Seligenstadt gedenkt der Pogromnacht vom 9. November 1938


In Erinnerung an die Pogromnacht vom 9. November 1938 laden die Seligenstädter Kirchengemeinden gemeinsam mit der Stadt Seligenstadt zu einer Gedenkveranstaltung am Dienstag dem 9. November ein. Sie beginnt mit einem ökumenischen Friedensgottesdienst um 19.00 Uhr in der katholischen Kirche St. Marien und mündet in ein gemeinsames, musikalisch begleitetes Gedenken um 20.00 Uhr auf dem Synagogenplatz an der Frankfurter Straße.

Synagogenplatz Seligenstadt
„Ich lade alle Seligenstädter Bürgerinnen und Bürger dazu ein, gemeinsam den schrecklichen Ereignissen vom November 1938, denen auch jüdische Familien aus Seligenstadt zum Opfer gefallen sind, zu gedenken. Wir dürfen diesen schwarzen Teil unserer Vergangenheit nicht vergessen und „sich erinnern“ als einen tatkräftigen Akt verstehen. Nur so können wir auf eine Zukunft ohne Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und ideologischen Fanatismus hoffen. Zukunft braucht Erinnerung!“, so Erster Stadtrat Michael Gerheim

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 fanden sich fast überall in unserem Land Gruppen zusammen, um jüdische Gottes- und Versammlungshäuser sowie Ge-schäfte zu zerstören und anzuzünden. Am Morgen des 10. November 1938 brannte auch die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Seligenstadt völlig nieder. Die Pogrome markierten den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaust mündete.

In der Folge wurden rund 150 Mitbürgerinnen und Mitbürger Seligenstadts jüdischer Abstammung in Vernichtungslager deportiert.