Resümee des Rosenmontags


Es war nicht einfach für den Heimatbundvorsitzenden Richard Biegel, als er um zirka 11.30 Uhr endgültig die Entscheidung treffen musste, den Rosenmontagszug in Seligenstadt abzusagen. Vorausgegangen waren mehrere Telefonate mit dem Deutschen Wetterdienst, der letztlich seine Wetterprognose für den Nachmittag nochmals bestätigte und Sturmböen von acht bis neun Beaufort, im Zusammenhang mit Regenschauern bis zehn Beaufort, vorhersagte. Die weitere Entwicklung des Wetters mit Hagel- und Regenschauern, verbunden mit starken Windböen bestätigten diese Prognosen im Laufe des Nachmittags. Verantwortliche von Heimatbund, Polizei, Feuerwehr, Stadt und Kreis waren sich daraufhin einig, dass aus Sicherheitsgründen der Rosenmontagszug abgesagt werden muss.

Bereits im Vorfeld lösten starke Sturmböen mehrere Feuerwehreinsätze aus, bei denen Bäume beseitigt werden mussten, Dachziegel auf Gehwege gefallen waren und Schilder umgeweht wurden, berichtet Erster Stadtrat Michael Gerheim. Nicht nur in Seligenstadt, sondern im gesamten Kreisgebiet war eine Vielzahl von Feuerwehreinsätzen erforderlich, die durch Sturmschäden verursacht waren.

„Mit der Absage der Veranstaltung war der Tag für die stark aufgestellten Einsatzkräfte nicht beendet“, so der Erste Stadtrat. Viele Menschen (5.000 bis 7.000) haben sich trotzdem in der Altstadt, insbesondere auf dem Marktplatz, eingefunden und ausgiebig gefeiert. Die Sicherheitsvorkehrungen samt Glasverbot und Durchfahrtsverbot wurden daher allesamt bis 18.00 Uhr aufrechterhalten. Auch die Ortsdurchfahrt blieb den gesamten Nachmittag hindurch noch gesperrt, da sich viele Menschen zu Fuß auf den Fahrbahnen bewegten.

Insgesamt gewährleisteten am Rosenmontag rund 500 Einsatzkräfte aus Polizei, Feuerwehr, THW, DLRG und DRK, Heimatbund-Security und Stadt die Sicherheit in der Stadt.

Wie Polizeichef Josef Michael Rösch berichtete, kontrollierten die Beamten 154 Personen und führten 136 Jugendschutzkontrollen durch. 22 Platzverweise mussten ausgesprochen werden. Es kam zu elf vorläufigen Festnahmen wegen Körperverletzung, Diebstahl und mehreren Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. 14 Strafanzeigen wurden bislang erstattet. Es erfolgten 20 Sicherstellungen, sieben Anscheinswaffen wurden eingezogen. Die Polizei verwarnte zudem elf „Wildpinkler“ gebührenpflichtig.

Ein Kind, das seine Großeltern verloren hatte, wurde im Feuerwehrhaus betreut und konnte nach kurzer Zeit in deren Obhut zurückgegeben werden.

In der Zentralambulanz im Riesen blieb es weitgehend ruhig. 12 Behandlungen mussten dort erfolgen. Drei Jugendliche und zwei Personen über 18 Jahren wurden wegen Alkoholintox eingeliefert. Vier Personen mussten chirurgisch versorgt werden und drei sonstige medizinische Hilfeleistungen waren erforderlich. Mit Schließung der Zentralambulanz um 18.00 Uhr wurden drei Personen in die Asklepios-Klinik verlegt, ein renitenter Mann aus Hanau verbrachte die Nacht in der Ausnüchterungszelle des Polizeigewahrsams.

Heimatbund-Vorsitzender Richard Biegel und Erster Stadtrat Michael Gerheim bedanken sich bei allen ehrenamtlichen und auch hauptamtlichen Helferinnen und Helfern und loben deren Einsatz sowie die professionelle und reibungslose Zusammenarbeit aller Beteiligten.

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