Landwirte gemeinsam mit Stadtverordneten auf Feldrundfahrt


Im Nachgang zum Seligenstädter Stadtverordnetenbeschluss aus dem Juni 2018 haben die Seligenstädter Landwirte Parlamentarier aus Mainhausen und Seligenstadt über die Ergebnisse des Zwischenfruchtanbaus in diesem Jahr informiert. Hierzu trafen sich der Erste Stadtrat Michael Gerheim, der Mainhäuser Beigeordnete Thorsten Reuter und mehrere interessierte Gemeindevertreter der beiden Kommunen mit Vertretern der Landwirte im Oktober am Feldkreuz Schachenweg.

Eröffnet wurde die Veranstaltung musikalisch durch die Seligenstädter Jagdhornbläser.

„Während wir Landwirte aktuell nicht so gut auf das Agrarpaket der Bundesregierung zu sprechen sind, das ohne Beteiligung der Landwirte beschlossen wurde, sind wir hier auf kommunaler Ebene schon einen guten Schritt weiter. Wir haben im Vorfeld des

Stadtverordnetenbeschlusses vom Juni 2018 Gespräche mit allen Beteiligten geführt.“, erklärt Ortslandwirt Norbert Zöller. Ein Ergebnis dieser Gespräche ist u.a. ein vermehrter Zwischenfruchtanbau, den man sich heute in der Praxis anschauen kann: Allein in den Gemarkungen Seligenstadts stehen 2019 auf einer Ackerfläche von ca. 93 Hektar verschiedene Pflanzenarten als Zwischenfrucht wie z. B. Phacelia, Ölrettich, Senf, Wicken, Buchweizen, Sandhafer, Sonnenblumen, Ackererbsen, Ramtillkraut und Alexandrinerklee.

„Damit sind wir schon sehr nahe an den ursprünglich angepeilten 100 Hektar. Vielleicht schaffen wir nächstes Jahr diese Marke von 1 Million Quadratmeter“ “, freut sich Erster Stadtrat Michael Gerheim.

Gemeinsam mit Mainhausen, wo sich die Jagdgenossenschaft finanziell mit einbringt, wurde die Marke der 100 Hektar auch in diesem Jahr locker überschritten.

Der Zwischenfruchtanbau gehört seit vielen Jahren zur guten landwirtschaftlichen Praxis. Durch die Aussaat von Pflanzen die nicht direkt für Nahrungs- oder Futterzwecke angebaut werden, verfolgen die Landwirte mehrere Ziele:

  • ·        Konservieren der im Boden noch freien Nährstoffe
  • ·        durch Beschattung wird Unkraut unterdrückt, das Bodenleben gefördert
  • ·        Bodenverdichtungen werden aufgelockert
  • ·        Humusaufbau

Nach der Einleitung am Schachenweg folgte eine Rundfahrt durch das Mittelfeld, Griesgrund, Sandrain, Diebweg, Zierlache, über die Kurze Dohne nach Zellhausen und dann zum Waldhof der Familie Deller. Während dieser Rundfahrt wurden an verschiedenen Stellen auf der Strecke u.a. am "Goldbergweg" kurze Info - Stopps eingelegt.

Bei Kaffee und Kuchen wurde in lockerer Atmosphäre auch der enorme Flächenverbrauch im gesamten Ballungsraum thematisiert.

Auf Zellhäuser Gemarkung ergänzte Landwirt Gerhard Deller, der sich auch selbst über die von ihm eingesäten wunderbar blühenden Felder z.B. hinter der Kolping bzw. Edelweis freut:

  • ·        Zwischenfrucht bietet Nahrung und Deckung für viele Wildtiere bis spät in den Herbst
  • ·        Blühende Felder im Herbst sind Nahrung für Bienen und Insekten
  • ·        Erhebliche Mengen an CO² werden durch das Wachstum von Grünmasse in Sauerstoff umgewandelt

 

Zum Abschluss wurden die Teilnehmer mit dem Traktoranhänger wieder zum Ausgangspunkt zurückgebracht und alle waren sich einig, dass auch fürs nächste Jahr eine Fortsetzung ins Auge gefasst werden sollte.