Malteser Hilfsdienst e. V. in Stadt und Kreis Offenbach hat ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst etabliert


Der Malteser Hilfsdienst e. V. in Stadt und Kreis Offenbach hat im Frühjahr einen ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst unter der Schirmherrschaft von Landrat Oliver Quilling etabliert. Dieser Tage waren Claudia Bauer-Herzog und Alexander Rudolf, hauptamtliche Koordinatoren des Projekts, im Seligenstädter Rathaus, um Bürgermeister Dr. Daniell Bastian und Seniorenberaterin Anke van den Bergh dieses Angebot vorzustellen. Sie baten bei der Gelegenheit um Unterstützung, ihr noch neues Angebot publik zu machen und Menschen aus Seligenstadt für die ehrenamtliche Tätigkeit zu begeistern. 

Bürgermeister Dr. Daniell Bastian zeigte sich erfreut, dass ein Stand auf dem Marktplatz am Samstag dem 17. Oktober in der Zeit von 8 bis 13 Uhr als direkter Weg gefunden wurde, um die Bevölkerung zu informieren – Betroffene genau wie interessierte Helfer. Ferner sagte der Rathauschef zu, im Bedarfsfalle einen Raum für ein Gespräch zur Verfügung zu stellen.

„In aller Regel finden die Gespräche sowie die Betreuung im persönlichen Umfeld des betroffenen Kindes bzw. des Jugendlichen satt“, betont Bauer-Herzog, „allerdings kann gerade bei einem Erstgespräch eine neutrale Umgebung wichtig sein“.

Alle Interessierten, die sich die Begleitung eines solchen Menschen und seiner Familie vorstellen können, erhalten von dem Malteser Hilfsdienst die entsprechenden Strukturen und die notwendigen Qualifikationen. Die nächste Schulungsrunde beginnt im Januar 2021.

Die speziell ausgebildete Hospizhelferinnen und Hospizhelfer arbeiten ehrenamtlich.

Durch regelmäßige Besuche ermöglichen sie betroffenen Familien und Angehörigen wichtige Auszeiten und Entlastung, leisten Beistand und haben immer ein offenes Ohr für Sorgen, Nöte oder Probleme. Die Hospizhelfer übernehmen die Betreuung und Beaufsichtigung der betroffenen Kinder und machen z.B. Ausflüge mit ihnen und ihren Geschwistern. So sorgen sie dafür, dass die Eltern Zeit für Ruhe und Entspannung haben, denn die Betreuung und Pflege eines lebensverkürzend erkrankten Kindes ist kräftezehrend und seelisch belastend für die Eltern.

Auch in der letzten, schwierigsten Phase und darüber hinaus stehen die Hospizhelfer Eltern, Geschwistern und schwerkranken Kinder bei. Sie leisten Trauerbegleitung und helfen so den anderen Kindern der Familie, die oft schon früh lernen mussten, mit dem Tod und dem Abschiednehmen eines geliebten Menschen umzugehen.

Rund 50.000 Kinder und Jugendliche sind in Deutschland unheilbar krank, ungefähr 1.500 von ihnen versterben jedes Jahr.

Die Unterstützung und Begleitung durch den Hospizdienst von Familien mit unheilbar kranken Kindern ist kostenfrei und unabhängig von Nationalität, Konfessions- und Religionszugehörigkeit.

Am bundesweiten „Tag der Kinderhospizarbeit“ am 10. Februar 2021 wird unter Anwesenheit des Schirmherren Oliver Quilling im ehemaligen Benediktiner Klosters in Seligenstadt das Projekt „Ambulanter Kinder- und Jugendhospizdienst“ offiziell eingeführt. Den Rahmen der Veranstaltung bestimmt die dann vorherrschenden Pandemiebedingungen.

„Die Einrichtung eines ambulanten Hilfsdienstes für schwerstkranke Kinder und Jugendliche ist eine unbezahlbar wertvolle Sache. Ich bin froh und dankbar, dass wir nun im gesamten Kreis Offenbach und somit auch in Seligenstadt über einen solchen verfügen. Ich lade alle Seligenstädterinnen und Seligenstädter ein, sich an dem Stand am 17. Oktober über das Hilfsangebot aus erster Hand zu informieren. Schön wäre natürlich, wenn das Team der Malteser-Helfer bald von Menschen aus Seligenstadt unterstützt würde. Es ist eine gewichtige Aufgabe, aber auch eine Chance als Mitmensch Akzente zu setzen“, so Bürgermeister Dr. Daniell Bastian.