Jahresrückblick 2020 aus dem Amt für Stadtentwicklung


Planungsmaßnahmen Bleiche - Stadtwerkegelände – Jahnsportplatz Bebauungsplan Nr. 87 „Alter Stadtwaag“

Nachdem ein Gutachten ergeben hatte, dass eine Sanierung und Erweiterung der TGS-Halle unbedingt erforderlich, jedoch unwirtschaftlich wäre, wurde ein Entwicklungskonzept für das Gelände des ehemaligen Jahnsportplatzes in Auftrag gegeben, die auch den Neubau einer Wettkampfhalle beinhaltet. Weitere Planungsziele sind der Erhalt des Grünzugs zwischen Bleiche und Mainufer, die Umgestaltung der Kreuzung Jahnstraße/Ellenseestraße/ Kapellenstraße in einen Kreisverkehrsplatz sowie die Errichtung von Wohnbaufläche und Gemeinbedarfsfläche. Hierbei wird auch der Ausbau der Konrad-Adenauer-Schule zur Ganztagsschule und eine Rad- und Fußwegeverbindung in Nord-Süd-Richtung berücksichtigt.

Jahnsportplatz an der TGS Halle

Die erstellten städtebaulichen Varianten wurden im Juni 2020 von der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnis genommen, woraufhin die Verwaltung mit der Aufstellung des Bebauungsplanes beginnen konnte. Zunächst musste über eine Ausschreibung ein geeignetes Planungsbüro für die Bauleitplanung gefunden werden. Die Beauftragung erfolgte im Dezember, so dass das Verfahren im Laufe des Jahres 2021 durchgeführt werden kann.


Bebauungsplan Nr. 81 „Bahnhofsgelände“

Im Laufe des Jahres 2020 wurde die Planung für die Herstellung der Zentralen Busstation am Bahnhof und für die Umgestaltung der Eisenbahnstraße abgeschlossen. Die Baumaßnahme wurde Ende 2020 ausgeschrieben, so dass im Frühjahr 2021 mit den Arbeiten begonnen werden kann.

Parallel dazu kann dann auch das Bauleitplanverfahren durchgeführt werden. Die Überarbeitung der dafür erforderlichen Gutachten ist bereits im Laufe des Jahres 2020 erfolgt.

Plan Umgestaltung Bahnhofgelände

Außerdem wurde für das Gelände südlich des Bahnhofs, welches die Stadt 2015 von der Deutschen Bahn gekauft hat und auf dem zum Teil ein PR-Platz entstehen wird, das Verfahren zur „Freistellung von Bahnbetriebszwecken“ veranlasst. Dieses Verfahren wird vom Eisenbahn-Bundesamt betrieben und ist noch nicht abgeschlossen.



Entwicklung des Wohnbaugebietes „Südwestlich des Westrings“

Westring Erschließungsgebiet Luftaufnahme

Die Verwaltung und die mit der Entwicklung des Wohnbaugebietes beauftrage Entwicklungsgesellschaft haben auch 2020 mit Hochdruck an dem Projekt gearbeitet. Bereits im Dezember 2019 hatte die Stadtverordnetenversammlung das städtebauliche Konzept abgesegnet und die Aufstellung des Bebauungsplanes sowie die Einleitung des Umlegungsverfahrens beschlossen. Auf Grundlage dieser Entscheidung wurde 2020 das förmliche Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplanes in Form der frühzeitigen Beteiligung der Bürger und Träger öffentlicher Belange durchgeführt. Die Abwägung der dabei vorgebrachten Anregungen und der daraus resultierende Bauungsplanentwurf wurden von den Stadtverordneten in der Dezember-Sitzung beschlossen, so dass im 1. Quartal 2021 die offizielle Offenlage des Bebauungsplanes erfolgen kann. Auch dabei haben wieder alle Bürger und die Träger öffentlicher Belange die Möglichkeit, Anregungen vorzubringen. Parallel dazu sollen die ersten Gespräche mit den Eigentümern über die Baulandumlegung stattfinden. Sie wurde noch im Dezember ausführlich über das Verfahren informiert. Die Information konnte aufgrund der Corona-Pandemie leider nicht wie übliche im Rahmen einer Bürgerversammlung stattfinden, sondern musste schriftlich erfolgen.

