Amt für Soziale Infrastruktur/ Jahresrückblick 2017


Das Amt für Soziale Infrastruktur umfasst folgende Aufgabenbereiche: ÖPNV, Kinder- und Jugendbüro, Integrationsbüro, Vermittlungsstelle für Sozialwohnungen und Antragsannahme für Wohngeld, Nachbarschaftshaus und Stadtteilarbeit. Die Büros der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befinden sich im Nachbarschaftshaus Seligenstadt-Nord, Am Hasenpfad 31.

Das Nachbarschaftshaus ist ein interkulturelles und generationenübergreifendes Kultur-, Bildungs- und Begegnungszentrum im Stadtgebiet Seligenstadt-Nord. Das Miteinander der Nachbarschaften und der Dialog der Kulturen und Generationen soll mit dieser Einrichtung unterstützt werden. Vor allem lebt das Haus von den Angeboten und dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger.

Es gibt dort regelmäßige Beratungsangebote (wie z.B. die Migrationsberatung des Vereines Interkulturelle Bildung und Beratung e.V. und Sprechzeiten des Sozialpsychiatrischen Dienstes des Kreises Offenbach), regelmäßige Freizeitangebote (wie z.B. das internationale Frauenfrühstück des internationalen Nachbarschaftsvereins oder das selbstverwaltete Bürgerfrühstück für ältere Menschen) und regelmäßige Deutschkurse.

An den Wochenenden kann der Versammlungsraum von Bürgerinnen und Bürgern, die im Einzugsgebiet des Hauses wohnen, auch für private Feierlichkeiten angemietet werden. Im vergangenen Jahr wurde dieses Angebot 41-mal genutzt.

Das bunte Stadtteilfest für Jung und Alt auf dem Außengelände des Nachbarschaftshauses musste im Jahr 2017 leider wetterbedingt abgesagt werden. Dafür gab es im Dezember zum ersten Mal ein internationales Winterfest mit Glühwein, Lagerfeuer und internationalen Speisen.

Das Kinder- und Jugendbüro hat die Aufgabe, sich um die Belange von Kindern und Jugendlichen in unserer Stadt zu kümmern, Angebote für Kinder und Jugendliche zu machen bzw. zu koordinieren, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sicher zu stellen und vor allem Ansprechpartner sowohl für Jugendliche, als auch für Eltern zu sein. Die meisten Angebote finden im Nachbarschaftshaus statt.

Einige Schwerpunkte der Arbeit aus dem vergangenen Jahr:

In unserer Gesellschaft ist, durch viele Forschungsberichte belegt, zu beobachten, dass der Grad der Bildung bzw. die Qualität des Schulabschlusses von Kindern und Jugendlichen in direktem Zusammenhang mit der sozialen Stellung der Herkunftsfamilie steht. Eine ganze Reihe von Eltern sind damit überfordert, ihre Kinder materiell und intellektuell während deren Schulzeit angemessen zu unterstützen. Um aber als erwachsener Mensch einen guten Beruf ausüben zu können, der zur Sicherung des Lebensunterhaltes ausreicht und die volle Teilhabe an unserer Gesellschaft sichert, ist es wichtig, einen Schulabschluss, besser noch einen möglichst guten Schulabschluss zu erreichen.

o   Projekt „Chance für einen besseren Schulabschluss“

Dreimal wöchentlich (montags, mittwochs, donnerstags) haben Jugendliche ab der 5. Klasse aller Schulzweige in der Zeit von 14:00 bis 15:30 Uhr und von 15:30 bis 17:00 Uhr im Nachbarschaftshaus die Möglichkeit, ihre Hausaufgaben in einem betreuten Rahmen und mit Unterstützung zu erledigen. Ferner können sie für Klausuren lernen, Referate und Vorträge ausarbeiten und sich mit Unterstützung darauf vorbereiten. Betreut werden die Jugendlichen von einem altersgemischten Team, bestehend aus sieben Personen (vom Student bis Rentner ist alles dabei) unter der fachlichen Leitung einer städtischen Jugendreferentin.

