Amt für Soziale Infrastruktur/Jahresrückblick 2018


Das Amt für Soziale Infrastruktur umfasst folgende Aufgabenbereiche: ÖPNV, Kinder- und Jugendbüro, Integrationsbüro, Vermittlungsstelle für Sozialwohnungen und Antragsannahme für Wohngeld, Nachbarschaftshaus und Stadtteilarbeit. Die Büros der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befinden sich im Nachbarschaftshaus Seligenstadt-Nord, Am Hasenpfad 31.

Nachbarschaftshaus Seligenstadt-Nord

Seit acht Jahren gibt es nun das Nachbarschaftshaus Seligenstadt-Nord und es hat sich als interkulturelles und generationenübergreifendes Kultur-, Bildungs- und Begegnungszentrum im Stadtgebiet Seligenstadt-Nord und für die Menschen, die dort leben, etabliert.

Neben den vielfältigen Angeboten durch das Amt für soziale Infrastruktur lebt das Haus auch sehr stark vom Engagement der Bürgerinnen und Bürger. So gab es regelmäßige Freizeitangebote (wie z.B. das internationale Frauenfrühstück des internationalen Nachbarschaftsvereins oder das selbstverwaltete Bürgerfrühstück für ältere Menschen). Ein besonderes Highlight ist in jedem Jahr das bunte Stadtteilfest für Jung und Alt auf dem Außengelände des Nachbarschaftshauses mit mehr als 300 Besuchern, das ohne dieses ehrenamtliche Engagement so nicht möglich wäre.

Das Haus ist aber auch eine wichtige Anlaufstelle für Menschen aus dem Stadtteil und darüber hinaus. Das Stadtteilbüro hat stets ein offenes Ohr für die Fragen der Menschen und hilft weiter, wo dies möglich ist. Es gibt regelmäßige Beratungsangebote (wie z.B. die Migrationsberatung des Vereines Interkulturelle Bildung und Beratung e.V. und Sprechzeiten des Sozialpsychiatrischen Dienstes des Kreises Offenbach), Hausaufgabenhilfe für Schülerinnen und Schüler sowie Treffmöglichkeiten für Jung und Alt.

An den Wochenenden kann der Versammlungsraum von Bürgerinnen und Bürgern, die im Einzugsgebiet des Hauses wohnen, auch für private Feierlichkeiten angemietet werden. Im vergangenen Jahr wurde dieses Angebot 23 Mal genutzt.

Kinder- und Jugendbüro

Das Kinder- und Jugendbüro hat die Aufgabe, sich um die Belange von Kindern und Jugendlichen in unserer Stadt zu kümmern, Angebote für Kinder und Jugendliche zu machen bzw. zu koordinieren, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sicher zu stellen und vor allem Ansprechpartner sowohl für Jugendliche, als auch für Eltern zu sein. Die meisten Angebote finden im Nachbarschaftshaus statt.

Einige Schwerpunkte der Arbeit aus dem vergangenen Jahr:

·         In unserer Gesellschaft ist - durch viele Forschungsberichte belegt - zu beobachten, dass der Grad der Bildung bzw. die Qualität des Schulabschlusses von Kindern und Jugendlichen in direktem Zusammenhang mit der sozialen Stellung der Herkunftsfamilie steht. Eine ganze Reihe von Eltern sind damit überfordert, ihre Kinder materiell und intellektuell während deren Schulzeit angemessen zu unterstützen. Um aber als erwachsener Mensch einen guten Beruf ausüben zu können, der zur Sicherung des Lebensunterhaltes ausreicht und die volle Teilhabe an unserer Gesellschaft sichert, ist es wichtig, einen Schulabschluss, besser noch einen möglichst guten Schulabschluss zu erreichen.

o   Projekt „Chance für einen besseren Schulabschluss“

Dreimal wöchentlich (montags, mittwochs, donnerstags) haben Jugendliche ab der 5. Klasse aller Schulzweige in der Zeit von 14:00 bis 15:30 Uhr und von 15:30 bis 17:00 Uhr im Nachbarschaftshaus die Möglichkeit, ihre Hausaufgaben in einem betreuten Rahmen und mit Unterstützung zu erledigen. Ferner können sie für Klausuren lernen, Referate und Vorträge ausarbeiten und sich mit Unterstützung vorbereiten. Betreut werden die Jugendlichen von einem altersgemischten sechsköpfigen Team unter der fachlichen Leitung einer städtischen Jugendreferentin.