Umgehungsstraße 3. Bauabschnitt 

Bebauungsplan Nr. 54.1 „Nordring II, 1. Änderung“

Die Planungen zur Trassenführung hat ergeben, dass das Gewerbegebiet „Nordring II“ aufgrund des Brückenbauwerks über die Bahntrasse nicht wie vorgesehen über eine Verlängerung der Friedrich-Ebert-Straße an die Umgehungsstraße angebunden werden kann. Daher muss der städtische Bebauungsplan Nr. 54 „Nordring II“ so geändert und erweitert werden, dass eine Anbindung über die verlängerte Wilhelm-Leuschner-Straße bzw. im Osten des Gewerbegebietes erfolgen kann. Außerdem sollte die Lücke zwischen Gewerbegebiet und Wohngebiet Niederfeld geschlossen werden. Den hierfür erforderlichen Aufstellungsbeschluss hatten die Stadtverordneten im Februar 2020 beschlossen. Bevor mit den reinen Planungsarbeiten begonnen werden kann, müssen durch HessenMobil Prüfungen der für das Wohngebiet Niederfeld zu erwartenden Verkehrs- und Lärmbelastungen geprüft werden. Außerdem muss die Anpassung des Regionalplans Südhessen/Regionalen Flächennutzungsplans 2010 beim Regionalverband beantragt werden. Die für Sommer 2020 geplanten Untersuchungen konnten jedoch nicht durchgeführt werden, da das von HessenMobil beauftragte Planungsbüro Insolvenz angemeldet hat. Für die Beauftragung eines Neuen Planungsbüros muss erneut eine europaweite Ausschreibung durchgeführt werden.

Bebauungsplan Nr. 63.1 „Gewerbegebiet südlich der Dudenhöfer Straße, 1. Änderung“

Um zusätzliche Verkehrsanbindung für das Neubaugebiet „Südwestliche des Westrings“ an das Gewerbegebiet „Südwestlich der Dudenhöfer Straße zu schaffen, muss der Bebauungsplan Nr. 63 entsprechend geändert werden. Außerdem soll im Rahmen dieser Änderung eine Fläche für den Gemeinbedarf (z.B. Kindergarten) am Rand des Gewerbegebietes geschaffen werden. Für die hierzu notwendige Bebauungsplanänderung wurde im September von den Stadtverordneten die Einleitung des Bauleitplanverfahrens beschlossen. Im November wurde ein Interessenbekundungsverfahren zur Findung eines geeigneten Planungsbüros durchgeführt. Das Auswahlverfahren und die Vergabe des Auftrags sollen im 1. Quartal 2021 erfolgen.

Bebauungsplan Nr. 88 „Westlich der Steinheimer Straße“

Die Stadt ist schon seit längerem bemüht, gemeinsam mit den Eigentümern und Betreibern, den Einzelhandelsstandort an der Steinheimer Straße zu sichern und zu optimieren. Nachdem die Kündigung des Mietvertrages für den Edeka-Markt publik wurde und die Befürchtungen entstanden, dass dort stattdessen Wohnbebauung entstehen soll, wurden Schritte für eine bauordnungsrechtliche Regelung in diesem Gebiet unternommen. Die Stadtverordnetenversammlung hat im November 2020 eine Veränderungssperre und die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Areal zwischen Steinheimer Straße, Ellenseestraße, Unterbeune und Querstraße beschlossen. Zielsetzung ist eine städtebauliche Neuordnung der Fläche, um die vorhandenen gewerblichen Nutzungen abzusichern. Die in der Steinheimer Straße liegenden Einzelhandelsmärkte sind wichtig für die Lebensmittelversorgung des Seligenstädter Nordens.

