Sicher und umweltfreundlich mit dem E-Bike (Pedelec) unterwegs


Umweltfreundlich, bequem und schnell überall hinkommen – das Pedelec ist beliebt. Ralf Drexelius, Leiter der Jugendverkehrsschule, kam auf Einladung der Stadt Seligenstadt, um interessierte Seniorinnen und Senioren mit dem Pedelec vertraut zu machen.
Grundsätzlich gibt es klare Unterscheidungen zwischen einem E-Bike, einem Pedelec und einem S-Pedelec. Das E-Bike gehört zu den Fahrrädern, deren Motor aktiviert wird ohne zu Treten. Es fährt bis 25 km/h schnell, benötigt ein Nummernschild und darf nicht auf einem Radweg fahren, es sei denn, er ist gesondert gekennzeichnet. Eine Helmpflicht besteht nicht. Das Pedelec, auch ein Fahrrad, das alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer fuhren, fährt ebenfalls bis 25 km/h schnell, der Motor wird hier jedoch durch Treten aktiviert. Mit dem Pedelec darf man auf Radwegen fahren, eine Helmpflicht besteht nicht. Das S-Pedelec ist kein Fahrrad. Es fährt bis zu 45 km/h schnell, benötigt ein Nummernschild und darf nur auf Straßen fahren. Für das S-Pedelec besteht Helmpflicht.

Laut Unfallstatistik steigt die Zahl der verunglückten E-Bike/Pedelec-Nutzer enorm an. Meist sind es ältere Menschen, die die Räder mit Elektromotor nutzen.
„Es ist begrüßenswert, dass man mit den Elektrorädern lange mobil bleiben kann, ohne das Auto nutzen zu müssen. Allerdings wird es auch immer gefährlicher für unsere Seniorinnen und Senioren. Dem möchten wir mit unserer Veranstaltung entgegenwirken“, erläutert Seniorenberaterin Anke van den Bergh.

„Der Umgang mit dem Elektrorad will geübt sein. Die geistige und körperliche  Fitness ist wichtig. Seh- oder Hörtests können zur Verkehrssicherheit beitragen. Auch der Blick über die Schulter gehört zur Basis des Pedelc-Fahrens“, bestätigte der Experte Drexelius.

Nach einem lehrreichen und interessanten Vortrag im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses ging es zu Übungszwecken mit den Pedelecs auf den Marktplatz.

„Wichtig ist, das passende Pedelec auszusuchen. Entscheidend ist die Rahmengröße. Alles kann man am besten bei der Testfahrt ausprobieren“, machte Ralf Drexelius aufmerksam

Auf einem eigens aufgebauten Parcours übten die Radler unter fachmännischer Leitung das Anfahren, den Schulterblick, Handzeichen geben, Slalom fahren und das Fahren enger Wege. „Das war sehr lehrreich und wir fühlen uns jetzt viel sicherer“, freuten sich die Radler.

Polizeihauptkommissar Drexelius gab zusammenfassend nützliche Tipps:

 Tipp 1: Anfahren üben

Das Anfahrverhalten von Pedelecs unterscheidet sich von herkömmlichen Fahrrädern. Beim Antritt in die Pedale schaltet sich der Motor zu und schiebt das Rad vorwärts.

Deshalb sollte man im kleinsten Gang anfahren und im ruhigen Gelände üben, bevor es in die Stadt geht.

Tipp 2: Bremsen

Auch das Bremsen mit dem  Pedelec kann eine Umstellung sein. Wer eine Rücktrittbremse gewohnt ist und jetzt nur  noch eine ungewohnte Vorderradbremse hat, muss den Umgang erst lernen. Durch die höheren Geschwindigkeiten verlängert sich der Bremsweg, auch das sollte geübt werden.

TIPP 3: Sichtbarkeit

Machen Sie sich sichtbar! Helle Kleidung, Reflektoren an Armen und Beinen oder eine Sicherheitsweste erhöhen die Sichtbarkeit im Straßenverkehr. Natürlich muss das Elektrofahrrad mit einem Licht ausgestattet sein und vor dem Fahrantritt am besten überprüfen, ob es funktioniert. Ein Hinweis vom Fachmann: Rotes Flackerlicht am Rücklicht ist verboten!  Festes Schuhwerk und keine langen Bänder an Schuhen und Kleidung, die sich in Pedalen oder Speichen verfangen können, tragen. Der Fahrradhelm sollte selbstverständlich sein.   

TIPP 4: Vorausschauend fahren

Behalten Sie das Verkehrsgeschehen im Blick. Dabei immer die Fahrzeuge, die sich von hinten oder auch aus den Seitenstraßen nähern, beobachten und nach dem Schulterblick mit Handzeichen andeuten, wo man abbiegen oder einen Spurwechsel vornehmen möchte. Mit der Klingel können Sie auf sich aufmerksam machen. Allerdings sollte die Geschwindigkeit so angepasst werden, dass man das Rad gut kontrollieren kann und andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden.

Fahren Sie schlau, man muss nicht einkaufen fahren, wenn auf den Straßen Hochbetrieb ist. Wählen Sie ruhigere Nebenstrecken statt Hauptverkehrsstraßen.

„Wir möchten, dass Sie sich im Seligenstädter Verkehr mit Ihren Pedelecs sicher fortbewegen können und sind dankbar, dass es das Angebot der Trainings gibt. Gerade jetzt im Frühling werden viele überlegen, sich ein solches Elektrofahrrad anzuschaffen. Lassen Sie sich gut beraten. Ich wünsche Ihnen allen eine gute Fahrt“, resümiert Bürgermeister Dr. Daniell Bastian.