Neben der „reinen“ Hausaufgabenhilfe ist der regelmäßige Kontakt zu den Eltern und zur Schule wichtig. Daher sind Elternabende sowie Einzelgespräche (Eltern, Lehrer, Schüler) weitere wichtige Bausteine des Projektes, ebenso wie regelmäßige Fort- und Weiterbildungen für das Betreuerteam.

Im Jahr 2018 waren für das Projekt 40 Schülerinnen und Schüler angemeldet, davon 12 Schülerinnen und Schüler aus den sogenannten DAZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache).

o   Durchstarten in den Job – Berufswegebegleitung

Der Fokus der Arbeit liegt vor allem in einer „vertieften Berufsorientierung" mit einer individuellen Berufswegeplanung zum Ziel der beruflichen Eingliederung und der Erweiterung des Berufswahlspektrums unter Berücksichtigung der Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.

Das Projekt ist direkt an der Merianschule angesiedelt. An vier Vormittagen ist eine pädagogische Mitarbeiterin des Kinder- und Jugendbüros in der Merianschule Ansprechpartnerin für Schülerinnen und Schüler der Vorabgangs- und Abgangsklassen aus Haupt- und Realschule.

Am Ende des vergangenen Schuljahres konnten von 55 betreuten Schülerinnen und Schüler der Haupt- und Realschule 44 % in eine Berufsausbildung vermittelt werden, 20 % gehen auf eine weiterführende Schule und weitere 36 % besuchen spezielle Berufsvorbereitungsmaßnahmen.

·         „Girls only“ – Mädchentreff

Einmal pro Woche (dienstags von 15:30 – 19:30 Uhr) treffen sich ca. 15 bis 20 Mädchen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren zur Mädchengruppe in der Jugendetage des Nachbarschaftshauses. Betreut wird die Gruppe von zwei Honorarmitarbeiterinnen. Im Mittelpunkt stehen Angebote der Freizeitgestaltung (kochen, reden, Musik hören, spielen usw.), aber auch die Auseinandersetzung mit mädchenspezifischen Themen.

·         „S(pi)eligenstadt“

Zum siebten Mal fanden im Frühjahr die Seligenstädter Spieletage „S(pi)eligenstadt“ als Gemeinschaftsprojekt des Kinder- und Jugendbüros der Stadt Seligenstadt, des Bundes der Deutschen katholischen Jugend Seligenstadt, der Katholischen Jugendzentrale Offenbach-Land, des Kinderclubs im evangelischen Gemeindezentrum und der Evangelischen Kirchengemeinde Seligenstadt und Mainhausen statt.

Jung und Alt waren von Donnerstag bis Sonntag eingeladen, bei einer Auswahl von 700 Spielen miteinander ins Spiel zu kommen. Mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher hatten eine Menge Spaß in den Räumen des evangelischen Gemeindezentrums und machten die Seligenstädter Spieletage zu einem unvergesslichen Großevent.

·         Ferienspiele

Unter dem Motto „Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt“ fanden in der Zeit vom 23.07. - 27.07.2018 und vom 30.07. - 03.08.2018 die Ferienspiele für Kinder im Alter von 6 - 12 Jahren auf dem Ferienspielegelände im städtischen Stadion statt.

Insgesamt ließen sich 200 Kinder (erste Woche 90; zweite Woche 110) den Ferienspaß nicht entgehen.

Für die Betreuung der Kinder wurden unter der Leitung des Kinder- und Jugendbüros in der ersten Woche 16 Betreuerinnen und Betreuer, sowie in der zweiten Woche 17 Betreuerinnen und Betreuer eingesetzt. Hinzu kam in jeder Woche noch eine Honorarkraft für den Organisationsbereich.

Bei herrlichem Sommerwetter kam nie Langeweile auf. Es wurde die ganze Woche über gespielt, gebastelt und vor allen Dingen mit Wasserspielen für Abkühlung gesorgt. Absolute Höhepunkte waren wieder die Zeltübernachtung sowie das Abschlussfest mit Eltern und Geschwisterkindern.

