Städtischer Empfang zu Ehren der Einhardpreisträgerin 2019/ Eintrag ins Goldene Buch


Am Vormittag des 16. März, noch vor der offiziellen Verleihung des Einhard-Preises  durch die Einhard-Stiftung zu Seligenstadt an die französische Historikerin Emmanuelle Loyer, fand im Seligenstädter Rathaus ein Empfang zu Ehren der Preisträgerin statt. Im Zuge der Veranstaltung trug sich Madame Loyer in das Goldene Buch der Stadt Seligenstadt ein.

Bürgermeister Dr. Daniell Bastian freute sich, mit Madame Loyer eine weitere „legitime Nachfolgerin Einhards als eine Art Urheber des Genres Biografie“ zu Gast zu haben. Er hob hervor, dass eine Biografie immer etwas Verheißungsvolles sei. Sie kündige per se an, dass es Viel über das Leben und Wirken eines Menschen zu erzählen gibt. Eine Biografie lade ein, in die Welt dieses porträtierten Menschen einzutreten und sich sehr genau umzuschauen. Im Falle von Lévi-Strauss ist es ein Blick auf ein Jahrhundert Lebenszeit. Viele Jahre davon hat er als begeisterter Ethnologe gewirkt und geforscht, seine zu Papier gebrachten Eindrücke und Einschätzungen zur Struktur von Familien und den Mythen der Menschheit sind nachhaltig. Sie haben ihren festen Platz in der wissenschaftlichen Betrachtung und sind wichtige Nachschlagewerke und Diskussionsgrundlagen für Völkerkundler. 

„Unsere sehr geehrte Einhard-Preisträgerin Emanuelle Loyer hat durch ihre Biografie die Spuren, die Claude Lévi-Strauss hinterlassen hat, weiter vertieft. Sie reiht sich damit hervorragend ein, in das Erreichte Ihre Vorgängerinnen und Vorgänger, nämlich mit ihrer Biografie ein gewichtiges Werk geschaffen zu haben“, 

würdigte der Rathauschef.  

Damit sich die Preisträgerin noch ein bisschen auf Einhards Spuren begeben kann, bekam sie aus den Händen des Bürgermeisters einen Bildband über die Einhardstadt geschenkt.

Emmanuelle Loyer, die mit ihrer Familie angereist war, bedankte sich herzlich und hielt eine Rede in deutscher Sprache. In ihrer Jugend hatte sie eine kurze Zeit in Erlangen verbracht und zeigte sich nachhaltig von Deutschland, besonders vom reichen Schatz an Literatur, begeistert. Sie würde nach ihrer Rückkehr nach Paris „den Ruhm Seligenstadts in Frankreich verbreiten“.

Das Bläserquintett „Die Seligen“ der Seligenstädter Stadtkapelle sorgte für eine würdige musikalische Untermalung des Empfangs und hatte zu Ehren der Preisträgerin ein französisches Lied des Komponisten Charles Gounods einstudiert.

Madame Loyer wurde neben dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt auch die Ehre des Willkommtrunkes zuteil. Die Löffelgruppe der Ordensbruderschaft zum Steyffen Löffel zog ein und ließ die Preisträgerin aus dem historischen Löffel trinken und sich ins Löffelbuch eintragen.

Madame Loyer beim Löffeltrunk
Madame Loyer beim traditionellen Löffeltrunk


Anlassgemäß orientierte sich der kleinen Imbiss an der Welt Einhards. Andreas Neubauer hatte sich klösterliche Köstlichkeiten ausgedacht, orientiert an Zutaten dieser Zeit und mit festem Blick auf die Erzeugnisse, die das Klostergelände hervorbringen konnte.

Eigens zur Einhardpreisverleihung gibt es in der Seligenstädter Stadtbücherei die Sonderausstellung „Preisträger des Einhard-Preises“.

Der Einhardpreis wird alle zwei Jahre verliehene und ist mit 10.000 Euro dotiert. Die  Auszeichnung ist benannt nach dem Berater und Biographen Kaiser Karls des Großen, Einhard (* um 770, † 840), der in Seligenstadt lebte und dort ein Kloster gründete.

 

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