Umlegungen

Nachdem die Umlegung eines weiteren Abschnitts des „Gewerbegebietes südlich der Dudenhöfer Straße“ abgeschlossen wurde, konnte 2020 mit dem Straßenausbau dort begonnen werden. Durch die neue Franz-Hell-Straße ist eine zweite Anbindung des Gewerbegebietes an das Straßennetz entstanden. Gleichzeitig wurde auch der Westring zwischen Kreisel und Odenwaldring erstmalig endgültig ausgebaut. Die abschließenden Arbeiten in Form der Pflanzarbeiten erfolgen im 1. Quartal 2021.

Grundstücksan- und -verkäufe

Die Stadt Seligenstadt konzentrierte auch im Jahr 2020 ihre Bestrebungen auf die Vermarktung der Grundstücke in den Gewerbegebieten „Südlich der Dudenhöfer Straße“ und „Nordring II“. Hier konnten acht Grundstücksgeschäfte abgewickelt werden.

Da für drei ältere Wohnbaugrundstücke die Käufer vom Erwerb zurückgetreten sind, konnten diese erneut den Interessenten auf der Bauplatzbewerberliste angeboten werden. Zwei Verkäufe hat die Stadtverordnetenversammlung noch im Dezember 2020 beschlossen, der dritte folgt im Februar 2021.

Insgesamt hat die Stadtverordnetenversammlung Verkäufe in Höhe von ca. 4,385 Mio. € beschlossen. Mehr als die Hälfte der daraus resultierenden Einnahmen fließen jedoch erst im Jahr 2021, da die Beurkundungen noch erfolgen müssen. Kassenwirksam wurden immerhin ca. 2,094 Mio. €, die zum Teil aus Verkäufen resultieren, die bereits 2019 beschlossen wurden.

Forstwirtschaftliche Unternehmen - Stadtwald

Seit Frühjahr 2020 ist Johannes Herrmann der neue Revierleiter in Seligenstadt, nachdem er die Stelle bereits seit November 2018 kommissarisch bekleidet hatte.

Im Stadtwald Seligenstadt wurden zwei Waldumbaumaßnahmen im Rahmen der naturnahmen Waldbewirtschaftung durchgeführt. Zwei Fichtenbestände, die aufgrund von Stürmen und Borkenkäferbefall bereits abgängig waren, wurden durch Laubbäume ersetzte.

In Abt. 46 B1 wurden 5120 Stieleichen und 1280 Hainbuchen gepflanzt. Einschließlich der Wildschutzmaßnahmen belaufen sich die Kosten auf 23.630 €. Eine Bezuschussung in Höhe von 12.920 € wurde bewilligt. Die Maßnahme wurde bis Ende 2020 durchgeführt.

In Abt. 37 B1/B2 kann die Maßnahme erst im 1. Quartal 2021 umgesetzt werden. Hier werden 5120 Stieleichen, 1280 Hainbuchen und je 40 Esskastanien und Vogelkirschen gepflanzt. Die Kosten hierfür betragen voraussichtlich 21.780 €. Auch hierfür liegt bereits eine Zuschussbewilligung über 16.833 € vor.

Das forstwirtschaftliche Unternehmen – Stadtwald hat im Jahr 2020 insgesamt einen Überschuss von ca. 74.000 € erwirtschaftet – trotz der Sturmschäden vom 18. August 2019 und der sinkenden Holzpreise. Zum Glück konnte die Stadt ihr Holz noch zu relativ guten Preisen vermarkten.

Das 2019 gegründete Holzkontor Darmstadt-Dieburg-Offenbach hat sich mittlerweile konstituiert und seine Arbeit aufgenommen. Dem Zusammenschluss aus 32 Kommunen aus dem Kreis Offenbach und Darmstadt-Dieburg wollen sich noch weitere Kommunen anschließen. Industrieholz wird seit 2020 vom Hessenkontor DaDiOf vermarktet. Über die Stadt direkt wird nur noch Leseholz an Privatpersonen verkauft.