·         Jugendbeirat

Im Jahr 1999 wurde in Seligenstadt zum ersten Mal ein Jugendbeirat gewählt. Zuvor hatte sich eine große Gruppe von Jugendlichen zusammen mit dem städtischen Jugendreferenten intensiv mit den unterschiedlichsten Mitwirkungs- und Beteiligungsformen von Kindern und Jugendlichen beschäftigt und am Ende den Jugendbeirat als das Beteiligungsgremium für Seligenstadt konzipiert. Zwar hat der Jugendbeirat kein Stimmrecht in der Stadtverordnetenversammlung, aber gemäß der Hessischen Gemeindeordnung haben die Mitglieder Rede- und Vorschlagsrecht in den Ausschüssen. Zudem muss der Jugendbeirat als gewähltes Vertretungsgremium von Jugendlichen in allen Belangen, die Jugendliche betreffen, beteiligt und angehört werden. Dies ist in der Hauptsatzung der Stadt verankert.

Jedes Jahr zu Beginn des Schuljahres wird der Jugendbeirat für die neue, einjährige Amtsperiode gewählt. Mitmachen können pro Amtsperiode maximal 21 Jugendliche im Alter von 12 bis 20 Jahren. Aktuell gehören dem Jugendbeirat 19 Jugendliche an.

In der Zeit bis zur Wahl im September haben sich Mitglieder des Jugendbeirates und weitere interessierte junge Leute gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendbüro intensiv in mehreren Tagesseminaren damit beschäftigt, inwieweit das Konzept Jugendbeirat noch zeitgemäß ist und wo es angepasst werden muss. Aber auch damit, welche Maßnahmen getroffen werden können, um die Attraktivität an einer Mitarbeit im Jugendbeirat und das Interesse an der Wahl nachhaltig zu steigern.

·         Die Öffentlichkeitsarbeit wurde intensiviert und an die Lebenswelt von heutigen Jugendlichen angepasst (z.B. Nutzung der sozialen Medien in für Jugendliche ansprechender Form). Für das Gremium wurde ein neues, modernes Design entwickelt. Die Präsenz des Jugendbeirates bei Veranstaltungen in den Schulen bzw. in der Öffentlichkeit wurde erhöht und die Zusammenarbeit mit den Schülervertretungen und Schulleitungen verbessert. Die Mitglieder des Jugendbeirates nahmen zusätzlich zu den eigenen Sitzungen, Seminaren und Arbeitskreisen aktiv an den Sitzungen der politischen Fachausschüsse teil und brachten ihre Meinungen und Vorschläge ein. Außerdem standen verschiedene Aktionen auf dem Programm:

o   Es wurden in einer umfangreichen Fragebogenaktion in Zusammenarbeit mit den Schülervertretungen der Einhard- und Merianschule die aktuellen Bedarfe und Anliegen der Jugendlichen in Seligenstadt erfragt.

o   Es wurde durch ein Basketballevent auf dem Seligenstädter Festplatz darauf aufmerksam gemacht, dass es immer noch keinen neuen Standort für den abgebauten öffentlichen Basketballkorb gibt.

 

All diese ehrenamtlichen und teilweise sehr zeitintensiven Bemühungen und Aktivitäten der Jugendbeiratsmitglieder haben dazu geführt, dass zum ersten Mahl die Wahl im Online-Verfahren durchgeführt wurde und sowohl die Beteiligung am Gremium (Steigerung von 9 auf jetzt 19 Mitglieder) selbst, als auch die Wahlbeteiligung deutlich gestiegen ist.

Aufgabe des Kinder- und Jugendbüros ist es, als Geschäftsstelle die Mitglieder des Jugendbeirates bei deren Aktivitäten zu unterstützten und zu beraten sowie Anregungen des Jugendbeirates für Veranstaltungen und Maßnahmen aufzunehmen und in die Planung der kommunalen Jugendarbeit mit aufzunehmen.

·         Unterstützung Kinderclub/Schulsozialarbeit

Die Stadt Seligenstadt arbeitet nicht nur mit dem Kinderclub (offener Kindertreff) im evangelischen Gemeindezentrum und der Schulsozialarbeit an der Merianschule (Träger Caritasverband) zusammen, sondern bezuschusst auch jeweils eine halbe Personalstelle.

·         Jugendförderungsrichtlinien

Im Rahmen der Jugendförderungsrichtlinien der Stadt Seligenstadt erhalten Vereine und Organisationen für Freizeitmaßnahmen im Rahmen ihrer Jugendarbeit Zuschüsse durch die Stadt. Im vergangenen Jahr wurden 26 Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von rund 20.500 € gefördert.

