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100 Tage FLIDUM - eine Bilanz 23.09.2016 


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Der 23. September 2016 ist der 100ste Tag in eigenen Räumlichkeiten, somit blickt der „Arbeitskreis Willkommen in Seligenstadt“ auf gut drei Monate FLIDUM an der Kolpingstraße zurück. Die sechs das Kunstwort bildende Großbuchstaben stehen für „Flüchtlinge Lernen Integrativ Deutsch Und Mehr“. Das Seligenstädter Projekt hinter dem einprägsamen Wort ist eine aktive und unbürokratische Hilfestellung für Flüchtlinge, um richtig in Deutschland anzukommen und einen Weg in ein selbständiges Leben ohne staatliche Hilfe zu finden. Dank des großen Engagements der Mitglieder des Arbeitskreises und der Kirchengemeinde St. Marien sowie dank finanzieller Unterstützung der Stadt Seligenstadt finden die notwendigen Informations- und Lernkurse seit September konzentriert in entsprechend ausgestatteten Räumlichkeiten statt. Diese wurden mit viel Eigenleistung vor 100 Tagen bezogen und keiner der Räume davon blieb ungenutzt.
Über 90 % der erwachsenen Geflüchteten aus zehn Nationen haben sich für die mittlerweile 17 Kurse, die der „AK Willkommen in Seligenstadt“ durchführt, angemeldet. Das sind 181 Schülerinnen und Schüler aus Seligenstadt und 16 aus den Nachbargemeinden Mainhausen und Hainburg. Die Kurse umfassen mehrere Qualifizierungsstufen, vom Alpha-Kurs bis zu den Fortgeschrittenen. Vom einfachen PC-Kurs bis zum PC-Kurs in Mathematik und Naturwissenschaft.
Darüber hinaus erfolgen Unterstützer-Kurse für Berufseinsteiger, Auszubildende und Praktikanten durch Einzelunterricht oder in Kleinstgruppen. An fünf PC-Lern-Stationen (ab 1.Oktober an sieben) können die Geflüchteten durch Selbststudium ihr Wissen vertiefen. Weitere zehn Lernplätze werden ab Oktober für die Aussprache-Übungen zur Verfügung stehen.
Ein Projekt wie FLIDUM ist für rund 56 % der Schülerinnen und Schüler die einzige Chance auf gezielte Bildung, da sie aus staatlicher Förderung keinen Deutschunterricht erhalten. Diese Förderung erhalten lediglich Geflüchtete aus den Nationen Eritrea, Syrien, Iran, Irak und Somalia. Die anderen Flüchtlinge sind ausschließlich auf das Engagement der Zivilgesellschaft angewiesen.

Die Stadt Seligenstadt leistet für diese Einrichtung aufgrund eines einstimmigen Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung einen Zuschuss von 25.000 Euro jährlich für Miete und Nebenkosten sowie Kommunikationskosten. Die Unterhaltung der Einrichtung, Lernmittel und Mobiliar werden durch Spenden von Seligenstädter Bürgerinnen und Bürgern, Sponsoren, Firmen und Vereinen aufgebracht.
„Die zu uns geflüchteten Menschen brauchen unsere Solidarität. Ich bin sehr froh, dass die Verfolgten bei uns in Seligenstadt auf ein hohes Maß an Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft treffen. Der Stadt Seligenstadt und den politischen Vertretern der Stadt war und ist es daher ein großes Anliegen, den AK Willkommen in Seligenstadt tatkräftig zu unterstützen. Ich gratuliere allen Beteiligten zu der großartigen Bilanz nach 100 Tagen in der Kolpingstraße“, so Bürgermeister Dr. Daniell Bastian.

„Nicht nur die Sprachförderung ist Bestandteil des FLIDUM-Projektes. Wir geben auch vielfältige Hilfestellungen im Bereich Arbeit und Ausbildung, Praktikumsplätze und Wohnen“, berichtet Koordinator Burkard Müller.
Durch das Projekt FLIDUM konnten fünf Ausbildungsplätze besetzt, 14 Arbeitsplätze (integrative mit der Möglichkeit der Teilnahme am Unterricht im FLIDUM) und über 30 Praktikumsplätze vermittelt werden. Zudem haben 25 Geflüchtete durch Vermittlung aus dem Helferkreis Wohnungen in Seligenstadt oder den Nachbargemeinden gefunden.

Durch das gemeinsame Lernen an einem Ort ist auch die Anzahl der Teilnahmer an den weiteren Integrationsangeboten des Arbeitskreises und der Seligenstädter Vereine gestiegen. Es nehmen deutlich mehr Mütter mit Kindern am Deutschunterricht teil. Mehr Geflüchtete sind jetzt auch selbst als Helfer im Arbeitskreis tätig.

„Wir ergänzen das Angebot im FLIDUM-Projekt um zusätzliche Veranstaltungen. Es wird Angebote mit unterschiedlichen Schwerpunktthemen geben, etwa Demokratie, Gleichberechtigung, duales Ausbildungssystem, Asylrecht, Aufgabe der Polizei, Vortrag des Kreisausländer-Beirates, Gewaltprävention, Verkehrsregeln, kulturelle Veranstaltungen und einiges mehr“, gibt Hanne Auer als Mit-Initiatorin des Projektes FLIDUM einen Ausblick in die Zukunft.