Hessen Mobil lehnt trotz Landesstraßenanteil finanzielle Beteiligung am Umbau des Kappellenplatzkreisels ab


Bekanntlich plant die Stadt Seligenstadt im Herbst nächsten Jahres den noch provisorischen, aber bewährten Kreisel am Kapellenplatz umzubauen. Somit verwandelt sich  endgültig die Ampelkreuzung in einen Kreisverkehrsplatz. Bürgermeister Dr. Daniell Bastian hat die Öffentlichkeit über diese Baumaßnahme ausführlich im Zuge einer Informationsveranstaltung am 26. September informiert.
Da sowohl die Ampelanlage als auch der Fahrbahnteil der Frankfurter Straße vom Wasserturm bis in die Kapellenstraße, einschließlich der Kapellenstraße, dem Land Hessen gehören, hat Seligenstadts Bürgermeister in Wiesbaden einen Zuschuss beantragt. Im Vorfeld wurde vom zuständigen Landesministerium ein Gutachten gefordert, welches bestätigt, dass „unter den Aspekten der Leistungsfähigkeit und der Verkehrssicherheit bestehende Defizite gegenüber einer lichtsignalregelnden Lösung beseitigt werden kann“. Die von der Stadt Seligenstadt in Auftrag gegebene Kapazitätsbetrachtung durch Professor Follmann der Hochschule Darmstadt bestätigte dies eindeutig und wird von dem seit rund fünf Jahren existierenden Provisorium untermauert.

Trotz Vorlage des Nachweises wurde jetzt von der zuständigen Behörde Hessen Mobil  ein Baukostenzuschuss für den Landesstraßenanteil abgelehnt. Als Begründung wird in dem Schreiben angeführt, dass es in der Vergangenheit weder zu Leistungsfähigkeits- noch zu Verkehrssicherheitsproblemen an diesem Knotenpunkt gekommen sei. Mit dieser Einschätzung und Entscheidung, die von allen Dezernenten sowie deren vorgesetzten Dienststellen getragen würde, verweist Hessen Mobil zusätzlich auf ein entsprechendes Schreiben von Staatsminister Tarek Al-Wazir.

„Ich bin enttäuscht, wie sich die Landesregierung hier aus der Verantwortung nimmt. Wir haben das geforderte Gutachten geliefert und müssen nun feststellen, dass es keine Beachtung findet und die Entscheidung nicht wir erwartet beeinflusst. Die Stadt Seligenstadt hatte sich im Jahr 2013 aus gutem Grund dazu entschieden, die Ampelanlage gegen einen provisorischen Kreisel auszutauschen. Die geplagten Anwohner mussten dringend vom täglichem Rückstau entlastet, die Bewohnern der Dammstraße von den abkürzenden Pendlern aus Richtung Klein-Krotzenburg verschont und die Verkehrsteilnehmern zu einem fließenden Fahren gebracht werden. Zu dem Zeitpunkt hatte die Landesregierung eigentlich eine komplette Erneuerung der Ampelanlage geplant. Eine kostenintensive Maßnahme, die somit nicht zum Tragen kam. Alleine aus diesem Grunde hätte ich es als eine Verpflichtung gesehen, dass sich das Land in angemessener Weise an unserem Umbau beteiligt“, zeigt sich Bürgermeister Dr. Daniell Bastian mit Unverständnis.

Die gut 15-monatige Baumaßnahme ist mit 1.850.000 Euro veranschlagt. Die Summe  beinhaltet allerdings auch Sanierungsmaßnahmen an den Versorgungsleitungen, die Neuverlegung einer Kanalisation, den kompletten Austausch der Trinkwasserversorgung sowie die Beseitigung von Schäden an der Fahrbahnfläche. Die Bushaltestellen entfallen endgültig, der zentrale Verknüpfungspunkt der Buslinie befindet sich am Bahnhof.