Stadtwerke ziehen für das Jahr 2018 Bilanz


„Ein positives Resümee für das abgelaufene Jahr ziehen unsere Stadtwerke“, so Bürgermeister Dr. Daniell Bastian.

1.      Abgeschlossen in diesem Jahr wurden die Kanalinnensanierungen, die so genannten „Inlinersanierungen“. Betroffen hiervon war im Schwerpunkt die Stadt Seligenstadt mit seinem Stadtteil Klein-Welzheim. Im Einzelnen waren es Teile der Kanalisation in der Spessartstraße, Matthias- Grünewald- Straße, Kleine Salzgasse, Am Bahndamm, Mittelbeune, Zellhäuser Straße, Am Schwimmbad, Lindenstraße und die Jahnstraße. Die dazugehörigen Schächte wurden mit saniert. Zusätzliche Einzelschadstellensanierungen bzw. partielle Sanierungen runden das Sanierungspaket in weiteren 15 Straßen der Stadt Seligenstadt ab. Die von den Stadtwerken festgelegten Sanierungen beruhen auf Grundlage der letzten Kanal- TV Untersuchungen. Kostenpunkt insgesamt etwa 178.000,- €.

2.      Im Sanierungsprogramm der Kläranlage Seligenstadt stand als einer der ersten Prioritäten die Sanierung und Optimierung der Zwischenspeicherbecken und der beiden Nachklärbecken auf dem Programm. Bereits im Frühjahr 2018 konnte das im Spätsommer 2017 begonnene Sanierungs- und Optimierungspaket an den Zwischenspeicherbecken abgeschlossen werden. Kostenpunkt der Maßnahme ca. 260.000,- €. Anschließend wurden beide Nachklärbecken (Rundbecken) saniert und optimiert. Die Nachklärung besteht aus zwei Einzelbecken mit einem Durchmesser von je 25,0 m, die durch ein Verteilerbauwerk miteinander verbunden sind. In den Nachklärbecken wurde der teilweise lose Fliesenbelag entfernt, die Flächen bis zum Beckenrand wurden daraufhin mit Spritzmörtel neu beschichtet. Der begehbare Umlauf sowie die Wandaußenflächen wurden mit einem neuen hochwertigen Oberflächenschutzsystem nach neuerster Technik versehen. Insgesamt wurden etwa 1.200 qm Betonflächen  so behandelt. Im Zuge der Betonsanierungsarbeiten erhielten die Nachklärbecken neue Räumerlaufbahnen aus Edelstahl, eine neue Edelstahlabdeckung der Ablaufrinnen, die Mittelbauwerke erhielten neue Einströmhauben. Mit dem Einbau von den Einströmhauben wird die Fließgeschwindigkeit in den Becken reduziert, ein besseres Absetzverhalten des Schlammes wird damit erreicht. Sämtliche Arbeiten mussten in zwei Abschnitten ausgeführt werde, um den Kläranlagenbetrieb aufrecht zu erhalten. Zur Durchführung der 1. Bauphase der Sanierung musste für ein Nachklärbecken ein provisorischer Betrieb eingerichtet werden. In dieser Phase konnte dann das andere Nachklärbecken und das Verteilerbauwerk saniert und die entsprechenden Metallbauarbeiten durchgeführt werden. In der 2. Bauphase schlossen sich die Arbeiten für das andere Nachklärbecken an. Ein provisorischer Betrieb war dann nicht mehr nötig. Die Außerbetriebnahme der einzelnen Becken erfolgten in Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden. Kostenpunkt der Maßnahmen insgesamt etwa 550.000,- €.

3.      In dem Maßnahmenpaket zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in Hessen sollen schwerpunktmäßig auch Kläranlagen Maßnahmen zur Phosphorreduzierung umsetzen. Danach wurden auch für die Kläranlage der Stadt Seligenstadt von den Aufsichtsbehörden verbesserte Ablaufwerte für den Parameter Phosphat im Rahmen der Phosphateliminierung gefordert. Der alte Überwachungswert betrug 1,0 mg/l und darf ab 2019  nur noch 0,7 mg/l betragen. Hinzu kommt, dass auch für den Parameter ortho-Phophat die Festsetzung des Grenzwertes von 0,2 mg/l geplant ist. Mit diesen Vorgaben der Aufsichtsbehörden hatten die Stadtwerke nunmehr auf der Kläranlage geeignete verhältnismäßige technische bzw. betriebliche Maßnahmen durchzuführen wie z. B. Einrichtung von zusätzlichen Fällungseinrichtungen, Optimierung der Dosierstellen im Hinblick auf eine bessere Durchmischung , Einrichtung einer kontinuierlichen Steuerung der Fällmittelzugaben in Abhängigkeit der Abwasserkonzentration. Im Einzelnen wurden folgende Aufrüstungsmaßnahmen der vorhandenen Anlagentechnik erforderlich und in 2018 umgesetzt:

  • Einbau von geeigneten Mischeinrichtungen zum gezielten Einmischen des Fällmittels in Verbindung mit einem Austausch der vorhandenen Dosieranlage einschließlich Dosierleitungen an zusätzlichen Fällpunkten
  • Erweiterung, Einbau bzw. Optimierung der vorhandenen Online- Messung zur gezielten Dosierung des Fällmittels sowie Implementierung der Online- Messung in das vorhandene Reglersystem sowie
  • Optimierung / Erweiterung der vorhandenen Mess-, Steuerungs- und Elektrotechnik.