Neben der „reinen“ Hausaufgabenhilfe ist der regelmäßige Kontakt zu den Eltern und zur Schule wichtig. Daher sind Elternabende, als auch Einzelgespräche (Eltern, Lehrer, Schüler) weitere wichtige Bausteine des Projektes, ebenso wie regelmäßige Fort- und Weiterbildungen für das Betreuerteam.

2017 waren für das Projekt 50 Schülerinnen und Schüler angemeldet, davon 18 Schülerinnen und Schüler aus den sog. DAZ (Deutsch als Zweitsprache) -Klassen.

o   Durchstarten in den Job – Berufswegebegleitung

Der Fokus der Arbeit liegt vor allen Dingen in einer „vertieften Berufsorientierung" mit einer individuellen Berufswegeplanung zum Ziel der beruflichen Eingliederung und der Erweiterung des Berufswahlspektrums unter Berücksichtigung der Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.

Das Projekt ist direkt an der Merianschule angesiedelt. D.h. an vier Vormittagen ist eine pädagogische Mitarbeiterin des Kinder- und Jugendbüros in der Merianschule Ansprechpartnerin für Schülerinnen und Schüler der Vorabgangs- und Abgangsklassen aus Haupt- und Realschule. Am Ende des vergangenen Schuljahres konnten von 57 betreuten Schülerinnen und Schüler der Haupt- und Realschule 54 % der Jugendlichen in eine Berufsausbildung vermittelt werden, 32 % gehen auf eine weiterführende Schule und die restlichen 14 % besuchen noch spezielle Berufsvorbereitungsmaßnahmen.

·         „Girls only“ – Mädchentreff

Einmal pro Woche (dienstags von 15:30 – 19:30 Uhr) treffen sich ca. 15 bis 20 Mädchen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren zur Mädchengruppe in der Jugendetage des Nachbarschaftshauses. Betreut wird die Gruppe von zwei Honorarmitarbeiterinnen. Im Mittelpunkt stehen Angebote der Freizeitgestaltung (kochen, reden, Musik hören, spielen usw.), aber auch die Auseinandersetzung mit mädchenspezifischen Themen.

·         „S(pi)eligenstadt“

Zum sechsten Mal fanden im Frühjahr 2017 die Seligenstädter Spieletage „S(pi)eligenstadt“ als Gemeinschaftsprojekt des Kinder- und Jugendbüros der Stadt Seligenstadt, des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend Seligenstadt, der Katholischen Jugendzentrale Offenbach-Land, des Kinderclubs im evangelischen Gemeindezentrum und der Evangelischen Kirchengemeinde Seligenstadt und Mainhausen statt.

Jung und Alt waren von Donnerstag bis Sonntag eingeladen, bei einer Auswahl von 700 Spielen miteinander ins Spiel zu kommen. Mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher hatten eine Menge Spaß in den Räumen des evangelischen Gemeindezentrums und machten die Seligenstädter Spieletage zu einem unvergesslichen Großevent.

·         Ferienspiele

In der Zeit vom 31. Juli bis 4. August 2017 und vom 7. August bis 11. August 2017 fanden in diesem Jahr die Ferienspiele für Kinder im Alter von 6 – 12 Jahren auf dem Ferienspielegelände im städtischen Stadion statt. Insgesamt nahmen 269 Kinder an den Ferienspielen teil. Für die Betreuung der Kinder wurden unter der Leitung des Kinder- und Jugendbüros in der ersten Woche 16 Betreuerinnen und Betreuer, sowie in der zweiten Woche 17 Betreuerinnen und Betreuer eingesetzt. Hinzu kam noch in jeder Woche eine Honorarkraft für den Organisationsbereich.

Unter dem Motto „Im Land der Phantasie“ wurde die ganze Woche über gespielt, gebastelt, aus Holz Buden und Stände gebaut oder auch verschiedene Kunststücke einstudiert und Lieder gesungen. Absolute Höhepunkte waren wieder die Zeltübernachtung mit Lagerfeuer und Nachtwanderung, sowie das Abschlussfest mit Eltern und Geschwisterkindern.

