Landwirte laden Stadtverordnete zum Feldrundgang ein


Im Zusammenhang mit einem Seligenstädter Stadtverordnetenbeschluss vom Juni 2018 haben die Seligenstädter Landwirte Parlamentarier aus Mainhausen und Seligenstadt über die Ergebnisse des Zwischenfruchtanbaus in diesem Jahr informiert. Mittlerweile war dies die dritte Veranstaltung in dieser Reihe.

Dazu trafen sich Erster Stadtrat Michael Gerheim, Jagdpächter aus der Region, Zellhäuser Bürgermeisterkandidaten und mehrere interessierte Mandatsträger der beiden Kommunen mit Vertretern der Landwirte am 30. Oktober auf dem Waldhof der Familie Deller.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit viel Abstand musikalisch von den Seligenstädter Jagdhornbläsern. Aufgrund des Stadtverordnetenbeschlusses vom Juni 2018 haben die Seligenstädter Landwirte das Thema Zwischenfrucht zum Anlass genommen, um sich mit den Gemeindevertretern auszutauschen.

In den Gemarkungen von Seligenstadt stehen in diesem Jahr auf einer Ackerfläche von gut 98 Hektar verschiedene Pflanzenarten als Zwischenfrucht. So z. B. Phacelia, Ölrettich, Senf, Wicken, Buchweizen, Sandhafer, Sonnenblumen, Ackererbsen, Ramtillkraut, Alexandrinerklee. Damit sind wir schon sehr nahe an den ursprünglich geschätzten 100 Hektar, die die Stadt Seligenstadt jährlich mit 3000 Euro unterstützt. Vielleicht schaffen wir nächstes Jahr diese Marke von 1 Million Quadratmetern.

Der Zwischenfruchtanbau gehört seit vielen Jahren zur guten landwirtschaftlichen Praxis. Durch die Aussaat von Pflanzen die nicht direkt für Nahrungs- oder Futterzwecke angebaut werden, verfolgen die Landwirte mehrere Ziele:

  • Konservieren der nach der Hauptfruchternte im Boden noch freien Nährstoffe
  • durch Beschattung wird Unkraut unterdrückt, das Bodenleben gefördert
  • Bodenverdichtungen auflockern
  • Humusaufbau

Weil Corona bedingt dieses Jahr keine Traktorrundfahrt möglich war, wurden drei Felder am Dohneweg, am Wasenweg und an der Zierlache zu Fuß angesteuert, um die Themen anschaulich vorzustellen.

Der Rundgang ging somit von Seligenstadt nach Zellhausen und dann zurück zum Waldhof der Familie Deller. Dort wurde mit Abstand in lockerer Atmosphäre auch der enorme Flächenverbrauch im Ballungsraum Rhein-Main nochmal thematisiert.

Weitere Themen waren:

  • Düngeverordnung und „Rote Gebiete“ (Messstellennetz; reduzierte Düngung; ohne Zwischenfrucht keine N Düngung im Folgejahr)
  • Neuabgrenzung „Benachteiligte Gebiete“; Betroffenheit im Kreis Offenbach

Auch für das nächste Jahr wurde eine Fortsetzung des Informationsaustausches zwischen Landwirten und Kommunalpolitikern ins Auge gefasst.