Bundesweite Häufung von Pass- und Ausweisanträgen in den Monaten Juni und Juli


Im Juni und Juli 2021 wurden laut Bundes-Innenministerium circa 307.000 Reisepässe pro Monat (bei 22 Werktagen: ca. 13.955 Pässe werktäglich) beantragt sowie vom Hersteller produziert und ausgeliefert. Dies ist deutlich mehr als der Durchschnitt (ca. 250.000 Reispässe/Monat).

Im gleichen Zeitraum wurden je ca. 1 Millionen Personalausweise pro Monat (bei 22 Werktagen: 45.455 Ausweise werktäglich) beantragt und vom Hersteller produziert und ausgeliefert. Das ist ebenfalls deutlich mehr als der Durchschnitt (ca. 625.000 Ausweise/Monat).

„Ein bei uns im Seligenstädter Bürgeramt beantragtes Identitätsdokument kann in der Regel nach zwei bis drei Wochen abgeholt werden“, betont Erster Stadtrat Michael Gerheim.

Die Zeit zwischen Dokumentenbeantragung und -ausgabe setzt sich aus der Produktionszeit bei der Bundesdruckerei GmbH und aus den organisatorischen Zeitaufwänden in der Behörde zusammen. Die Wartezeit der Bürgerinnen und Bürger fällt regional sehr unterschiedlich aus. Die Produktionszeiten des Herstellers sind bundesweit einheitlich.

Als Gründe der temporären Antragsspitze sind laut Ministerium vor allem folgende Aspekte zu nennen:

  • Zurückhaltung bei der Beantragung von Reisepässen seit Ende des Jahres 2020 mangels Reisemöglichkeiten bzw. Terminen in den Bürgerämtern
  • 10-Jahres-Spitze aufgrund der Wiedervereinigung 1990 und der wiederkehrenden Anträge alle 10 Jahre bei ehem. DDR-   Bürgern
  •  Ersatz des hochwasserbedingten Verlustes von Identitätsdokumenten

 

Im Juli 2021 haben 54% der Antragsteller die Aufnahme des Fingerabdrucks in den Personalausweis beantragt. Eine auffällige Häufung von Anträgen auf Personalausweise ohne Fingerabdruck vor Anwendbarkeit der EU-Verordnung für Mindestsicherheitsstandards von Personalausweisen ab dem 2. August 2021 ist nicht zu verzeichnen.

Die Produktion beim Hersteller Bundesdruckerei GmbH läuft trotz pandemiebedingter Einschränkungen ununterbrochen und stabil weiter. Einschränkungen bei der Produktionskapazität sind aber unausweichlich, weil weiterhin Corona-Schutzmaßnahmen - insb. kurzzeitige Produktionsunterbrechung beim Schichtwechsel (zur Vermeidung von Corona-Übertragungen zwischen den Schichten) - zu berücksichtigen sind.