Klostergarten im Frühling mit blühenden Tulpen
Seligenstadt am Main ist einen Besuch wert!
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Seligenstadt ist eine historische Stadt mit einem vitalen, modernen Stadtwesen und besonderem Flair. Bei einem Streifzug durch die Altstadtgassen und über den Markt- und Freihofplatz fallen Ihre Blicke auf wunderschöne Fachwerkhäuser und idyllische Plätze. Sie entdecken überall von ihren Bewohnern oder Gastronomen liebevoll dekorierte Häuser mit üppigem Blumenschmuck. Alles zeigt, wie wohl sich die Seligenstädter hier fühlen und wie willkommen ihnen Gäste sind.

Die Altstadtbewohner hegen und pflegen ihre Fachwerkhäuser, die sich zumeist seit Generationen im Familienbesitz befinden. Verlässliche Unterstützung in der Erhaltung und Restaurierung bekommen sie von der Stadt Seligenstadt, der die Altstadtsanierung seit Jahrzehnten eine hohes Anliegen ist. Sachverstand gepaart mit Leidenschaft sind hier Ursprung und Erfolgsrezept. Den Augen der Besucher bietet sich daher ein beachtlicher Reichtum an Fachwerk.

Professor Manfred Gerner, ein weltweit anerkannter Fachwerk-Experte, hat das Seligenstädter Fachwerk in einem 130-Seiten starken Buch gewürdigt („Seligenstädter Fachwerk“, 29.90 €).

Klostergarten Seligenstadt im Sommer mit Blühpflanzen

Ein weiterer Spaziergang empfiehlt sich auf das Klostergelände der ehemaligen Benediktinerabtei inmitten der Altstadt zu unternehmen. Am Rande des holprigen Pflasters befindet sich ein barrierefreier Weg, sodass auch für Rollstuhlfahrer oder Benutzer von Rollatoren das Gelände gut zugänglich ist. Die ehemalige Benediktiner-Abtei mit Konventgarten wurde von Einhard, Biograph Karls des Großen, zwischen 830 und 840 erbaut. Die mittelalterliche Klosteranlage erfuhr im 18. Jahrhundert eine bauliche Barockisierung. Der rekonstruierte rund 8000 Quadratmeter große Konventgarten mit seinen Nutz- und Zierpflanzen, dem Apotheker- und Kräutergarten sowie der Orangerie wurde mehrfach in namhaften Gartenzeitschriften porträtiert.

Ebenfalls entstand hier das wunderschön illustrierte  kulinarische Lesebuch „Man rühre es drei Ave Maria lang“, 29.90 €. Es nimmt die Leser mit auf einen Spaziergang durch das ehemalige Benediktiner-Kloster Seligenstadt. Leckere Rezepte, Appetit machende Fotografien der Brüder Neubauer und spannende Reportagen der Klosterführerin Uschi Lüft geleiten durch die einstige Klosterwelt Seligenstadts.

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Von Anfang Mai bis Anfang September ist sonntags die Klostermühle (1574) auf dem Gelände der ehemaligen Benediktinerabtei in der Zeit von 13:30 bis 17:00 Uhr in Betrieb. Donnerstagsvormittag wird dort das berühmte Klosterbrot nach alter Rezeptur gebacken und verkauft.

Einhard spielt für Seligenstadt eine große Rolle und die Einwohner verstehen ihn als Mitbürger durch die Zeit. Daher nennen viele Seligenstädter ihre Stadt auch liebevoll „Einhardstadt“. Seligenstadt wurde am 11. Januar 815 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als Einhard diese Ortschaft als Geschenk für seine Verdienste am Hofe Karls des Großen erhielt. Um 830 begann er mit dem Bau der nach ihm benannten Basilika, die bis heute das Wahrzeichen der Stadt ist.