·         Jugendbeirat

In Seligenstadt ist seit mehr als 15 Jahren die aktive Mitwirkung und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Jugendbeirat gefragt und erwünscht. Zwar hat der Jugendbeirat kein Stimmrecht in der Stadtverordnetenversammlung, aber er hat Rede- und Vorschlagsrecht in den Ausschüssen. Zudem muss der Jugendbeirat als gewähltes Vertretungsgremium von Jugendlichen in allen Belangen, die Jugendliche betreffen, beteiligt und angehört werden. Das ist so in der Hauptsatzung der Stadt verankert. Mitmachen können Jugendliche im Alter von 12 bis 20 Jahren. Dem Jugendbeirat gehören derzeit neun Jugendliche an. Das Kinder- und Jugendbüro führt jedes Jahr die Wahl zum Jugendbeirat durch, führt die Geschäfte, bereitet die Sitzungen vor, berät die Mitglieder des Jugendbeirates und unterstützt sie bei Aktivitäten.

Neben der aktiven Teilnahme an den politischen Fachausschüssen, beteiligte sich der Jugendbeirat in Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendbüro und der Landeszentrale für politische Bildung auch an dem Projekt „Hessen in guter Verfassung“. Jugendliche beschäftigten sich einen Tag lang mit der Hessischen Verfassung und erarbeiteten eigene Vorschläge, die dann in den derzeit laufenden Reformprozess der Hessischen Verfassung mit eingeflossen sind.

Weiterhin wurde das Projekt „Respekt! – Kein Platz für Rassismus“ weitergeführt. Leider begegnen wir in unserem Alltag immer wieder Intoleranz, Missachtung, Geringschätzung. Mit dem Projekt „Respekt“ wollen die Jugendlichen diesem respektlosen Verhalten auf jeder Ebene entgegensteuern, mit verschiedenen Aktionen für ein respektvolles Miteinander werben und damit letztendlich auch zum Gelingen von Integration beitragen. Nachdem im vorherigen Jahr zunächst am Schuleingang der Einhardschule ein Schild mit der Aufschrift „Respekt! – Kein Platz für Rassismus“ für alle sichtbar angebracht wurde, wurde das Zeichen für mehr Respekt im Alltag im Jahr 2017 auch an Sportstätten und Turnhallen, wie auch am Rathaus und am Nachbarschaftshaus aufgehängt.

·         Unterstützung Kinderclub/Schulsozialarbeit

Die Stadt Seligenstadt arbeitet nicht nur mit dem Kinderclub (offener Kindertreff) im Evangelischen Gemeindezentrum und der Schulsozialarbeit an der Merianschule (Träger Caritasverband) zusammen, sondern bezuschusst auch jeweils eine halbe Personalstelle.

·         Jugendförderungsrichtlinien

Im Rahmen der Jugendförderungsrichtlinien der Stadt Seligenstadt erhalten Vereine und Organisationen für Freizeitmaßnahmen im Rahmen ihrer Jugendarbeit Zuschüsse durch die Stadt. Im vergangenen Jahr wurden 21 Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von ca. 20.000 € gefördert.

 

Aufgabe des Integrationsbüros ist es, zum einen anerkannte Flüchtlinge konkret sozialpädagogisch zu unterstützen, wie zum anderen geeignete Projekte und Maßnahmen zu entwickeln, zu organisieren oder zu fördern, damit die Integration von Flüchtlingen und Zuwanderern gleichermaßen gelingen kann.

Dabei ist die enge Zusammenarbeit und Vernetzung mit allen relevanten Institutionen, Behörden, Vereinen, Organisationen und Gruppen, wie z.B. dem Kreis Offenbach, dem Caritasverband, dem ehrenamtlichen Helferkreis (AK Willkommen), dem internationalen Nachbarschaftsverein, den Schulen und außerschulischen Bildungsträgern, den Kirchen und Moscheen, den Unternehmern und Vereinen etc. unabdingbar.

