Seligenstädter Demenzlotsen trafen sich zum Erfahrungsaustausch


In Deutschland leben zurzeit 1,7 Millionen Menschen, bei denen eine Demenz diagnostiziert wurde. Die Krankheit stellt nicht nur die Erkrankten und ihre Angehörigen, sondern auch die Gesellschaft vor Herausforderungen. Demenz ist nicht heilbar, der Verlauf nicht aufhaltbar, jedoch kann er positiv beeinflusst werden. Gerade am Anfang der Erkrankung ist es wichtig, die Selbstständigkeit und Autonomie so lange wie möglich zu erhalten und zu fördern.

Im vergangenen Jahr organisierte die Stadt Seligenstadt für Menschen mit Kundenkontakten (Einzelhandel, Praxen, Gewerbe) eine Ausbildung zum Demenzlotsen durch den Malteser Hilfsdienst e.V. mit dem Ziel, die Betroffenen in die Gesellschaft einzugliedern und in ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen.

Insgesamt ließen sich 40 motivierte Mitarbeiter/innen aus dem Seligenstädter Einzelhandel und hiesigen Arztpraxen in eintägigen Kursen ausbilden. Einmalig jährlich findet nun ein Netzwerktreffen zum Austausch und zur Weiterbildung statt, um die Nachhaltigkeit und Qualität sicherzustellen.

Mitte Mai hatte Seniorenberaterin Anke van den Bergh gemeinsam mit den Maltesern zum ersten Netzwerktreffen der Demenzlotsen ins Rathaus eingeladen. Inzwischen gemachte Erfahrungen wurden ausgetauscht und lebhaft diskutiert. Monika Heinz und Daniela Herda, beide Dozentinnen des Malteser Hilfsdienstes, Abteilung „Demenz und Leben im Alter“, schulten die Anwesenden.

Am Ende des Netzwerktreffens waren sich die Demenzlotsen einig, dass diese Treffen wichtig sind, um Gelerntes aufzufrischen, sich auszutauschen, Sicherheit im Umgang mit betroffenen Menschen zu bekommen und in Kontakt zu bleiben. Für 2019 ist eine weitere Veranstaltung geplant.

 „Ich bedanke mich bei den Maltesern und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für ihr Engagement. Es ist wichtig, dass sich Betroffene und Angehörige in Seligenstadt wohl und willkommen fühlen können“, würdigte Bürgermeister Dr. Daniell Bastian.

Das Demenzlotsen-Projekt bezieht sich auf das Silviahemmet-Konzept, das 1996 von Königin Silvia von Schweden ins Leben rief, als ihre Mutter Alice Sommerlath an Demenz erkrankte. Die Würde des Erkrankten steht im Mittelpunkt, jeder Mensch ist einzigartig und hat das Recht auf Teilhabe.