 

Die Kosten der Aufrüstung betrugen etwa 194.000,- €. Allerdings können diese Kosten gemäß dem Abwasserabgabengesetz mit der jährlichen Abwasserabgabe der letzten drei Jahre verrechnet werden. Von daher werden die Stadtwerke etwa 176.000,- € mit den Aufrüstungskosten verrechnen können. 

Erste Ergebnisse zeigen, dass die Kläranlage Seligenstadt den ab 01.01.2019 festgesetzten Phosphat-Grenzwert von 0,70 mg/l sicher einhalten wird. Für den Parameter Ortho-Phosphat sehen die Stadtwerke allerdings und dessen sichere bzw. verbindliche Einhaltung ohne die Durchführung eines einjährigen Probebetriebes mit den bisher durchgeführten Aufrüstungsmaßnahmen als sehr riskant an. Erst nach Abschluss des Probebetriebes kann beurteilt werden, ob der Parameter Ortho-Phosphat-P von 0,2 mg/l sicher eingehalten wird bzw. werden kann. Ggf. müssen weitere Maßnahmen in 2019 bzw. 2020 ergriffen werden. Die Stadtwerke haben daher für die komplette Umsetzung der P-Elimination, also mit der Einhaltung des Grenzwertes Ortho-Phosphat-P, eine Verlängerung der Umsetzungsfrist bis zum 31.12.2020 beim Regierungspräsidenten beantragt, zumal das WRRL-Maßnahmenprogramm vom Gesetzgeber für den Zeitraum 2015-2021 festgesetzt wurde. Eine Entscheidung seitens der Aufsichtsbehörden steht hierzu noch aus.

Insgesamt lief der Kläranlagenbetrieb störungsfrei trotz der durchgeführten Maßnahmen. Alle von der Aufsichtsbehörde festgelegten Grenzwerte konnten im laufenden Jahr stabil eingehalten werden.

4.      Begonnen hatten die Stadtwerke im September 2017, nach einer zweimal durchgeführten öffentlichen Ausschreibung, den Austausch von ca. 320 lfdm. Mischwasserkanalisation mit Kontrollschächten in der Goethestraße. Die neuen Kanäle haben einen Durchmesser von DN 300 mm bis DN 600 mm. Kanalhausanschlüsse wurden zunächst auf ihren Zustand untersucht und werden, soweit erforderlich, ebenfalls ausgetauscht. Vor dem Hintergrund, dass die Wasserleitungen über 70 Jahre alt sind, wurde im Zuge der Maßnahme die komplette Trinkwasserversorgung (ca. 500 m) ausgetauscht, auch unter dem Aspekt der ohnehin erforderlichen Verkehrssicherungsmaßnahmen und des kompletten Ausbaus des Straßenkörpers. Die Kosten der Stadtwerke betragen hierzu insgesamt ca. 820.000,- €. Die Maßnahme ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Tiefbauamt der Stadt und den Stadtwerken. Das Tiefbauamt hat nach den Maßnahmen der Stadtwerke die Straßenbeleuchtung erneuern und einen grundhaften Ausbau der betroffenen Straßenabschnitte vorgenommen. Die Maßnahme konnte insgesamt im Oktober abgeschlossen werden.

5.      Laut EKVO (Eigenkontrollverordnung vom 17.06.2004, zuletzt geändert am 24.02.2012) müssen sämtliche Kanäle innerhalb von 15 Jahren mittels einer Fernsehkamera auf Ihren Zustand untersucht werden. Bisher wurden folgende Stadtteile untersucht:

Froschhausen                                                  (2003)

Klein Welzheim                                               (2005)

Seligenstadt „Süd“                                          (2009)

Seligenstadt „Nord“                                        (2010)

Seligenstadt „Mitte“                                        (2015)

Seligenstadt „West“                                        (2016)

 

Für 2018 war somit der Stadtteil Froschhausen an der Reihe. Insgesamt wurden etwa 16.300 m Kanalleitungen mit einem Durmesser 20 cm bis 180 cm auf ihren Zustand mit einer Kanal-TV- Kamera untersucht. Hinzu kommen 446 Schächte und Schachtbauwerke. Die Ergebnisse der Befahrung werden derzeit analysiert und bewertet. Die Ergebnisse sind dann im Rahmen des Eigenkontrollberichtes beim Regierungspräsidenten Darmstadt bis 31.03.2019 vorzulegen. Außerdem werden sämtliche Ergebnisse im vorhandenen Geografischen Informationssystem (GIS- System) der Stadtwerke eingepflegt und können jederzeit problemlos abgerufen werden. Das Ergebnis der Auswertung wird Grundlage für künftige Kanalsanierungen. Heraus resultierende Maßnahmen werden in das bestehende Kanalinvestitionsprogramm der Stadtwerke integriert. Die Kosten der Befahrungen einschließlich Auswertung für den Stadtteil Froschhausen betragen etwa 126.000,- €.

