahlschwerpunkte seien hier der Bahnhof und das Freischwimmbad. Auffällig sei für die Beamten der Dienststelle Seligenstadt, dass sehr viele Fahrräder gar nicht oder nur unzureichend gesichert sind. Hier appellierte Josef Rösch an die Fahrradbesitzer, sich qualitativ hochwertige Schlösser zuzulegen.

Die Internetkriminalität nehme zwar im Gesamten etwas ab, sein aber im Bereich Vermögensdelikte (Betrug) nach wie vor sehr hoch. Die Sachbeschädigung erlebte in Seligenstadt einen Anstieg von 56 (2017) auf 156 (2018) Vorfällen. Hier überwiege vornehmlich die Beschädigung an auf Straßen abgestellter Fahrzeuge. Eine Aufklärung sei hier besonders schwer, da die Beschädigung in der Regel deutlich zeitversetzt bemerkt werde. Was das Thema Rauschgiftdelikte angeht, so sei Seligenstadt „keine Insel der Glückseligkeit“, betonte Rösch in seinen Ausführungen. Hier sei besonders der Rosenmontag zu nennen, an dem alleine über 500 Gramm Rauschgift beschlagnahmt worden sei. Die Jugendkriminalität zeigt sich in Seligenstadt nicht auffällig, gut 78 Prozent der Straftaten seien von Erwachsenen (über 21 Jahre) verübt worden.

Seligenstadt Polizeichefs Rösch betonte bei der Erläuterung der statistischen Zahlen, dass in Seligenstadt trotz stetig steigender Einwohnerzahlen die Kriminalitätsrate rückläufig sei. Das sollte alle motivieren, allerdings dürfe ein „gesunder Argwohn“ nicht verloren gehen. Er betonte in dem Zusammenhang die Wichtigkeit von Hinweisen aus der Bevölkerung, die möglichst unmittelbar bei der Polizei eintreffen sollten.

Bürgermeister Dr. Daniell Bastian bedankte sich für die Erläuterung der Zahlen, welche die tatsächliche Sicherheitslage in Seligenstadt, die öfters von der gefühlten differiere, herausgestellt habe. Ausdrücklich bedankte er sich bei dem scheidenden Chef der Seligenstädter Polizei Josef Michael Rösch für die sehr gute Zusammenarbeit. 

 

Die Entwicklung für den Kreis Offenbach sieht wie folgt aus:

Gesamtentwicklung:

Im Kreis Offenbach wurden für das Jahr 2018 insgesamt 16.016 Straftaten registriert. Das waren 507 Straftaten (+3,3 Prozent) mehr als im Rekordjahr 2017, aber noch immer der zweittiefste Wert seit Bestehen des Polizeipräsidiums Südosthessen im Jahr 2001. Insbesondere einfache Diebstahlsdelikte (+259 Fälle) und Sachbeschädigungen (+323 Fälle) trugen zum Anstieg bei.

Die Aufklärungsquote sank um 0,5 Prozentpunkte auf 59,7 Prozent - auch diese Marke steht für die zweitbeste Aufklärungsquote.

Die Häufigkeitszahl liegt mit 4.554 (Vorjahr: 4.431) ebenfalls auf dem zweitniedrigsten Wert.

Straßenkriminalität seit 2001 annähernd halbiert

Die Straßenkriminalität ist im Vergleich zum Vorjahr (4.163 Delikte) um 40 Delikte (+1,0 Prozent) auf nunmehr 4.203 Straftaten gestiegen, konnte aber seit 2001 (7.676 Delikte) quasi halbiert werden, während sich die Aufklärungsquote seit 2001 (8,9 Prozent) weit mehr als verdreifacht hat (2018: 33,3 Prozent - Vorjahr: 26,5).

In die Kategorie Straßenkriminalität fällt eine Vielzahl von Delikten, die im öffentlichen Raum begangen werden. Ein Rückgang um 1,8 Prozent (1 Fall weniger) wurde beim Straßenraub registriert, der 2018 mit 54 Delikten zu Buche schlug. Straßendiebstähle sanken um 281 Fälle (-9,9 Prozent) auf aktuell 2.551 Taten.

Den größten Zuwachs (+30,7 Prozent) gab es bei Sachbeschädigungen auf 1.157 Fälle und bei sonstigen Sachbeschädigungen auf Straßen (+18,8 Prozent) auf nunmehr 215 Fälle.

Wohnungseinbruchdiebstähle (WED) auf niedrigsten Wert gesunken

Die Wohnungseinbrüche nahmen im Jahr 2018 um 24 Fälle (-4,9 Prozent) ab und sind mit nun 461 Delikten auf den tiefsten Stand seit 2001 gesunken. Seinerzeit waren es noch 1.748 Einbrüche und damit fast viermal so viel.

In 209 Fällen scheiterten die Einbrecher, die Taten blieben im Versuchsstadium und wurden nicht vollendet; der Versuchsanteil liegt somit bei 45,3 Prozent.

Die Aufklärungsquote sank allerdings deutlich und liegt nun bei 12,1 Prozent (im Vorjahr waren es noch hohe 30,1 Prozent).

