Pandemie sorgt für volle Mülleimer und tonnenweise zusätzlichen Sperrmüll


In der Corona Krise wird ausgemistet und renoviert sowie an öffentlichen Plätzen „to go“ verzehrt. Die Folgen sind Müllberge im öffentlichen Raum und tonnenweise mehr Sperrmüll.
Ein Blick in und neben die öffentlichen Abfalleimer reicht, um an Einwegbechern und Behältnissen mit Essensresten abzulesen, dass die gastronomische Welt sich auf den Straßenverkauf beschränken muss. Die Stadt Seligenstadt hat reagiert und im Stadtgebiet die Mülleimer sukzessive gegen größere Behälter ausgetauscht. In anderen stark frequentierten Bereichen, wie Spielplätze in allen Stadtteilen und Grünzug Silzenfeld, wird dies ebenfalls noch geschehen. Außerdem hat die Stadtverwaltung den Auftrag vergeben, die rund 60 Abfalleimer im Altstadtbereich sonntags vormittags zu leeren (Steinheimer Straße, Mainuferweg, Parkdecks, Stadtgraben, Marktplatz, Löffeltrinkerplatz, Freihofplatz, Roter Brunnen). An vielen Treffpunkten wie im Grünzug Silzenfeld und am Platz der Freundschaft in Seligenstadt Nord sind die Leerungsintervalle ebenfalls erhöht worden.

„Dieser Service kostet im Jahr zusätzlich zwischen 4.000 bis 5.000 Euro“, macht Erster Stadtrat Michael Gerheim aufmerksam.

Zusätzlich wurden vom Seligenstädter Bauhof im Stadtgebiet 24 mobile Drahtgitterkörbe aufgestellt, die von montags bis freitags täglich geleert werden und auch in die Wochenendleerung einbezogen sind. Bauhofleiter Ott schätzt, dass in Zeiten von Corona circa 30 bis 40 Prozent mehr Müll aus dem öffentlichen Raum von ihm kostenpflichtig entsorgt werden muss.

„Hinzu kommt, dass in jüngster Zeit vermehrt Fahrzeuge mit Hanauer und Aschaffenburger Kennzeichen beobachtet wurden, die in Seligenstadt im großen Stil Müllsäcke in öffentlichen Abfallbehälter entsorgen. Wir sind hier um jeden Hinweis dankbar, um mit Bußgeldern tätig werden zu können“, so Stadtrat Gerheim.

Da aus Kostengründen nicht an jeder Bank ein Mülleimer stehen kann, gar, wenn wie am Mainufer oder auf der Bleiche Parkbank an Parkbank steht, hat die Stadt teilweise Schilder angebracht mit der Bitte, den Müll im nächst gelegenem Abfalleimer bzw. zu Hause zu entsorgen.

Die Stadt Seligenstadt hatte im Corona Jahr 2020 rund 300 Sperrmüllabfuhren mehr als in den Jahren davor zu verzeichnen, rund 1800 anstatt der üblichen rund 1500 Abfuhren. Das bedeutet auf der Kostenseite etwa 80 Gewichtstonnen mehr Sperrmüll als üblich. Der Beginn in 2021 lässt bei jetzt schon 233 Abfuhren einen ähnlichen Verlauf wie in 2020 vermuten.