6.      Mit der im Frühjahr 2019 geplanten Wiederherstellung der Pflasterflächen wird die Sanierung der kompletten Trinkwasserversorgung in der Schafgasse, Stadtmühlgasse und Steinheimer Straße (Hinter den Mauern) zum Abschluss kommen. Grund der Sanierungen, die im Juli 2018 begann und Mitte November 2018 zunächst zum Abschluss kam, war zum einen das Alter der Wasserleitungen. Aber auch aggressive Bodenverhältnisse machen den Wasserleitungen aus Guss zu schaffen. Außerdem haben die zum großen Teil aus den Vorkriegsjahren verlegte Wasserleitung so genannte Inkrustierungen, das heißt, natürliche Mineralien, die sich an der Innenseite der Rohre ablagern und im Laufe der Jahrzehnte den Querschnitt der Wasserleitung verengen. Somit wird die Leistungsfähigkeit der Wasserleitungen stark eingeschränkt. Die Sanierung der Leitungen erfolgte im kompletten Baubereich in grabenloser Bauweise bzw. im sogenannten statischen Berstlining- Verfahren unter Einsatz von PEHD-Druckrohren. Die Vorteile dieses grabenlosen Verfahrens sind die geringeren Kosten sowie die geringere Beeinträchtigung der Oberflächen infolge Vermeidung von Aufbruch und Wiederherstellung durch Grabenaufbrüche, geringere Kosten für Entsorgung von belastetem Aushubmaterial, die geringere und relativ witterungsunabhängige Bauzeit sowie die erheblich geringeren Verkehrseinschränkungen. „Mit diesen Maßnahmen wurden insgesamt fast 300 Meter Wasserleitungen saniert“, so Bürgermeister Dr. Daniell Bastian. Die Kosten betrugen etwa 320.000,- €.

7.      Das Tiefbauamt der Stadt Seligenstadt führt derzeit die grundhafte Erneuerung des Kreuzungsbereiches Fontanestraße / Steinerstraße / Südring in Seligenstadt aus. Vor dem Hintergrund, dass die Wasserleitungen fast 60 Jahre alt sind, sowie unter dem Aspekt der ohnehin erforderlichen Verkehrssicherungsmaßnahmen, haben die Stadtwerke im Vorgriff auf die Maßnahme die komplette Trinkwasserversorgung austauschen lassen. Außerdem wurde vor Beginn der Ausbauarbeiten Fernsehuntersuchungen der Kanalisation durchgeführt. Hierbei wurden vereinzelte bzw. punktuelle Schäden an der Kanalisation festgestellt, die im Zuge der Gesamtmaßnahme beseitigt wurden. Insgesamt wurden 250 Meter Wasserleitungen ausgetauscht. Die Kosten der Maßnahme für die Stadtwerke einschließlich Beseitigung der Kanalschäden betragen etwa 260.000,- €. Die Maßnahme ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Tiefbauamt der Stadt und den Stadtwerken. Das Tiefbauamt hat weiterhin im Zuge der Maßnahme die Straßenbeleuchtung erneuert.

 

Noch in 2018 wurden erste Weichen für anstehende Sanierungsarbeiten im Bereich der Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung gestellt. Folgende Maßnahmen sind für das Jahr 2019 vorgesehen: 

  • Sanierung und Optimierung der Vorklärung sowie erste Maßnahmen zur Optimierung in dem Anlagenteil der Biologie auf der Kläranlage Seligenstadt,
  • Kanalinnensanierungsmaßnahmen,
  • Sanierung und Neuverlegung der Kanalisation und Wasserversorgung des Kapellenplatzes und der Erschließung eines neuen Abschnittes im Gewerbegebiet „ Südlich der Dudenhöfer Straße“ einschließlich Westring
  • Erste Planungen für die Sanierung der Kanalisation und Wasserversorgung für den Abschnitt der Einhardstraße von Würzburger Straße bis Jean-Hofmann-Straße einschließlich der Nebenstraßen.

„Ein großes Maßnahmenpaket der Stadtwerke, das im abgelaufenen Jahr abgearbeitet bzw. in Gang gesetzt wurde“, resümiert Bürgermeister Dr. Daniell Bastian abschließend.