Einhard war einer der berühmtesten Gelehrten seiner Zeit, der aufgrund seines universellen Wissens der geschätzte Ratgeber Karls des Großen war, später auch sein Biograph. Aus dem Kloster, das er mit der Überführung der Reliquien der römischen Märtyrer Petrus und Marzellinus begründete, entstand einst das hiesige Stadtwesen. Sein Leben und Wirken ist untrennbar mit Seligenstadt am Main verbunden. Hier schrieb er wohl die Biographie Karls des Großen, die Vita Karoli Magni (Einhard: Vita Karoli Magni/ Das Leben Karls des Großen, lateinisch/ deutsch, 3,80 Euro, Reclam). Sie gilt als Meilenstein der biographischen Literatur. Alle zwei Jahre wird daher der mit 10.000 Euro dotierte Einhardpreis für herausragende Biografien über Persönlichkeiten von der Einhard-Stiftung zu Seligenstadt verliehen.

Zu der für Seligenstadt sehr bedeutsamen Überführung der Reliquien Petrus und Marzellinus, die sich bis heute in der Basilika befinden, gibt es seit dem Seligenstädter Jubiläumsjahr in 2015 eine zeitgenössische Übersetzung, herausgebracht von der „Einhard-Gesellschaft e. V.: „Einhard – Translation und Wunder der heiligen Marcellinus und Petrus“ (19.50 € Festeinband, 16.50 € weicher Einband).

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Neben ihrer interessanten und weitreichenden Geschichte zeichnet sich Seligenstadt auch durch gut sortierte Einzelhandelsgeschäfte, zahlreiche gastronomische Angebote, fünf Eisdielen im Stadtgebiet und herrliche Plätze aus. Das Verweilen auf einer der Parkbänke im Konventgarten mit einer Eistüte in der Hand kommt einem Kurzurlaub gleich. Das Mainufer bietet ebenfalls Gelegenheit zum Erholen, hier verbindet eine Mainfähre das hessische mit dem bayrischen Ufer.

Einen guten und informationsreichen Einblick gewährt Horst Wolters in seinem Buch „Seligenstadt - Ein Stadtführer“ (14.90 Euro). Auf rund 250 Seiten – illustriert mit gut 800 Bildern – ist zu erfahren, wie schön Seligenstadt ist, wie lebendig, wie vielfältig und wie liebenswert.


Die Tourist-Info der Stadt bietet zahlreiche Stadtführungen in unterschiedlichen Längen und mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen hat verschiedene Kloster- und Museumsführungen im Programm. 

Bevor Sie uns besuchen, können Sie sich unser liebenswertes Städtchen schon einmal virtuell hier ansehen.


Die Sage um Seligenstadt

Geschichte

ca. 100 n. Chr.

Römerkastell am nassen Limes

815

Schenkung des fränkischen Königsgutes Mulinheim an Einhard, den Biografen Kaiser Karls des Großen 

828 

Überführung der Reliquien der Märtyrer Marcellinus und Petrus;
aus Ober-Mühlheim wird Seligenstadt 

um 830 

Bau der Einhardbasilika 

1045

Verleihung der Münz-, Markt- und Zollrechte durch Kaiser Heinrich III. an die Abtei

1175

Verleihung der Stadtrechte durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa an das ehem. Klosterdorf; die Seligenstädter erhalten Bürgerrecht

1187 

Bau des Romanischen Steinhauses als Vogtei

1188 

Hoftag des Kaisers Friedrich I. Barbarossa

1309

Übernahme der freien Stadt durch das Erzbistum Mainz

1435

Geburt des Malers Hans Memling

1463

Erweiterung der Stadtbefestigung mit 4 Tortürmen und 6 Bollwerkstürmen

1525

Beteiligung am Bauernaufstand

1603 

Bau des Steinheimer Torturms 

1631 

Besetzung durch Gustav Adolf von Schweden während des 30jährigen Krieges 

1725

900-Jahr-Feier der Benediktinerabtei 

1803

Säkularisation, Seligenstadt wird hessisch 

1859 

Erster Fastnachtszug 

1977 

Eingemeindung der Ortsteile Froschhausen und Klein-Welzheim

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