Zwei hauptamtliche Mitarbeiterinnen teilen sich eine Vollzeitstelle im Integrationsbüro. Ein wichtiger Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Beratung und Unterstützung von Migrantinnen und Migranten, die in Seligenstadt wohnen. Das bedeutet: Zuwanderer (z.B. aus osteuropäischen Ländern) und Flüchtlinge mit einem Anerkennungsstatus sind gleichermaßen Zielgruppe. An drei Tagen (dienstags 14:00 – 16:00 Uhr, mittwochs von 10:00 – 12:00 Uhr, sowie donnerstags von 15:00 – 17:00 Uhr) finden im Nachbarschaftshaus Sprechstunden statt, zu denen man auch ohne vorherige Terminabsprache kommen kann. In besonderen Fällen arbeiten die Mitarbeiterinnen auch aufsuchend. Wichtig ist dabei auch die kommunikative und fachliche Zusammenarbeit mit den am Integrationsprozess beteiligten Behörden und Institutionen.

Darüber hinaus war das Integrationsbüro im vergangenen Jahr (teilweise federführend) an der Organisation und Durchführung verschiedener Veranstaltungen beteiligt. So wurden z.B. mehrere Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen für Flüchtlinge und/oder Multiplikatoren angeboten und das internationale Winterfest federführend organisiert.

Mit dem „Culcha Club“ immer donnerstags von 17:00 – 20:00 Uhr wurde ein regelmäßiger interkultureller Begegnungstreff im Nachbarschaftshaus neu geschaffen. Der „Culcha Club“ ist ein durch pädagogisches Fachpersonal betreutes offenes Treffangebot für alle Menschen (nicht-deutscher und deutscher Herkunft). Er bietet ohne große Hürden Möglichkeiten, sich mit anderen Menschen zu treffen, die neu erworbene Sprache zu üben und zu vertiefen, gemeinsam Freizeit zu gestalten, über alltägliche Themen und Erlebnisse zu diskutieren oder auch sich Rat zu holen.

Unter dem Titel „Zusammenleben in Seligenstadt – Der gemeinsame Weg zum Integrationskonzept“ wurde in diesem Jahr zusammen mit dem Integrationsbüro des Kreises Offenbach ein Prozess gestartet, an dem am Ende unter aktiver Beteiligung möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger ein Integrationskonzept für Seligenstadt stehen wird.

Bürgerinnen und Bürger aus Seligenstadt, die aufgrund ihrer persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse für öffentlich geförderte Wohnungen wohnberechtigt sind und demzufolge Anspruch auf eine Wohnberechtigungsbescheinigung haben, können sich als Wohnungssuchende für eine öffentlich geförderte Wohnung (Sozialwohnung / Seniorenwohnung) bewerben und vormerken lassen. Die entsprechende Wohnungsvermittlungsstelle finden Sie im Nachbarschaftshaus. Sprechzeiten sind dienstags und donnerstags von 09:30 Uhr bis 14:00 Uhr, sowie nachmittags nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung.

Sozialwohnungen sind öffentlich geförderte Wohnungen. Ein Vermieter darf sie im Gegensatz zu frei finanzierten Wohnungen nur an einen bestimmten Personenkreis, deren Einkommen eine gesetzlich festgelegte Grenze nicht überschreitet, vermieten. Dem Vermieter werden zum Bau von Sozialwohnungen öffentliche Mittel des Bundes, der Länder oder der Gemeinden zur Verfügung gestellt. Meistens handelt es sich dabei um zinsgünstige Darlehen. Im Gegenzug wird der Vermieter einigen Beschränkungen unterworfen. So muss dieser geringere Mieten als die ortsüblichen Mieten von Mietern verlangen.

Im Jahr 2017 wurden der Wohnungsvermittlungsstelle lediglich zehn Wohnungen als frei gemeldet und konnten so an entsprechend berechtigte Bewerber weitervermittelt werden. Dieser Zahl steht die Zahl von ca. 230 Wohnungssuchenden gegenüber, für die leider kein Wohnungsangebot zur Verfügung steht.

Ebenso können bei der Wohnungsvermittlungsstelle auch Anträge auf Wohngeld bzw. auf Lastenzuschuss (Wohngeld für Hauseigentümer) zur Weiterleitung an die Kreisverwaltung in Dietzenbach abgeben werden. Die Bearbeitung der Anträge, die Wohngeldberechnung, sowie die Erteilung des Bescheides finden dann aber bei der Wohngeldstelle des Kreises in Dietzenbach statt.

 

 

 

Damit wir Ihnen ein optimales Besucher-Erlebnis bieten können, verwendet diese Seite Cookies.