Integrationsbüro

Aufgabe des Integrationsbüros ist, anerkannte Flüchtlinge konkret sozialpädagogisch zu unterstützen und geeignete Projekte und Maßnahmen zu entwickeln, zu organisieren oder zu fördern, damit die Integration von Flüchtlingen und Zuwanderern gleichermaßen gelingen kann.

Dabei ist die enge Zusammenarbeit und Vernetzung mit allen relevanten Institutionen, Behörden, Vereinen, Organisationen und Gruppen, wie z.B. dem Kreis Offenbach, dem Caritasverband, dem ehrenamtlichen Helferkreis (AK Willkommen), dem internationalen Nachbarschaftsverein, den Schulen und außerschulischen Bildungsträgern, den Kirchen und Moscheen, den Unternehmern und Vereinen etc. unabdingbar.

Zwei hauptamtliche Mitarbeiterinnen teilen sich eine Vollzeitstelle im Integrationsbüro. Ein wichtiger Schwerpunkt ihrer Arbeit war die Beratung und Unterstützung von Migrantinnen und Migranten, die in Seligenstadt wohnen. An drei Tagen (dienstags 14:00 – 16:00 Uhr, mittwochs von 10:00 – 12:00 Uhr, sowie donnerstags von 15:00 – 17:00 Uhr) fanden im Nachbarschaftshaus Sprechstunden statt, zu denen man auch ohne vorherige Terminabsprachen kommen konnte. In besonderen Fällen arbeiteten die Mitarbeiterinnen auch aufsuchend. Wichtig war und ist dabei die kommunikative und fachliche Zusammenarbeit mit allen am Integrationsprozess beteiligten Behörden, Institutionen und Gruppen.

Darüber hinaus war das Integrationsbüro im vergangenen Jahr (teilweise federführend) an der Organisation und Durchführung verschiedener Veranstaltungen beteiligt. So wurden z.B. mehrere Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen für Flüchtlinge und/oder Multiplikatoren angeboten sowie das internationale Stadtteilfest federführend organisiert.

Der „Culcha Club“ ist ein durch pädagogisches Fachpersonal betreutes offenes Treffangebot für alle Menschen (nicht-deutscher und deutscher Herkunft). Er findet wöchentlich donnerstags von 17:00 – 20:00 Uhr im Nachbarschaftshaus statt. Einfach kommen, sich mit anderen Menschen treffen, die neu erworbene Sprache üben und vertiefen, gemeinsam Freizeit gestalten, über alltägliche Themen und Erlebnisse diskutieren oder auch sich Rat holen – das ist die Idee, die hinter dem Treffangebot steckt.

Vermittlungsstelle Sozialwohnungen

Bürgerinnen und Bürger aus Seligenstadt, die aufgrund ihrer persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse für öffentlich geförderte Wohnungen wohnberechtigt sind und demzufolge Anspruch auf eine Wohnberechtigungsbescheinigung haben, können sich als Wohnungssuchende für eine öffentlich geförderte Wohnung (Sozialwohnung / Seniorenwohnung) bewerben und vormerken lassen.

Die entsprechende Wohnungsvermittlungsstelle findet sich im Nachbarschaftshaus mit Sprechzeiten dienstags und donnerstags von 09:30 Uhr bis 14:00 Uhr sowie nachmittags nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung.

Sozialwohnungen sind öffentlich geförderte Wohnungen, die ein Vermieter im Gegensatz zu frei finanzierten Wohnungen nur an einen bestimmten Personenkreis vermieten darf, deren Einkommen eine gesetzlich festgelegte Grenze nicht überschreitet.

Im Jahr 2018 wurden lediglich zehn Sozialwohnungen als frei gemeldet. Demgegenüber stand die Zahl von ca. 180 Wohnungssuchenden, für die leider noch kein Wohnungsangebot gemacht werden konnte.

Ebenso konnten bei der Wohnungsvermittlungsstelle auch Anträge auf Wohngeld bzw. auf Lastenzuschuss (Wohngeld für Hauseigentümer) zur Weiterleitung an die Kreisverwaltung in Dietzenbach abgeben werden. Die Bearbeitung der Anträge, die Wohngeldberechnung sowie die Bescheiderteilung finden dann in der Wohngeldstelle des Kreises in Dietzenbach statt.

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