Diebstahl allgemein gesunken

Der Diebstahl insgesamt war binnen Jahresfrist rückläufig; mit 5.809 Delikten wurden 99 weniger registriert (-1,7 Prozent) als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote stieg auf 35,8 Prozent (+2,1 Prozentpunkte).

Während der einfache Diebstahl spürbar um 259 (+10,8 Prozent) auf 2.666 Delikte anstieg (bei einer Aufklärungsquote von 37,3 Prozent), nahm der schwere Diebstahl ähnlich deutlich um 358 (-10,2 Prozent) auf nunmehr 3.143 Delikte ab (Aufklärungsquote 34,5 Prozent). Löwenanteil beim einfachen Diebstahl bilden die Ladendiebstähle mit 657 Fällen (+86 Fälle -29,3 Prozent), von Fahrrädern mit 927 Delikten (-15 Fälle; -1,6 Prozent) und die bereits zuvor beschriebenen Wohnungseinbruchsdiebstähle.

Raub und räuberische Erpressung seit 2001 mehr als halbiert

Raub und räuberische Erpressung schlugen 2018 im Kreis Offenbach mit 121 Fällen zu Buche. Das sind zwar 13 Delikte (+12,0 Prozent) mehr (darunter eine Serie mit 5 Raubüberfällen zum Nachteil von Getränkemärkten) als im Vorjahr (108 Fälle), bedeutet aber fast eine Halbierung seit 2001 (222 Fälle). Die Aufklärungsquote sank auf 62,8 Prozent (2017: 70,4 Prozent).

Rauschgiftkriminalität durch hohe Kontrolldichte gestiegen

Mit 1.503 Rauschgiftdelikten wurden 55 Fälle (+3,8 Prozent) mehr als im Jahr 2017

registriert. Die Aufklärungsquote lag bei 89,3 Prozent (Vorjahr: 93,1). Der Zuwachs der Delikte ist auf die weiterhin hohe Kontrolltätigkeit der Polizei zurückzuführen.

Körperverletzung angestiegen

Die Anzahl von Körperverletzungen stieg um 89 Fälle (7,1 Prozent) auf 1.334 Straftaten. Hiervon konnten 93,9 Prozent aufgeklärt werden (Vorjahr: 94,5 Prozent). Bei annähernd zwei Drittel der Delikte (886; Vorjahr: 864 [+22 Fälle; +2,5 Prozent]) handelt es sich um Fälle leichter Körperverletzung (AQ: 95,4 Prozent; Vorjahr: 95,3 Prozent). Die Zahl der gefährlichen Körperverletzungsdelikte auf Straßen, Wegen und Plätzen stieg um 26 Fälle (+18,2 Prozent) auf 169 Delikte; die Aufklärung beträgt 85,8 Prozent (Vorjahr: 83,9).

Internetkriminalität zurückgedrängt

Die Internetkriminalität konnte zurückgedrängt werden: Wurden im Jahr 2017 noch 857 Delikte registriert, so waren es im aktuellen Betrachtungszeitraum 753. Dies steht für ein Minus von 104 Fällen (-12,1 Prozent) binnen Jahresfrist. Die Aufklärungsquote sank auf 86,1 Prozent. Bei rund 69 Prozent der Internetkriminalität handelt es sich um Vermögensdelikte (Betrug).


Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung minimal gestiegen

Insgesamt 176 Taten wurden im Jahr 2018 im Kreis Offenbach registriert. Das sind 2 Delikte mehr (+1,1 Prozent) als im Vorjahr. 28 Fälle wurden unter dem Tatbestand Sexuelle Belästigung registriert (Vorjahr 25), den es erst seit 2017 gibt.

Jugendkriminalität um 11,4 Prozent gesunken

Registrierte Straftaten, die durch tatverdächtige Jugendliche (unter 21 Jahren) begangen wurden, haben im Kreis Offenbach deutlich abgenommen. Binnen Jahresfrist sanken sie von 2.028 Delikten auf 1.796 Straftaten. Das sind 232 Delikte (-11,4 Prozent) weniger.

Übergriffe auf Polizisten sind stark angestiegen

Die Zahl der Übergriffe auf Polizistinnen und Polizisten stieg im Jahr 2018 stark an. Mit 179 Übergriffen wurden 39 (+27,9 Prozent) mehr registriert als im Jahr 2017 (140 Delikte).

Allgemeinkriminalität bei Zuwanderern ist leicht angestiegen

Im Kontext der Zuwanderung - dabei handelt es sich um Straftaten, bei denen mindestens ein Zuwanderer als Tatverdächtiger ermittelt wurde - wurden 540 aufgeklärte Straftaten erfasst (2017: 500). Dies steht für eine Zunahme von 40 Fällen (+8,0 Prozent). Die Anzahl der Straftaten ohne aufenthaltsrechtliche Verstöße, bei denen ein Zuwanderer als Tatverdächtiger ermittelt wurde, lag im Jahr 2018 mit 334 Fällen lediglich um 1,2 Prozent höher als noch im Vorjahr (330 Fälle).

 

 

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